WALDENSTEIN KENNENLERNEN
Waldenstein: Wallfahrt, Granit und Kneippwege
Waldenstein liegt südlich von Gmünd im Waldviertel. Die Gemeinde zählte am 1. Jänner 2026 1.198 Einwohner und umfasst 22,74 Quadratkilometer. Ihre Wallfahrtskirche, Granitlandschaften und ein Netz von Kneippstationen prägen die Wege durch den Ort.
Vom Adelssitz zur Gemeinde
1144 erscheint ein Adelramus von Waldenstein in einer Urkunde; er dürfte einen Sitz am alten Verbindungsweg zwischen Gmünd und Zwettl besessen haben. Um diesen Platz entwickelte sich die Siedlung. Die Kirche unterstand dem Patronat von Schweiggers und gelangte 1318 mit diesem an das Stift Zwettl. Im Dreißigjährigen Krieg plünderten Truppen 1619 den Ort; 1645 gingen Kirchenglocken teilweise zu Bruch. 1747 wurde Waldenstein bischöfliche, 1784 landesfürstliche Pfarre. Nach französischen und hessischen Einquartierungen 1809 bildeten Waldenstein und Groß-Höbarten 1850 eine Gemeinde. 1968 kamen Albrechts, Groß-Neusiedl, Klein-Ruprechts, Grünbach und Zehenthöf hinzu. Heute gehören sieben Ortschaften zur Gemeinde.
Die Kirche Maria mit der Hacke
Die Pfarrkirche entwickelte sich aus einer romanischen Burgkapelle mit Langhaus und Ostturm. Um 1400 erhielt sie einen gotischen Priesterchor. 1480 formte ein neues Gewölbe das Langhaus zu einer zweischiffigen Halle; zugleich wurde der Ostturm durch einen Westturm ersetzt. 1837 gestaltete man den Chorraum für den klassizistischen Hochaltar und eine neu erworbene Marienstatue um. Seit 1883 ist Waldenstein Wallfahrtsort, 1964 wurde die Kirche vergrößert. Das Lindenholzbild am Hochaltar misst mehr als 2,45 Meter; Maria ist mit dem Jesuskind dargestellt, die Hacke steckt in ihrer Schulter. Der Hauptwallfahrtstag ist Mariä Himmelfahrt am 15. August.
Dörfer und Granitspuren
Albrechts liegt nördlich des Hauptortes an der Straße nach Gmünd. Die Siedlung entstand im 12. Jahrhundert innerhalb der Kuenringischen Rodungsherrschaft; die Ortskapelle stammt aus dem 18. Jahrhundert. Groß-Neusiedl, südlich von Waldenstein, wurde im 12. Jahrhundert als neue Siedlung angelegt und trägt seinen heutigen Namen seit 1581. Klein-Ruprechts ist 1270 erstmals als Längsangerdorf belegt. 1783 wurde der Ort von Weißenalbern nach Waldenstein umgepfarrt; seine Kapelle ist von 1910. Groß-Höbarten wurde 1784 ebenfalls nach Waldenstein umgepfarrt und 1822 als Groß-Höbarten bezeichnet. Damals zählte es 25 Häuser. In der Flur Venusberg liegt ein frühmittelalterlicher Steinbruch. Nordwestlich der Katastralgemeinde Grünbach erhebt sich ein mittelalterlicher Hausberg mit einer Ringmauer aus Granitquadern.
Sole, Wasser und Rundweg
Bei Waldenstein 100, neben Sportrestaurant und Campingplatz, liegt die Gradieranlage mit Landschaftsteich. Sole tropft über Tannenreisig und Schlehdorn; die herabrieselnden Tropfen werden fein zerstäubt und reichern die Luft mit Salz an. Laut Landestourismus ist die Anlage täglich von Mitte April bis 30. Oktober kostenfrei zugänglich; von November bis voraussichtlich Mitte April bleibt sie witterungsbedingt geschlossen. Ein markierter Kneipprundwanderweg führt von Waldenstein über Albrechts, Groß-Höbarten, Klein-Ruprechts, Grünbach, Zehenthöf und Groß-Neusiedl zurück. Beim Sport- und Kulturzentrum liegen weitere Stationen: Wassertretbecken, Armbad im Granittrog, Barfußparcours und Schwimmteich. Für den Abschnitt zwischen Zehenthöf und Groß-Neusiedl weist der Tourenhinweis auf Straßenverkehr hin.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Waldenstein – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Geschichte der Gemeinde Waldenstein
- Wallfahrtskirche Waldenstein
- Gradieranlage mit Landschaftsteich Waldenstein
- Kneipprundwanderweg Nr. 70 – Waldviertel Tourismus
- Gradieranlage Waldenstein – Öffnungszeiten und Angebot
Stand der Angaben: 08.10.2026
