WETTMANNSTÄTTEN KENNENLERNEN
Wettmannstätten: Wo zwei Bahnlinien zusammentreffen
Wettmannstätten liegt im weststeirischen Hügelland am Schnittpunkt von Wieserbahn und Koralmbahn. Die Marktgemeinde hat 1.631 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 17,89 Quadratkilometer. Ihre sechs Ortschaften verteilen sich auf das Laßnitztal und die umliegenden Hügel. Spuren der Bronzezeit wurden bei Bauarbeiten im Tal entdeckt. Heute verbinden die Bahnstrecken den Ort mit der Region; Landwirtschaft, Gewerbe und Nahversorgung prägen das Gemeindegebiet. Zwei ausgewiesene Radwege führen durch Teile der Gemeinde und bieten einen Zugang zur Landschaft.
Laßnitztal und sechs Ortsteile
Zum Gemeindegebiet gehören Lassenberg, Schönaich, Weniggleinz, Wettmannstätten, Wohlsdorf und Zehndorf. Die sechs Ortschaften sind zugleich Katastralgemeinden. Die Laßnitz und ihre Seitentäler gliedern den Siedlungsraum; der Talboden nimmt Bahnstrecken und andere Verkehrswege auf. 1968 kamen mehrere bis dahin eigenständige Gemeinden und Gebietsteile zu Wettmannstätten. So erklärt sich, warum die heutige Marktgemeinde über den Hauptort hinausreicht. Der Verkehrsknoten ist ein weithin sichtbarer Teil dieses Raums: Hier treffen Wieserbahn und Koralmbahn aufeinander, während die Siedlungen auch an den Hängen und in kleineren Tälern liegen.
Arbeitsplätze und Auspendeln
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste in Wettmannstätten 157 Arbeitsstätten und 642 Beschäftigungsverhältnisse an diesen Arbeitsorten. 42,4 Prozent der Verhältnisse entfielen auf den sekundären Sektor; 78,3 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort in der Gemeinde pendelten aus. Zugleich lagen 58 Prozent der Arbeitsstätten im Dienstleistungssektor. Ein greifbares Beispiel für örtliche Versorgung ist der Gasthof Spar Gegg in Schönaich, für den die Gemeinde auch warme Küche nennt. Landwirtschaft ist ebenfalls sichtbar: Laut Gemeinde wird auf zahlreichen Äckern Kürbis angebaut; der Ölspur-Radweg führt durch Lassenberg, Wettmannstätten und Zehndorf.
Spuren von Bronzezeit bis Gegenwart
Im Laßnitztal gibt es archäologische Fundstellen aus verschiedenen Epochen. Besonders bemerkenswert ist ein bronzezeitlicher Brunnenkasten aus Wohlsdorf, der bei Bauarbeiten im Zusammenhang mit dem Koralmtunnel entdeckt und als großer Erdblock für Untersuchungen geborgen wurde. Funde aus dem Gemeindegebiet reichen außerdem in die römische Zeit; bei Zehndorf wurden Reste einer Römerstraße nachgewiesen. Die Pfarrgeschichte ist ebenfalls sichtbar: Die alte Kirche wurde 1969 abgetragen, Teile ihrer Ausstattung gingen in die neue Pfarrkirche zum heiligen Valentin über. Die heutige Kirche wurde in den 1960er-Jahren errichtet; ihre Fassade gestaltete der steirische Künstler Franz Weiß mit einem großflächigen Wandbild.
Bachufer und Bahnverbindungen
Am Saubach in Wohlsdorf und Schönaich ist ein Uferstreifen als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Die Verordnung nennt den Schutz der Gelben Teichrose als Zweck, weist aber keinen öffentlichen Zugang durch das Schutzgebiet aus. Für eine Erkundung der Landschaft eignen sich die von der Gemeinde beschriebenen Radwege besser: Der Ölspur-Radweg quert Lassenberg, Wettmannstätten und Zehndorf, hinzu kommt der Römerradweg. Auf längeren Alltagswegen ist die Bahn wichtig. Wieserbahn und Koralmbahn verbinden den Verkehrsknoten mit weiteren Zielen in der Steiermark. Bachschutz, Feldfluren und Bahntrassen liegen in diesem Talraum nahe beieinander, erfüllen jedoch ganz verschiedene Funktionen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Wettmannstätten – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024
- Marktgemeinde Wettmannstätten – Pfarrkirche zum Hl. Valentin
- RIS – Naturschutzgebiet Wettmannstätten, Teil des Saubaches
- Marktgemeinde Wettmannstätten – Spar Gegg
- Marktgemeinde Wettmannstätten – Radkarte
- Pfarre Wettmannstätten – Pfarrkirche und Patrozinium
Stand der Angaben: 14.10.2026
