ST. ANDRÄ KENNENLERNEN
St. Andrä: Ehemalige Bischofsstadt am Lavantufer
St. Andrä ist eine Stadtgemeinde im Bezirk Wolfsberg. Sie zählt 9.836 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 113,47 Quadratkilometer.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · St. Andrä (Kärnten) – Wikipedia, feste Artikelversion
Stadt und weites Gemeindegebiet
Der historische Stadtkern liegt auf einer Terrasse über der Lavant. Das Gemeindegebiet reicht vom unteren Tal auf die umliegenden Höhen und umfasst neben der Stadt mehrere Dörfer und Streusiedlungen. Flussräume und Hanglagen prägen dabei unterschiedliche Siedlungsbilder. Eine alte Verbindung durch das Lavanttal machte den Raum schon früh verkehrswichtig; drei Römerstraßen führten durch das heutige Gemeindegebiet. Römische Inschriften sind noch am Stadttor, in der Krypta der Pfarrkirche und auf Tafeln am Haus Elisabeth zu sehen.
Lavant wird zu St. Andrä
Die Geschichte der Stadt reicht in die karolingische Zeit. Eine Urkunde von 861 nennt Besitz des Erzbistums Salzburg „ad Lavantam“; 890 wird eine Kirche des heiligen Andreas ausdrücklich erwähnt. Im 13. Jahrhundert entstand hier ein Augustiner-Chorherrenstift, und 1228 wurde St. Andrä Sitz des Bistums Lavant. Der Markt ist 1234 belegt, als Erzbischof Eberhard II. Maut- und Salzzollrechte bestätigte. Der Marktgrundriss ist lang und rechteckig; er entspricht dem Muster weiterer Marktgründungen dieses Salzburger Erzbischofs. 1289 wird der Ort als Stadt bezeichnet. 1339 erhielt St. Andrä das Befestigungsrecht. 1859 wurde der Bischofssitz nach Marburg an der Drau verlegt.
Quellen: Stadtgemeinde St. Andrä – Geschichte
Domkirche mit bischöflichen Grabmälern
Die Stadtpfarrkirche St. Andreas war Kathedrale des Bistums Lavant. Ihr genaues Baudatum ist unbekannt; die kirchliche Überlieferung verbindet die Gründung mit dem Salzburger Chorbischof Modestus. Freskenreste aus dem 15. und 16. Jahrhundert sind in Seitenkapellen erhalten. Zu den Grabmälern gehören der Bildnisstein des Bischofs Laurenz Lichtenberger von 1446 und das Ritterbildnis Leonhards von Kollnitz aus dem Jahr 1517. Im 17. und 19. Jahrhundert wurden Mauern erhöht und Kreuzgewölbe eingezogen. Ein gotischer Nordturm ergänzt den älteren Westturm; deshalb stehen die zwei äußerlich ähnlichen Türme ungewöhnlich versetzt. Die dreibogige Westvorhalle kam 1876 hinzu. Eine umfassende Außen- und Innenrenovierung erfolgte 1962 bis 1965. Das Gotteshaus steht am südlichen Ende des Stadtplatzes und bildet mit Propstei und Residenz ein historisches Ensemble.
Quellen: Stadtgemeinde St. Andrä – Domkirche
Basilika und Stadtmauer
Die Wallfahrtskirche Maria Loreto erhielt 2014 den Rang einer Basilica minor. Die päpstliche Auszeichnung würdigt ihre lange Wallfahrtstradition und den großen Barockbau. Der Impuls ging von Fürstbischof Albert von Priamis aus: 1647 ließ er ein Gnadenbild nach dem Vorbild der Madonna von Loreto weihen. Der große Barockbau entstand später unter Fürstbischof Franz Caspar von Stadion. Daneben sind Reste der Stadtbefestigung sichtbar. Das älteste erhaltene Tor im Süden wurde 1339 im Zuge der Ummauerung errichtet; auch Teile der Ringmauer sind erhalten. Eine Urkunde von 1587 ordnete Arbeiten an einem Gang entlang der Mauer an. Bürger waren zum Ausbau und zur Verstärkung der Befestigung verpflichtet. Die Pfarrkirche Maria Rojach ist Ausgangspunkt des rund 266 Kilometer langen Marienpilgerwegs durch Kärnten; die Route führt weiter zur Basilika Maria Loreto und endet in Maria Luggau.
Quellen: Stadtgemeinde St. Andrä – Basilika Maria Loreto · Stadtgemeinde St. Andrä – Stadtmauer und Stadttore · Stadtgemeinde St. Andrä – Ausflugsziele und Marienpilgerweg
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- St. Andrä (Kärnten) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Stadtgemeinde St. Andrä – Geschichte
- Stadtgemeinde St. Andrä – Stadtmauer und Stadttore
- Stadtgemeinde St. Andrä – Domkirche
- Stadtgemeinde St. Andrä – Basilika Maria Loreto
- Stadtgemeinde St. Andrä – Ausflugsziele und Marienpilgerweg
Stand der Angaben: 08.10.2026
