PILLICHSDORF KENNENLERNEN
Pillichsdorf: Hallstattzeit im Schatten des Kirchturms
Pillichsdorf liegt am Nordrand des Marchfeldes im Weinviertel. Die Marktgemeinde hatte am 1. Jänner 2026 1.235 Einwohnerinnen und Einwohner; ihre Fläche beträgt 14,33 Quadratkilometer. Rußbach und Mühlbach durchziehen die Umgebung des Orts.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Pillichsdorf – Wikipedia, feste Artikelversion
Ein Grabhügel mit langer Forschungsgeschichte
Südlich des Ortskerns erhebt sich der Kalvarienberg, ein Grabhügel aus der Hallstattzeit. 1878 ließ der Archäologe Franz Heger den Tumulus untersuchen. Dabei kamen Bruchstücke von etwa 30 Gefäßen zum Vorschein, die heute im Naturhistorischen Museum in Wien liegen. 1959 wurde am Hügel ein Denkmal errichtet, das an Kaiser Franz I. und die Schlacht bei Wagram erinnert. 1974 wurde auf der Hofwiese eine hallstattzeitliche Kellergrube entdeckt, 1978 ein Brandschüttungsgrab an der Wolkersdorfer Straße. Teile dieser Funde werden im Turmmuseum gezeigt. Die Gemeinde verweist zudem auf Federgras am Tumulus. Die Anlage auf dem Tumulus erhielt 2012 restaurierte barocke Figuren und 2013 eine Informationstafel.
Quellen: Gemeinde Pillichsdorf – Der Tumulus aus der Hallstattzeit
Kirche und Museum im Turm
Teile des Langhauses stammen aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, der hohe Chor wurde in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts errichtet. Der freistehende Turm entstand 1508 bis 1514; das Langhaus erhielt nach Bränden Ende des 16. Jahrhunderts ein neues Gewölbe. Im 17. Jahrhundert wurde die Kirche barock umgestaltet. Im Turm eröffnete 1984 das Turmmuseum; seit 1987 nutzt es auch das zweite Turmgeschoss. Mehr als 130 Objekte reichen von Geologie und Frühgeschichte bis in die Neuzeit. Dazu zählen ein rekonstruiertes hallstattzeitliches Mondidol und ein restauriertes Uhrwerk von 1762. Pillichsdorf war seit dem Mittelalter Dekanatssitz; von etwa 1330 bis 1725 bestand ein Doppeldekanat mit Ulrichskirchen. 1785 kam die Pfarre zur Erzdiözese Wien; Dekanatssitz blieb Pillichsdorf bis 1995.
Quellen: Gemeinde Pillichsdorf – Turmmuseum
Kellergasse, Reuhof und Weinbau
Die Kellergasse liegt am Hang und wird durch einen Grüngürtel gegliedert. Weingärten liegen an den südlichen Hängen des Hochleithenwaldes. Die Gemeindeseite nennt Grüner Veltliner, Welschriesling, Weißburgunder, Müller-Thurgau und Neuburger als wichtige weiße Sorten; bei den roten führt sie Zweigelt, Blauburger und St. Laurent an. Das Gut Reuhof liegt abseits des Ortskerns und wurde bereits im 16. Jahrhundert errichtet. 1830 wurden dort 600 Schafe gehalten. Das Land Niederösterreich ließ 1920 den heutigen Reuhof errichten; 1966 übernahm die Familie Biber das Gut. Seit 2005 befindet sich am Gut eine Reitsportanlage.
Örtliche Hilfe seit 1880
Die Freiwillige Feuerwehr Pillichsdorf wurde 1880 gegründet. In den ersten Jahrzehnten lag das Geräte-Depot neben dem damaligen Schloss, später zog die Feuerwehr in ein Depot im Wirtshausgarten. 1929 erhielt die Feuerwehr eine neue handgetragene Motorspritze; 1930 wurde sie zum 50-jährigen Gründungsfest geweiht. 1947 kam eine weitere Motorspritze hinzu, 1967 eine Schlammpumpe zum Reinigen verschlammter Keller. 1985 begann der Bau des heutigen Feuerwehrhauses, das am 9. September 1990 eingeweiht wurde. 2016 startete die Feuerwehr eine Schulaktion, die Kindern in der Volksschule Verhalten bei Notfällen und die Aufgaben der Feuerwehr näherbringt.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Pillichsdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde Pillichsdorf – Der Tumulus aus der Hallstattzeit
- Gemeinde Pillichsdorf – Turmmuseum
- Freiwillige Feuerwehr Pillichsdorf – Geschichte
- Gemeinde Pillichsdorf – Sehenswürdigkeiten
Stand der Angaben: 09.10.2026
