MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

St. Leonhard am Hornerwald

Eine Waldviertler Gemeinde zwischen alten Rodungssiedlungen, Wallfahrtskirche und vorgeführtem Handwerk.

GEMEINDEKENNZIFFER31340
Ortszentrum mit Kirchturm in Sankt Leonhard am Hornerwald
Ortszentrum mit Kirchturm in Sankt Leonhard am Hornerwald · Foto: Juemumue · „St. Leonhard am Hornerwald, Bezirk Gföhl, Niederösterreich“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 113
01.01.2026
Fläche
51,61 km²
Bevölkerungsdichte
21,6
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
3572
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

ST. LEONHARD AM HORNERWALD KENNENLERNEN

St. Leonhard am Hornerwald: Wallfahrt und Waldhandwerk

Die Marktgemeinde St. Leonhard am Hornerwald zählt 1.113 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 51,61 Quadratkilometer. Ihre verstreuten Waldorte liegen im südlichen Hornerwald; Kirche, Waldwirtschaft und dörfliches Handwerk prägen die überlieferte Ortsgeschichte.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · St. Leonhard am Hornerwald – Wikipedia, feste Artikelversion

Waldorte und Hausgeschichte

Die Siedlung am Predigerberg entwickelte sich in einer Wald- und Weidelandschaft. Wilhalm wird 1270 erstmals urkundlich genannt. Das Gemeindegebiet umfasst fünf Katastralgemeinden: St. Leonhard, Wilhalm, Ober- und Untertautendorferamt sowie Wolfshoferamt. Die Teilung des Tautendorferamts in Ober- und Untertautendorferamt erfolgte 1922; im Frühjahr darauf wurden die Häuser neu nummeriert. Das älteste Haus Obertautendorferamts, die Nummer 1, ist bereits 1752 belegt und gehörte damals Lorenz und Maria Pistracher.

Quellen: Sankt Leonhard am Hornerwald - GEM2GO WEB - Startseite - Unsere Gemeinde - Wissenwertes - Geschichte · Katastralgemeinden – Marktgemeinde St. Leonhard am Hornerwald · Obertautendorferamt – Marktgemeinde St. Leonhard am Hornerwald

Pest, Wallfahrt und Pfarrschule

Die Pest erreichte St. Leonhard 1679; die Gemeindegeschichte verzeichnet 700 Tote. 1769 unterzeichnete Johann Ernest Graf Hoyos den Stiftungsbrief für eine Kirche auf dem Berg. Die dem heiligen Leonhard geweihte Pfarrkirche wurde 1777 konsekriert; zugleich entstand eine einklassige Pfarrschule. Der spätbarocke Bau steht auf einer Anhöhe, sein Turm misst 36 Meter. Maurermeister Adam Steininger und Zimmermeister Settelhofen führten den Bau aus; der Westturm trägt ein Zwiebeldach. Die Deckenbalken stammen aus der Umgebung. 1835 kam eine Turmuhr hinzu. 1901 wurden Seitenaltäre ergänzt; 1908 erhielt die Kirche einen neubarocken Hochaltar mit Leonhardstatue, im Jahr darauf eine Kanzel mit Reliefs Christi und der Kirchenväter. 1946 wurde der alte Glockenstuhl erneuert; drei neue Glocken kamen hinzu und wurden am 6. November 1946 geweiht.

Quellen: Sankt Leonhard am Hornerwald - GEM2GO WEB - Startseite - Unsere Gemeinde - Wissenwertes - Geschichte · Pfarre St. Leonhard am Hornerwald – Wallfahrtskirche

Dorfchronik und Gemeindebildung

1809 lagerten französische Soldaten im Wolfshoferamt. 1865 erhielt St. Leonhard ein Postamt; 1866 zogen preußische Truppen plündernd durch das Gebiet. Ein Gendarmerieposten folgte 1875, eine Wasserleitung 1883. Die Chronik vermerkt für 1886 eine Masernepidemie mit vielen toten Kindern. 1898 entstand die erste Feuerwehr im Gemeindegebiet, 1903 eine weitere in St. Leonhard; im selben Jahr zerstörte ein Großbrand in Wilhalm die Häuserzeile 11 bis 20. 1937 fand der erste Leonhardiritt statt. Während des Kriegs diente das Schulhaus als Lazarett; 1945 lagerte die russische Besatzungsmacht im Burgholz. Strom erhielt der Ort 1951. 1971 schlossen sich St. Leonhard, Wolfshoferamt und Obertautendorferamt zusammen, Untertautendorferamt kam 1972 hinzu. 1976 folgten Markterhebung, Wappenverleihung und die Eröffnung der Hauptschule. 1980/81 kam ein einstöckiger Kindergarten hinzu. 2012 bezog die Verwaltung ein neues Gemeindeamt.

Quellen: Sankt Leonhard am Hornerwald - GEM2GO WEB - Startseite - Unsere Gemeinde - Wissenwertes - Geschichte

Alte Arbeitstechniken vorgeführt

Das Lebende Handwerksmuseum sammelt bäuerliche und handwerkliche Arbeit aus St. Leonhard und der Umgebung. Es entstand nach Angaben der Gemeinde in mehr als 17.000 ehrenamtlichen Stunden. Bei Vorführungen werden Schmieden, Weben, Schustern und Holzbearbeitung gezeigt; außerdem geht es um Dreschen, Strohdachdecken und Brotbacken. Ein rekonstruierter Backofen gehört zum Museum; dort werden an Vorführsonntagen Feuerflecken gebacken. Zwirnknöpfe, Spitzenklöppeln und das Dengeln von Sensen ergänzen die Vorführungen. Die Saison dauert nach der aktuellen Museumsinformation von Mai bis Anfang November; regelmäßige Öffnungstage sind die ersten Sonntage des Monats.

Quellen: Sankt Leonhard am Hornerwald - GEM2GO WEB - Startseite - Freizeit & Tourismus - Tourismus - Sehenswürdigkeiten · Lebendes Handwerksmuseum – Museumsmanagement Niederösterreich

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

St. Leonhard am Hornerwald auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 154
31.10.2021 · Registerzählung1 088
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 113

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
604
NUTS-3-Region
Waldviertel (AT124)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von St. Leonhard am Hornerwald

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.