EURATSFELD KENNENLERNEN
Euratsfeld: Markt auf der Schwelle zum Ybbstal
Euratsfeld liegt südöstlich von Amstetten im Mostviertel. Die Marktgemeinde hat am 1. Jänner 2026 2.827 Einwohnerinnen und Einwohner und erstreckt sich über 30,61 Quadratkilometer. Ihr Ortskern sitzt auf einem Hügel zwischen Ybbsebene und Voralpenland.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Euratsfeld – Wikipedia, feste Artikelversion
Zwischen Ybbsebene und Voralpenhügeln
Von Euratsfeld sind es rund acht Kilometer nach Amstetten. Das Gemeindegebiet reicht von der offenen Ybbsebene in ein hügeliges Gelände, das sich in Richtung Randegger Hochkogel und Voralpen hebt. Naturräumlich werden drei Teilräume berührt: das Obere Ybbsfeld, das Hügelland zwischen Erlauf und Ybbs sowie die Voralpen zwischen diesen Flüssen. Wald bedeckt etwa 16 Prozent der Fläche; die übrigen Landschaftsteile sind von Höfen, Feldern und kleineren Siedlungen geprägt. Amtlich bildet Euratsfeld die einzige Ortschaft der Marktgemeinde. Die Namen Gafring und Großaigen bezeichnen zugleich eigene Katastralgemeinden. Zahlreiche Weiler und Einzellagen verteilen sich zwischen diesen Katastralgebieten.
Quellen: Euratsfeld – Wikipedia, feste Artikelversion · Pfarre Euratsfeld – Geschichte der Pfarre
Vom norischen Raum zum Marktort
In der Antike gehörte die Gegend zur römischen Provinz Noricum. Euratsfeld ist 1332 erstmals urkundlich erwähnt. 1908 erhielt die Gemeinde das Marktrecht. Der Markt entwickelte sich als Versorgungsort für ein breites landwirtschaftliches Umland. Das zeigt auch ein Berufsverzeichnis von 1938: Neben Bäckern und Fleischern waren ein Baumeister, ein Dachdecker, ein Fahrradhändler, ein Kalkwerk und ein Sägewerk eingetragen. Fünf Gastwirte, zwei Gemischtwarenhändler und mehrere Handwerksbetriebe ergänzten das Angebot. Die Liste nennt außerdem Hebammen, einen Arzt und einen Tierarzt; sie skizziert damit einen Markt, der Versorgung und Dienstleistungen für die umliegenden Höfe bündelte.
Spätgotisches Langhaus und barocke Ausstattung
Die Pfarrkirche ist Johannes dem Täufer geweiht. Ihr zweischiffiges Langhaus entstand im 16. Jahrhundert in spätgotischen Formen; in einem Pfeiler ist die Jahreszahl 1537 kopfüber eingemeißelt. Pfarrvikar Franz Joseph Obermayer ließ die erneuerungsbedürftige Kirche 1760 bis 1764 umgestalten. Damals kamen ein westliches Joch mit hölzerner Orgelempore, zwei Vorhallen und eine Marienkapelle hinzu. Über dem Beinhaus wurde außerdem ein Getreidekasten für den Kirchenzehent eingerichtet, den Obermayer später zur Kammer der Kirche und Bruderschaft umwidmete. Seine Zeichnungen im 1757 angelegten Kirchenbuch halten den Umbau ungewöhnlich genau fest. 1939 wurde Euratsfeld endgültig eigenständige Pfarre.
Quellen: Pfarre Euratsfeld – Geschichte der Pfarre · Pfarre Euratsfeld – Die Geschichte der Kirchen
Pfarre und Ortsgemeinschaft
Die kirchliche Geschichte reicht weiter zurück als der sichtbare Bau. Wahrscheinlich gründete das Bistum Freising im 12. oder 13. Jahrhundert eine Kirche zu Ehren Johannes des Täufers; 1332 ist die Pfarre belegt. Als erster namentlich bekannter Pfarrer wird Matthäus Eyseler 1472 und nochmals 1484 genannt. Glasgemäldescheiben und eine Holzskulptur des Kirchenpatrons zählen zu den Zeugnissen des spätmittelalterlichen Glaubenslebens. Die benachbarte Herrschaft Freidegg in der Gemeinde Ferschnitz prägte die konfessionelle Lage: Reichardt Strein förderte die protestantische Lehre, während 1564 ein Benediktiner als katholischer Pfarrer erwähnt wird. Seit 2015 arbeitet Euratsfeld im Pfarrverband mit der Nachbarpfarre Ferschnitz. Das Pfarrzentrum entstand 1968 bis 1970.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
