LANZENDORF KENNENLERNEN
Lanzendorf: Schloss, Kanal und zwei Ortskerne
Lanzendorf liegt im Bezirk Bruck an der Leitha südlich von Wien. Am 1. Jänner 2026 zählte die Gemeinde 1.987 Einwohnerinnen und Einwohner; ihr Gebiet umfasst 4,54 Quadratkilometer. Ober- und Unterlanzendorf bilden ihre beiden Katastralgemeinden.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Lanzendorf - GEM2GO WEB - Startseite
Ebene Landschaft, lebendige Wasserläufe
Das Gemeindegebiet liegt im flachen Wiener Becken auf etwa 170 Metern Seehöhe. Rund 73 Prozent der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt, acht Prozent entfallen auf Gärten; der Waldanteil liegt unter einem Prozent. Die Landes-Tourismusinformation beschreibt die Umgebung zudem mit Bächen und Pferdekoppeln. Auf einer 0,2 Hektar großen Gemeindefläche hinter dem Hochwasserschutzdamm entsteht 2026/27 ein Naschgarten mit Obstbäumen, Beerensträuchern, Totholz und Lesesteinhaufen. Die Anlage soll Lebensräume für Kleintiere schaffen; Schulen und die Caritas-Tagesstätte wirken an Pflege und Nutzung mit. Ein schweres Hochwasser traf Lanzendorf erneut 1997.
Quellen: Lanzendorf - GEM2GO WEB - Startseite · Lanzendorf (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion · Anlage einer Streuobstwiese in Lanzendorf – Blühendes Österreich
Zwei Ortsteile, verschiedene Spuren
In Unterlanzendorf steht eine Mühle, deren Anfänge in das 16. Jahrhundert zurückreichen. In derselben Katastralgemeinde befindet sich ein Bildstock aus dem frühen 18. Jahrhundert. Oberlanzendorf ist durch das Schloss geprägt: Der Bau wurde 1672 in Matthäus Vischers Topographia abgebildet und wird heute als soziale Betreuungseinrichtung genutzt. Auch zwei Kapellen gehören zur Ortsgeschichte. Die Kapelle in Unterlanzendorf entstand 1857, jene in Oberlanzendorf 1911.
Quellen: Lanzendorf – Niederösterreich · Maria Lanzendorf – Geschichte, Maria Königin des Friedens · Das Arbeitserziehungslager Oberlanzendorf – Museum Niederösterreich
Kanal, Brauhaus und Hochwasser
Die Geschichte des Ortes ist eng mit dem Wiener Neustädter Kanal verbunden. Als der Wasserweg zwischen 1803 und 1808 schiffbar gemacht wurde, drang Wasser aus undichten Abschnitten in Häuser ein. 1773 hatte Franz Anton Dreher das Brauhaus in Oberlanzendorf gepachtet. Im September 1871 wurde ein Teil Oberlanzendorfs als selbständige Gemeinde Maria Lanzendorf abgetrennt. 1890 gründete sich die Freiwillige Feuerwehr Unterlanzendorf. 1901/02 bauten Ober- und Maria Lanzendorf eine gemeinsame Volksschule; Unterlanzendorf entschied sich für ein eigenes Schulhaus. 1921 errichteten Ober- und Unterlanzendorf eine gemeinsame elektrische Anlage, zwei Jahre später entstand in Oberlanzendorf eine Bürgerschule. 1964 erhielt Lanzendorf eine Kanalisation. In den Jahren 1973/74 wurden Volksschule und Kindergarten neu gebaut; 1981 folgte das Volkshaus, 1983/84 das Sportzentrum in Unterlanzendorf.
Schloss Oberlanzendorf und seine Geschichte
Im Schloss Oberlanzendorf eröffnete 1900 das Kaiserin-Elisabeth-Asyl für Kinder mit Behinderungen; Kaiser Franz Joseph besuchte das Heim 1907. Nach dem „Anschluss“ 1938 wurden Ober-, Unter- und Maria Lanzendorf Teil von Groß-Wien. Im Schloss richtete die Stadt Wien zunächst ein Heim weiter, ehe die Gestapo dort 1941 ein Arbeitserziehungslager eröffnete. 1944 wurden innerhalb eines halben Jahres rund 2.440 Menschen dorthin überstellt, viele davon ausländische Zwangsarbeiter. Drei Viertel waren jünger als 30 Jahre; ab 1943/44 wurden auch Frauen dort inhaftiert. Die Sterbebücher des Standesamts Schwechat verzeichnen 328 Todesfälle aus dem Lager. 1947 übernahm die Caritas das Gelände. Ober- und Unterlanzendorf wurden am 1. September 1954 zur Gemeinde Lanzendorf vereinigt. Eine Gedenktafel an der Kapelle erinnert seit 1988 an die Opfer.
Quellen: Geschichte - Lanzendorf - GEM2GO WEB - Startseite - Lebensraum Lanzendorf - Wissenswertes - Geschichte · Das Arbeitserziehungslager Oberlanzendorf – Museum Niederösterreich
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Lanzendorf (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
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- Lanzendorf – Niederösterreich
- Maria Lanzendorf – Geschichte, Maria Königin des Friedens
- Das Arbeitserziehungslager Oberlanzendorf – Museum Niederösterreich
- Anlage einer Streuobstwiese in Lanzendorf – Blühendes Österreich
Stand der Angaben: 08.10.2026
