MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Enzersdorf an der Fischa

Kirchen, Mühlen und Weinberge zwischen Fischa und Hügelland

GEMEINDEKENNZIFFER30706
Pfarrkirche hl. Thomas in Enzersdorf an der Fischa.
Pfarrkirche hl. Thomas in Enzersdorf an der Fischa. · Foto: © C.Stadler/Bwag · „Enzersdorf an der Fischa - Kirche (2)“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
3 739
01.01.2026
Fläche
31,43 km²
Bevölkerungsdichte
118,9
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2431
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

ENZERSDORF AN DER FISCHA KENNENLERNEN

Enzersdorf an der Fischa: zwei Orte, ein Flussraum

Die Marktgemeinde Enzersdorf an der Fischa liegt dort, wo der Reisenbach in die Fischa mündet, am westlichen Rand des Arbesthaler Hügellandes. Sie zählt 3.739 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 31,43 Quadratkilometer. Zu ihr gehören Enzersdorf und Margarethen am Moos.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Enzersdorf an der Fischa – Gedächtnis des Landes

Spuren entlang der Fischa

Die Lage am Zusammenfluss der beiden Gewässer war früh ein Siedlungsplatz. Eine ausgegrabene jungsteinzeitliche Wohngrube belegt menschliche Anwesenheit; Webstuhlgewichte aus der Hallstattzeit sowie römische Münzen, Scherben, Gefäße und ein Weihealtar ergänzen das Bild. Auch ein Wirtschaftsweg am Wasser prägt die spätere Ortsgeschichte: Eine Mühle ist für Enzersdorf bereits 1200 urkundlich belegt. Im 19. Jahrhundert wurde die alte Schlossmühle neu errichtet. Ludwig Polsterer erwarb 1880 und 1890 die beiden Mühlen im Ort und vereinte sie zu einem Industriemühlenbetrieb. Wasserkraft und technische Umbauten machten den Standort zu einem wichtigen Betrieb an der Fischa; Turbinen und eine Anbindung ans Eisenbahnnetz folgten im frühen 20. Jahrhundert.

Quellen: Enzersdorf an der Fischa – Gedächtnis des Landes · Enzersdorf an der Fischa – Gedächtnis des Landes

Der romanische Kern von Enzersdorf

Die Pfarrkirche St. Thomas geht auf einen romanischen Quaderbau zurück. Für die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts beschreibt die Pfarre ein kleines Schiff mit einem Turm an der Ostseite; auch die Seitenkapelle bewahrt gotische Bauteile. 1200 bestätigte Herzog Leopold dem Schottenkloster unter anderem das Patronat über die Kirche und eine Mühle in Enceinsdorf. Später ließ Bartholomäus Freiherr von Tinti das Gotteshaus barock erweitern: 1715 entstand der Bau in seiner heutigen Größe, 1743 kam eine zweite Sakristei hinzu. Die Weihe zu Ehren des heiligen Thomas erfolgte 1746. Eine der beiden 1956 geweihten Glocken ist deutlich älter: Sie stammt aus dem Jahr 1690.

Quellen: Pfarrkirche Enzersdorf/Fischa – Erzdiözese Wien

Kirche und Karner in Margarethen am Moos

Im zweiten Ortsteil steht die Pfarrkirche zur heiligen Margareta. Die Gemeinde datiert ihren spätromanischen Bau auf etwa 1144; der achteckige Turm prägt die Silhouette. In der Westmauer sitzt der Grabstein eines römischen Gutsbesitzers. Im Kircheninneren liegen Fresken aus romanischer, gotischer und Renaissancezeit übereinander. Neben der Kirche steht ein Karner aus dem 13. Jahrhundert. Sein fünfgliedriges spätromanisches Fenster ist rechts vom Eingang zu sehen; die ungewöhnliche Bauform kommt laut Gemeinde in Niederösterreich nur zweimal vor. Das ehemalige Barnabitenkloster schließt den Platz als Pfarrhof ab: Es wurde von 1745 bis 1925 als Kloster genutzt. Ein weiteres markantes Gebäude ist das Schloss, dessen Vorgängeranlage bereits vor 1045 als ungarische Wehranlage bestanden haben soll.

Quellen: Sehenswürdigkeiten – Marktgemeinde Enzersdorf an der Fischa

Weinberge, Wegkreuze und Wandel

Östlich und südöstlich von Enzersdorf erinnern Kellergassen an frühere Weinberge. Der Königsberg ist mit Mischwald bewachsen; an seinen Hängen liegen Weingärten und historische Kellerzeilen. Am Fuß des Berges steht das romanische Weiße Kreuz, während die Dreifaltigkeitssäule im Ort aus dem Jahr 1721 stammt. In Margarethen wurden einzelne Flurdenkmäler an Wege und Ereignisse gebunden: Das Seekreuz wurde 1863 neu aufgerichtet, nachdem ein älteres Kreuz 1682 zerstört worden war. Das Cholerakreuz erinnert an die Epidemie von 1831; errichtet wurde es 1887. Beide Orte wurden 1970 zu einer Gemeinde zusammengeführt. 1985 erhielt Enzersdorf erneut das Marktrecht und ein Wappen mit silbernem Wellenbalken, goldenem Zahnrad und goldener Ähre.

Quellen: Enzersdorf an der Fischa – Gedächtnis des Landes · Sehenswürdigkeiten – Marktgemeinde Enzersdorf an der Fischa · Ortschronik – Marktgemeinde Enzersdorf an der Fischa

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Enzersdorf an der Fischa auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung2 959
31.10.2021 · Registerzählung3 503
01.01.2026 · Bevölkerungsstand3 739

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
1 601
NUTS-3-Region
Wiener Umland/Südteil (AT127)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Enzersdorf an der Fischa

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.