NEUDORF KENNENLERNEN
Dorfgeschichte und kroatische Erinnerungskultur
Neudorf bei Parndorf liegt im Norden des Burgenlands, nahe Parndorf, auf 176 Metern Seehöhe. Die Gemeinde zählt 869 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 21,66 Quadratkilometer. Deutsch und Kroatisch prägen die Ortsgeschichte und das kulturelle Leben. Neudorf ist eine einzelne Ortschaft und Gemeinde.
Quellen: Neudorf bei Parndorf – Wikipedia, feste Artikelversion
Frühe Geschichte und Neubesiedlung
Am Westrand des Orts gefundene römerzeitliche Steinplatten- und Steinkistengräber belegen frühe Besiedlung. Eine Urkunde vom 26. November 1074 nennt Neudorf als „Nowendorf“. 1525 galt der Ort als „ödes Dorf“. In den 1570er-Jahren ließen die Freiherren von Harrach den Ort mit kroatischen Siedlern neu bestiften. Diese Niederlassung prägte die bis heute sichtbare Sprachgeschichte. Während der Magyarisierung musste ab 1898 der ungarische Ortsname Mosonújfalu verwendet werden. Bis 1920/21 gehörte das Gebiet zu Ungarn; seit 1921 ist es Teil des Burgenlands. Die wechselnden Namen und Siedlungsphasen erzählen von Grenzverschiebungen und Wiederaufbau, ohne dass eine einzelne Epoche die Ortsidentität allein bestimmt.
Quellen: Neudorf bei Parndorf – Wikipedia, feste Artikelversion
Bahn und kommunale Eigenständigkeit
1897 wurde Neudorf an die Bahnlinie Parndorf–Preßburg angeschlossen. Die Verbindung verknüpfte das Dorf mit einer überregionalen Strecke und blieb Teil seiner Verkehrsgeschichte. 1971 wurde Neudorf mit Potzneusiedl und Gattendorf zur Großgemeinde Gattendorf-Neudorf zusammengelegt. Die Bewohner strebten wieder eine eigene Verwaltung an; am 1. Jänner 1990 erlangte Neudorf seine Selbstständigkeit zurück. Stefan Mikula war der erste Bürgermeister nach der Trennung und führte die Gemeinde bis zu seiner Pensionierung 2017. So umfasst die jüngere Geschichte sowohl den Ausbau der regionalen Erreichbarkeit als auch die erfolgreiche Rückkehr zur kommunalen Eigenständigkeit.
Quellen: Neudorf bei Parndorf – Wikipedia, feste Artikelversion
Pfarrkirche zum heiligen Leonhard
Am östlichen Ortsrand steht die Pfarrkirche im alten Friedhof. Sie ist dem heiligen Leonhard geweiht. Die Kirche wird in die Zeit um 1074 datiert; die Pfarre selbst wurde 1579 errichtet. 1629 erfolgte ein Umbau. Weitere Renovierungen sind für 1930, 1959 und 1974 dokumentiert, die Benediktion der Kirche fand 2003 statt. Diese Folge macht die lange Nutzung des Gotteshauses sichtbar und trennt die Baugeschichte der Kirche von der späteren Einrichtung der Pfarre. Die Lage beim alten Friedhof verankert den Bau im historischen Ortskern und verbindet religiöse Praxis mit lokaler Erinnerung.
Heimathaus und kroatische Persönlichkeiten
Das Heimathaus im Gemeindehaus zeigt Kulturgut der kroatischen Ortsbevölkerung: Haus- und Landwirtschaftsgeräte, Schriften, Urkundenkopien, Fotografien zur Ortsgeschichte sowie Tracht und Brauchtum Neudorfs und benachbarter kroatischer Orte. Alle Exponate sind deutsch und kroatisch beschriftet; jährliche Sonderausstellungen ergänzen die Dauerschau. Mit Neudorf verbunden sind auch drei Persönlichkeiten, deren Arbeit Sprache und Bildung prägte. Der Ordenspriester Simon Knéfacz verfasste religiöse Bücher in burgenlandkroatischer Sprache. Mátyás Laáb übersetzte das Neue Testament ins Burgenlandkroatische. Ivan Kusztrich, Oberlehrer und Kantor, sammelte Volkslieder. Ihre unterschiedlichen Tätigkeiten zeigen, wie religiöse Literatur, Übersetzung und mündliche Überlieferung die kroatische Kultur im Ort bewahrten.
Quellen: Heimathaus Neudorf · Neudorf bei Parndorf – Wikipedia, feste Artikelversion
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
