ST. PAUL IM LAVANTTAL KENNENLERNEN
St. Paul: Kloster, Markt und Bildungsort
St. Paul im Lavanttal liegt im Bezirk Wolfsberg. Die Marktgemeinde zählt 3.176 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) auf 47,35 Quadratkilometern.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · St. Paul im Lavanttal – Wikipedia, feste Artikelversion
Zwischen Lavant und Saualpe
Große Teile des Gemeindegebiets erstrecken sich in das Granitztal und an die Ausläufer der Saualpe. Im Norden hebt sich der Martinikogel auf 841 Meter; der Fluss bildet mit etwa 400 Metern die tiefste Lage. Acht Katastralgemeinden verteilen sich auf ein Gebiet mit zahlreichen Dörfern und Weilern. Das Stift steht auf einem Felskegel oberhalb der Siedlung. Der Granitzbach tritt nahe dem Ort in die Lavant.
Quellen: Marktgemeinde St. Paul – Örtliches Entwicklungskonzept 2025
Gründung des Klosters und Entstehung des Marktes
Graf Engelbert I. von Spanheim gründete 1091 an der Stelle einer früheren Burg ein Benediktinerkloster und übergab ihm den Herrenhof St. Paul samt dem nahen „Höflein“ Brugga. Aus dieser Siedlung wurde ein Gewerbe- und Handelsplatz. Erstmals nennt eine päpstliche Urkunde von 1184 die zugehörige „villa“ als Markt. Das Kloster selbst durfte als geistliche Grundherrschaft kein Marktrecht verleihen. Der Markt wuchs durch Handwerker und Beamte des Stifts, die sich unterhalb des Stiftshügels niederließen. Das dort entstandene Viertel heißt bis heute Schwarzviertel.
Quellen: Marktgemeinde St. Paul – Über die Gemeinde und Marktgeschichte
Stift, Basilika und Kunstsammlung
Das Benediktinerstift ist das einzige aktive Benediktinerkloster Kärntens. Die romanische Basilika wurde Ende des 12. Jahrhunderts nach dem Vorbild der Hirsauer Bauschule errichtet. Ihr kreuzförmiger Grundriss besitzt drei Apsiden; wuchtige Pfeiler mit vorgelagerten Säulchen zeigen auch italienische Einflüsse. Nach einem Brand 1367 erhielt das Gotteshaus ein gotisches Gewölbe, dessen freie Felder 44 Fresken der Maler Friedrich und Michael Pacher zeigen. In der Klosteranlage befinden sich Stiftsmuseum, Bibliothek und Kunstsammlung. Zu den herausragenden Objekten zählt eine romanische Glockenkasel aus dem zweiten Viertel des 12. Jahrhunderts; die numismatische Sammlung reicht von römischen Goldmünzen bis zu Renaissance-Medaillen. Das Stift besitzt auch ein Gymnasium, dessen Bildungsauftrag besonders nach der Übergabe der Abtei an Benediktiner aus St. Blasien 1809 an Gewicht gewann. Das neogotische Konviktsgebäude wurde 1889 errichtet und 1909 erweitert. Mit 200 Plätzen, Zentralheizung und Hallenbad galt es damals als eines der modernsten Internate der Monarchie. Zu den früheren Schülern zählen der Komponist Hugo Wolf, der Arzt Adolf Lorenz und der Schauspieler Paul Hörbiger. Ein großes Stifterfresko von Thomas von Villach entstand Ende des 15. Jahrhunderts.
Quellen: Marktgemeinde St. Paul – Kunst & Kultur · Marktgemeinde St. Paul – Bildung · Benediktinerstift St. Paul – Museum und Stiftskirche · Benediktinerstift St. Paul – Stiftskirche
Bahn, Umbrüche und Mostkultur
1879 erreichte die Bahnlinie von Unterdrauburg nach Wolfsberg den Markt; der spätere Weiterbau nach Zeltweg brachte einen wirtschaftlichen Impuls. 1941 wurde der Ortsname durch die nationalsozialistische Verwaltung in Spanheim geändert. Nach Kriegsende kehrte die Bezeichnung St. Paul im Lavanttal 1946 zurück. Heute verbindet die Gemeinde regionale Landwirtschaft und Kultur: Die Galerie der Mostbarkeiten ist seit 1997 im Zogglhof beheimatet und organisiert Verkostungen samt Alpen-Adria-Prämierung. Der St. Pauler Kultursommer nutzt die Stiftskirche als Konzertort und bietet jungen Künstlern eine Bühne. Der Bahnhof St. Paul im Lavanttal liegt außerhalb des Marktes und ist seit 2023 in Betrieb. Dort verknüpft die Lavanttalbahn die Koralmbahn mit der Verbindung nach Wolfsberg.
Quellen: Marktgemeinde St. Paul – Über die Gemeinde und Marktgeschichte · Marktgemeinde St. Paul – Kunst & Kultur · ÖBB-Infrastruktur – Abschnitt St. Andrä–Aich
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- St. Paul im Lavanttal – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Marktgemeinde St. Paul – Über die Gemeinde und Marktgeschichte
- Marktgemeinde St. Paul – Kunst & Kultur
- Marktgemeinde St. Paul – Örtliches Entwicklungskonzept 2025
- Marktgemeinde St. Paul – Bildung
- Benediktinerstift St. Paul – Museum und Stiftskirche
- Benediktinerstift St. Paul – Stiftskirche
- ÖBB-Infrastruktur – Abschnitt St. Andrä–Aich
Stand der Angaben: 08.10.2026
