ANDAU KENNENLERNEN
Andau: Am Weg der Freiheit
Andau liegt im offenen Heideboden, wo Felder und Weingärten bis an den Horizont reichen und der Windpark die flache Landschaft weithin sichtbar prägt. Die Marktgemeinde umfasst 47,30 Quadratkilometer und zählt 2.257 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Ihr bekanntestes Erinnerungszeichen führt an den Einserkanal und in die Geschichte des ungarischen Aufstands.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Geschichte & Kultur – Nationalpark-Gemeinde Andau
Waasen und Wandel der Landschaft
Das Gemeindegebiet liegt am nordwestlichen Rand der Pannonischen Tiefebene. Seine heutige Gestalt ist eng mit Wasser und Landwirtschaft verbunden: Im Waasen führten wiederkehrende Überschwemmungen lange zu Ernteschäden. Der Einserkanal, zwischen 1896 und 1898 gebaut, entwässerte weite Flächen und machte sie für die Bewirtschaftung nutzbar. Nach 1921 beschleunigte die Urbarmachung den Wandel; der Zuckerrübenanbau wurde zu einem wichtigen Wirtschaftszweig. Im Gemeindegebiet liegen Flächen des Nationalparks Neusiedler See–Seewinkel, dessen Landschaft von Landwirtschaft und naturnahen Bereichen geprägt ist. Auch die Energiegewinnung ist Teil des heutigen Landschaftsbildes: Der Windpark Andau–Halbturn nahm 2014 mit 79 Anlagen den Betrieb auf.
Quellen: Geschichte & Kultur – Nationalpark-Gemeinde Andau · Andau – Wikipedia, feste Artikelversion
Von Zantho bis zur Marktgemeinde
Die Gemeinde nennt bronzezeitliche Funde vom Backofenhügel als Hinweise auf frühe Besiedlung. Römische Münzen, Bronzeobjekte und Keramik wurden beim Meierhof Alberechtsfeld entdeckt. Schriftlich erscheint der Ort 1487 als „Zantho“; die Gemeinde deutet den Namen als Bezug zum ungarischen Wort „szántó“ für Acker. 1594 wurde bei einem Rückzug ein großer Teil des Dorfes niedergebrannt. 1859 vernichteten Heuschreckenschwärme einen Großteil der Ernte. Bis 1921 gehörte der Ort zu Ungarn und kam anschließend zum neu geschaffenen Burgenland. Die Gemeinde datiert Markterhebung und Verleihung des Gemeindewappens auf 1992. Die katholische Pfarrkirche geht auf einen 1747 errichteten Kapellenbau zurück, der später mehrfach erweitert wurde.
Quellen: Geschichte & Kultur – Nationalpark-Gemeinde Andau · Andau – Wikipedia, feste Artikelversion
Ein Grenzweg, der Menschen rettete
Als der ungarische Aufstand im November 1956 niedergeschlagen wurde, führte eine Fluchtroute über die Brücke von Andau nach Österreich. Die Gemeindegeschichte beziffert die Zahl der Menschen, die hier die Grenze überquerten, auf 70.000 bis 80.000. In Andau wurden Schulen, Kindergarten, Kino und weitere öffentliche Räume zu Auffanglagern; Einwohner und Hilfsorganisationen versorgten die Ankommenden, bevor Busse sie weiterbrachten. Die damalige Brücke wurde von sowjetischen Truppen zerstört. 1996 entstand an ihrer Stelle eine neue Verbindung, errichtet in einer grenzüberschreitenden Aktion österreichischer und ungarischer Soldaten. Die Brücke steht heute nicht isoliert als Denkmal: Entlang der Fluchtstraße entstand zwischen 1992 und 1996 eine Freiluftgalerie mit 90 Skulpturen auf österreichischer und ungarischer Seite. Auch der Film „Bockerer III“ wurde zu wesentlichen Teilen in Andau gedreht und nahm die Nachkriegszeit und den Kalten Krieg auf.
Quellen: Geschichte & Kultur – Nationalpark-Gemeinde Andau · Andau – Wikipedia, feste Artikelversion
Dorfleben am Heideboden
Die örtliche Geschichte erzählt vom Wandel eines agrarisch geprägten Ortes: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Schule und Zentralamtsgebäude errichtet, später kamen Grünflächen und Parkanlagen hinzu. Der Andauer Pusztasee wurde als Freizeitbereich mit Camping- und Mobilheimplatz sowie Sportmöglichkeiten entwickelt.
Quellen: Geschichte & Kultur – Nationalpark-Gemeinde Andau · Andau – Wikipedia, feste Artikelversion
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
