BAUMGARTEN KENNENLERNEN
Baumgarten / Pajngrt, Dorf an der Grenze
Baumgarten liegt nahe der ungarischen Grenze und zählt zu den burgenlandkroatischen Gemeinden des Bezirks Mattersburg. Die Gemeinde hat 921 Einwohnerinnen und Einwohner und umfasst rund 6,96 Quadratkilometer (Stand 1. Jänner 2026). Ihre einzige Ortschaft heißt Baumgarten; der kroatische Name lautet Pajngrt. Ein befestigter Kirchhof auf einer kleinen Erhebung, eine Dorfkirche und das etwas außerhalb gelegene Paulinerkloster erzählen von unterschiedlichen Formen religiöser und gemeinschaftlicher Geschichte.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Baumgarten (Burgenland) – Wikipedia, feste Artikelversion
Dorf an der ungarischen Grenze
Baumgarten ist ein kompaktes Straßendorf nahe der Staatsgrenze zu Ungarn. Am Ortsrand liegt der Grenzbahnhof an der Bahnstrecke Győr–Sopron–Ebenfurth. Der Kirchhof nimmt eine erhöhte Stelle ein; um die Kirche gruppiert sich ein Teil der historischen Bebauung. Diese räumliche Ordnung macht das Zentrum im Ortsgefüge deutlich. Eine zweite, ruhigere Landmarke liegt außerhalb der Siedlung: das frühere Paulinerkloster, das als „Ödes Kloster“ bekannt ist und heute mit einer alten Winterlinde verbunden wird.
Quellen: Baumgarten (Burgenland) – Wikipedia, feste Artikelversion
Pajngrt und die kroatische Tradition
Der kroatische Ortsname Pajngrt verweist auf die mehrsprachige Geschichte Baumgartens. Die Gemeinde ist Teil des Siedlungsgebiets der Burgenlandkroaten; diese Tradition prägte das religiöse und kulturelle Leben. Baumgarten gehörte bis 1921 zu Ungarn und wurde danach Teil des Burgenlandes und Österreichs. Im Ort blieb Kroatisch auch in der Kirche und im Gemeindeleben präsent. Historisch prägte Kroatisch auch das Schul- und Pfarrleben: Lehrer und Pfarrer waren lange Zeit Kroaten. Pfarrer Martin Mersich veröffentlichte 1963 eine Geschichte der Pfarre und verfasste ein kroatisches Diözesangebetbuch.
Quellen: Baumgarten (Burgenland) – Wikipedia, feste Artikelversion · Kloster von Baumgarten – Burgenland Tourismus · Baumgarten – Atlas Burgenland
Kirchhof und Paulinerkloster
Die katholische Pfarrkirche steht in einem von einer Wehrmauer umgebenen Friedhof. Der erhöhte Kirchhof liegt an der Stelle einer mittelalterlichen Burg und bildet den Mittelpunkt des Dorfes. Westlich der Siedlung liegt das 1475 gestiftete Paulinerkloster, eine spätgotische Anlage mit barocker Ausstattung. Nach einem Brand 1493 zogen die Mönche zunächst fort; 1743 wurde das Kloster erneut von Einsiedlermönchen besiedelt und 1782 aufgehoben. Die Winterlinde vor der Anlage wurde 1762 gepflanzt. So stehen der ummauerte Friedhof im Ortskern und das Kloster außerhalb der Siedlung für zwei unterschiedliche Kapitel Baumgartens. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurden Kirche und Turm durch Artilleriebeschuss beschädigt; 1948 erhielt die Kirche drei neue Glocken.
Quellen: Kloster von Baumgarten – Burgenland Tourismus · Baumgarten – Atlas Burgenland · Baumgarten (Burgenland) – Wikipedia, feste Artikelversion
Grenzraum und Wandel
Bis 1921 gehörte Baumgarten zu Deutsch-Westungarn; ab 1898 war amtlich der ungarische Name Sopronkertes vorgeschrieben. Mit der Entstehung des Burgenlandes änderte sich die staatliche Zuordnung, während der Bahnverkehr über Sopron Verbindungen nach Norden eröffnete. Auch das wirtschaftliche Profil wandelte sich: Landwirtschaft verlor im Verlauf des späten 20. Jahrhunderts an Gewicht, Pendeln und Dienstleistungen gewannen an Bedeutung. 2014 wurde am Rand der Gemeinde ein Windpark mit fünf Anlagen eröffnet. Ein Schulmeister ist bereits 1641 belegt; 1899 entstand ein zweiklassiges Schulhaus, das 1936 erweitert wurde. 1961 wurde der Wasserleitungsbau beschlossen, 1965/66 das Gemeindehaus errichtet und 1968/69 ein Schwimmbad gebaut. Die Volksschule wurde 1974 aufgelassen; 1978 entstand im benachbarten Draßburg ein neuer Schulbau.
Quellen: Baumgarten (Burgenland) – Wikipedia, feste Artikelversion · Baumgarten – Atlas Burgenland
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
