MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Waldkirchen an der Thaya

Grenzgemeinde am ehemaligen Bahndamm

GEMEINDEKENNZIFFER32222
Kirche in Waldkirchen an der Thaya
Kirche in Waldkirchen an der Thaya · Foto: Fojsinek · „Kath. Pfarrkirche hl. Martin, Waldkirchen a. d. Thaya (06)“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
481
01.01.2026
Fläche
42,70 km²
Bevölkerungsdichte
11,3
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
3844
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

WALDKIRCHEN AN DER THAYA KENNENLERNEN

Waldkirchen an der Thaya: Grenzgemeinde am ehemaligen Bahndamm

Waldkirchen an der Thaya ist Marktgemeinde im Bezirk Waidhofen an der Thaya in Niederösterreich. Sie zählt 481 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 42,70 Quadratkilometer.

Bach, Wald und Grenzlage

Waldkirchen ist eine flächenmäßig große, dünn besiedelte Marktgemeinde. 31,46 Prozent der Fläche sind bewaldet; insgesamt umfasst das Gemeindegebiet 42,70 Quadratkilometer. Der Zlabingsbach durchzieht die Gemeinde und erreicht südlich davon die Deutsche Thaya. Mit Fratres reicht Waldkirchen bis an den Grenzraum zu Tschechien, wo ein Übergang nach Zlabings besteht. Seit 2026 bildet die Marktgemeinde nur mehr eine Ortschaft, während sieben Katastralgemeinden die historische Gliederung bewahren. Das heutige Bild setzt sich daher aus einer einzigen statistischen Ortschaft und mehreren ländlichen Siedlungsbereichen zusammen.

Landwirtschaft, Nahversorgung und Pendeln

2024 zählte Waldkirchen 63 Arbeitsstätten, zwei Drittel davon im primären Sektor. An den Standorten bestanden 106 Beschäftigungsverhältnisse; 55,7 Prozent entfielen auf den primären Bereich und 40,6 Prozent auf Dienstleistungen. Gleichzeitig pendelten 70,1 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort aus. Die Zahlen beschreiben verschiedene Bezugsgrößen: Betriebe am Ort und Wege der dort wohnenden Erwerbstätigen. Im ehemaligen Molkehäuschen verkaufen Bäuerinnen über einen Selbstbedienungsladen Lebensmittel von Lieferanten aus der Region. Obst, Gemüse, Milchprodukte, Fleisch, Eier und Honig machen lokale Erzeugung im Alltag sichtbar. Das Sortiment wechselt mit der Saison, während der Laden laut Gemeinde ganzjährig regionale Produkte anbietet.

Ein Zentrum im früheren Molkereiareal

Das Gemeindezentrum nutzt Räume eines früheren Molkereiareals, von dem die Gemeinde 1999 einen Teil erwarb. Nach Umbauten kamen dort der Bauhof, ein Gasthaus und ein großer Veranstaltungssaal mit Küche unter. Konzerte, Theater, Tanz, Kabarett und Bälle haben hier einen Platz; der Saal lässt sich auch für private Feiern mieten. Für die über mehrere Siedlungsbereiche verteilte Gemeinde ist das ein gemeinsamer Veranstaltungsort. Die Umnutzung erzählt zugleich etwas über den Wandel des Standorts: Aus Räumen der Milchverarbeitung wurde ein Zentrum für kommunale Aufgaben, Gastronomie und örtliches Kulturleben.

Kirche und Erinnerungskultur

Die Pfarrkirche St. Martin wird bereits 1188 erwähnt. Ihr romanischer Kern blieb nach einem Brand 1610 erhalten; im 18. Jahrhundert erhielt das Gotteshaus eine barocke Gestaltung. Südöstlich der Kirche steht ein Beinhaus aus dem Jahr 1773. Am Friedhof erinnert zudem eine Gedenkstätte an sudetendeutsche Heimatvertriebene aus Iglau und an Kinder, die 1945 während der Vertreibung starben. Diese Orte verbinden die lange lokale Kirchengeschichte mit den gewaltsamen Folgen der Grenzverschiebungen und Vertreibungen im 20. Jahrhundert.

Fratres als Kulturort an der Grenze

In Fratres ist das Museum Humanum Teil einer länger bestehenden Kulturbrücke. Die private Sammlung Peter Coreth wurde 1997 eröffnet; tausende Kulturzeugnisse werden dort nach Motivgruppen präsentiert. Die Veranstaltungsarbeit verbindet bildende Kunst mit Musik, Tanz, Literatur, Architektur und Film. Damit greift das Angebot die Lage am österreichisch-tschechischen Grenzraum auf und macht den Ort zum Treffpunkt für Kultur über Grenzen hinweg. Die Sammlung ordnet ihre Objekte nach thematischen Motiven und lädt dazu ein, wiederkehrende Bildformen aus unterschiedlichen Kulturkreisen zu vergleichen.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 09.10.2026

GEOGRAFIE

Waldkirchen an der Thaya auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung571
31.10.2021 · Registerzählung491
01.01.2026 · Bevölkerungsstand481

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
320
NUTS-3-Region
Waldviertel (AT124)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Waldkirchen an der Thaya

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.