WEINBURG KENNENLERNEN
Weinburg an der Pielach: Burg, Bahn und Folienwerk
Weinburg liegt im Bezirk Sankt Pölten-Land an der Pielach. Die Gemeinde zählte am 1. Jänner 2026 1.394 Einwohnerinnen und Einwohner und umfasst 10,36 Quadratkilometer. Elf Ortschaften und zwölf Katastralgemeinden gehören dazu. Die Ortsgeschichte verbindet die Burg Waasen, die Pfarrkirche und den frühen Weinbau mit Verkehrswegen und dem 1912 gegründeten Folienwalzwerk, aus dem die Constantia Teich hervorging.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Chronik der Gemeinde Weinburg · Weinburg (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion
Weinperch und Waasen
Die erste urkundliche Erwähnung von Weinburg stammt aus 1248: In einer Urkunde erscheint die „Capella von Weinperch“. 1283 wird der Ort als selbstständige Pfarre mit dem Pfarrer Swikkerus genannt. Der heutige Name entwickelte sich aus Weinperch und Weinberg; die Gemeinde führt ihn auf den Weinbau zurück, der im Mittelalter in der Gegend betrieben wurde. Eng verbunden ist die Ortsgeschichte mit der Burg Waasen. Eine Herrschaft dort ist seit 1267 belegt. Die Burg war später im Besitz eines Zweigs der Auersperg und der Familie Grechtler. Die Burgstelle liegt heute im Wald und ist nicht leicht zu finden.
Quellen: Chronik der Gemeinde Weinburg
Pfarrkirche und Ortsgeschichte
Die Gemeindechronik beschreibt mehrere Bauphasen der Pfarrkirche. Ein frühes Presbyterium, der Altarraum, entstand in der Mitte des 14. Jahrhunderts. Das ursprünglich romanische Langhaus mit Netzgewölbe stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts; gegen Ende des 15. Jahrhunderts kam an der Südseite ein schmales Seitenschiff mit Sterngewölbe hinzu. Dadurch erhielt das Kircheninnere seine asymmetrische Gestalt. Die Chronik nennt außerdem einen Römerstein, der bei Bauarbeiten an der Kirche gefunden wurde und vermutlich aus den Jahren 100 bis 200 nach Christus stammt.
Straße und Bahn
Zwei Verkehrswege veränderten die Gemeinde: Die Straße von Spratzern über Ober-Grafendorf nach Mainburg wurde 1782 unter Georg Anton von Grechtler gebaut. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand die Pielachtalbahn, später Mariazellerbahn. Sie wurde zunächst nur bis Kirchberg geführt und bot eine Verbindung in Richtung St. Pölten und Kirchberg. Heute durchquert die Mariazellerbahn das Gemeindegebiet; Haltepunkte gibt es in Weinburg und Klangen. Die Pielachtal Straße B 39 und die Mariazeller Straße L 5006 ergänzen das Netz. Klangen ist eine Ortschaft innerhalb der Gemeinde und besitzt einen eigenen Haltepunkt. Die B-39-Umfahrung wurde 1978 und 1979 fertiggestellt.
Quellen: Weinburg (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion
Vom Mühlenstandort zum Folienwerk
1912 kauften die Brüder Teich eine alte Mühle, um dort ein Folienwalzwerk zu gründen. Zunächst sollte ein Wasserrad die Maschinen antreiben; wenige Jahre später ersetzte eine Turbine den Antrieb. Der Betrieb entwickelte sich zum größten Unternehmen Weinburgs. Ein Brand zerstörte 1964 das Walzwerk. Zwei neu errichtete Hallen wurden 1966 eröffnet. Die heutige Constantia Teich GmbH führt diese industrielle Tradition fort. Die Chronik schildert außerdem, dass der Ausbau des Betriebs die Gemeindeentwicklung beeinflusste: Feuerwehrhaus, Wohnhäuser, Wasserversorgung, Kanal und Straßen wurden ausgebaut. Die Gemeinde unterhält seit 2018 eine Partnerschaft mit Leiblfing in Niederbayern. Mitte September 2024 traf ein schweres Hochwasser den Ort.
Quellen: Chronik der Gemeinde Weinburg · Weinburg (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 09.10.2026
