SCHRATTENBACH KENNENLERNEN
Schrattenbach: fünf Ortsteile unter der Burg
Schrattenbach ist eine Gemeinde im Bezirk Neunkirchen. Zum Stichtag 1. Jänner 2026 lebten 376 Menschen im 10,82 Quadratkilometer großen Gemeindegebiet. Es umfasst fünf Ortschaften: Greith, Gutenmann, Hornungstal, Rosental und Schrattenbach. Als einzige Katastralgemeinde wird Schrattenbach geführt. Die Ortschaften liegen im Talraum von Hornungbach und Schrattenbach, deren Wasser als Johannesbach ostwärts Richtung Wiener Neustadt fließt. Die Gemeinde verbindet damit kleine Siedlungen und bewaldete Höhen mit einem markanten historischen Bezugspunkt: der Ruine Schrattenstein am Rand des Gebiets.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Schrattenbach – Wikipedia, feste Artikelversion
Täler und Höhen
Die Bäche liegen auf etwa 500 Metern Seehöhe, die bewaldeten Höhen an der Gemeindegrenze reichen bis rund 800 Meter. Nahezu zwei Drittel der Fläche sind Wald; knapp ein Drittel wird landwirtschaftlich genutzt. Diese Verteilung prägt den ländlichen Charakter der Gemeinde. Die fünf Ortschaften liegen in einem bewegten Gelände, das vom Wasserlauf und den Hängen gegliedert wird. Für Wege und Orientierung ist deshalb nicht allein der Gemeindename maßgeblich: Greith, Gutenmann, Hornungstal und Rosental sind eigenständige Ortschaften innerhalb derselben Katastralgemeinde.
Frühe Spuren im Gemeindegebiet
Ein etwa 5.000 Jahre altes Tonidol, das am Burgfelsen gefunden wurde, gilt als ältester Siedlungsnachweis im Gemeindegebiet. Aus der Bronzezeit sind Schmelzplätze auf den umliegenden Höhen bekannt. Ortsnamen aus slawischen Sprachschichten weisen auf weitere frühe Besiedlungsphasen hin. Die deutschsprachige Kolonisation setzte im Hochmittelalter ein; Rodung schuf Höfe und landwirtschaftlich nutzbare Flächen. Diese Befunde und Überlieferungen reichen zeitlich weit auseinander. Sie zeigen, dass die Geschichte des heutigen Gemeindegebiets nicht erst mit der Burg oder der schriftlichen Nennung des Ortsnamens beginnt.
Quellen: Geschichte · Schrattenbach – Wikipedia, feste Artikelversion
Die Herrschaft Schrattenstein
Die Burg Schrattenstein wird 1182 erstmals schriftlich fassbar: Chalhoch de Scratensteine erscheint als Zeuge in einer Urkunde. Die Familie errichtete ihren Herrschaftssitz im 12. Jahrhundert am Weg zwischen Schwarzatal und Puchberger Becken. Der Besitz wechselte später mehrfach; im 14. Jahrhundert waren die Herren von Ebersdorf Lehensnehmer. Die Burg wurde seit der Mitte des 16. Jahrhunderts nicht mehr bewohnt und verfiel. Das Erdbeben von 1590 richtete weitere Schäden an. Seit 1937 gehört das Areal der Stadt Wien. Die Ruine prägt weiterhin die Ortsgeschichte, auch wenn die frühere Funktion als Wohn- und Herrschaftssitz längst vergangen ist.
Quellen: Geschichte
Landwirtschaft und gemeinschaftliches Leben
Über lange Zeit bildeten Land- und Forstwirtschaft die wirtschaftliche Grundlage. Im 19. Jahrhundert brachte der Steinkohlefund in der Nachbargemeinde Grünbach zusätzliche Arbeitsplätze im Bergbau; daneben entwickelten sich gewerbliche Betriebe. Heute zeigen sich öffentliche und gemeinschaftliche Einrichtungen an mehreren Orten: Die Gemeinde führt ein Kulturzentrum, Vereine und Feuerwehr, außerdem Kindergarten und Angebote für Wandern und Erholung. Solche Anlaufstellen sind für eine kleine Gemeinde besonders wichtig, weil das soziale Leben auf mehrere Ortschaften verteilt ist. Aktuelle Öffnungszeiten und Veranstaltungsdaten ändern sich; sie sollten jeweils vor einem Besuch bei der Gemeinde geprüft werden.
Quellen: Schrattenbach – Wikipedia, feste Artikelversion · Home
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 09.10.2026
