UNTERRABNITZ-SCHWENDGRABEN KENNENLERNEN
Unterrabnitz und Schwendgraben an der Rabnitz
Die Gemeinde Unterrabnitz-Schwendgraben liegt im Rabnitztal am Rand der Buckligen Welt. Sie umfasst die beiden Ortschaften Unterrabnitz und Schwendgraben auf 13,93 Quadratkilometer. 612 Menschen leben hier (Stand 1. Jänner 2026); rund zwei Drittel des Gemeindegebiets sind bewaldet.
Rabnitztal und bewaldete Hänge
Die Rabnitz verläuft durch die Gemeinde am Fuß der Buckligen Welt. Der Talboden liegt bei rund 314 Metern, die höchsten Lagen erreichen etwa 470 Meter. Etwa zwei Drittel der Fläche sind bewaldet, rund 27 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt. Unterrabnitz und Schwendgraben sind zwei Ortschaften und Katastralgemeinden. Das Gebiet verbindet damit Flussraum, offene Nutzflächen und bewaldete Hänge auf engem Raum. Die Rabnitz prägt den Talverlauf, während die Siedlungen an den Wegen zwischen Tal und Höhen liegen. Der Wechsel zwischen flachen Wiesen und bewaldeten Rücken ist sowohl in der Landschaft als auch in der Verteilung der beiden Ortsteile deutlich.
Von frühen Namen zur Gemeinde von heute
Die Ortsgeschichte reicht weit zurück: 860 ist die Form Wendt ad rappam überliefert, 1279 erscheint villa Rebza. 1605 wurden die Orte verwüstet. Im Gebiet gab es kroatische Siedlungen, die als Krowlat-Dorf bezeichnet wurden. Vier Grundherren teilten den Besitz, ehe die Esterházy ab 1697 alleinige Grundherren wurden. Die Gemeinde gehörte bis 1920/21 zu Ungarn; danach wurde sie Teil des Burgenlands. 1971 entstand die Großgemeinde Piringsdorf-Unterrabnitz-Schwendgraben. Die Auflösung trat 1991 in Kraft; seither bilden Unterrabnitz und Schwendgraben eine eigene Gemeinde. Der Doppelname hält beide Ortsteile im amtlichen Gemeindenamen sichtbar.
Bauwerke in Unterrabnitz und Schwendgraben
Die Heimsuchungskapelle wurde 1884 gestiftet und liegt am Weg in Richtung Schwendgraben. In Unterrabnitz befinden sich die Pfarrkirche zu den Heiligen Peter und Paul und das Kastell. Eine Dreifaltigkeitssäule aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ergänzt die religiösen Zeichen. In Schwendgraben befindet sich die eigene Ortskirche; die beiden Siedlungen besitzen damit getrennte kirchliche Bezugspunkte. Das Turmhaus in Unterrabnitz war ein früheres Esterházy-Kastell. Die Zuordnung der Bauwerke ist wichtig für das Verständnis des Doppelnamens: Pfarrkirche und das auch Turmhaus genannte Kastell prägen Unterrabnitz, während die Kapelle am Weg nach Schwendgraben den zweiten Ortsteil markiert.
Kastell, Kunst und frühe Siedlung
Das Turmhaus wurde 1970 zum Atelier des Künstlers Harro Pirch. Von dort entwickelten sich die Rabnitztaler Malerwochen als wiederkehrendes Kunstprojekt. Das Freilichtmuseum Frühmittelalterdorf vermittelt Siedlungs- und Alltagsgeschichte der Zeit von etwa 500 bis 1000. Das erste rekonstruierte Grubenhaus kam 2004 aus Rosenburg; mit dem Bau des Dorfes wurde 2006 begonnen, die Eröffnung erfolgte 2008. Die Gebäude orientieren sich an archäologischen Befunden. In der Gemeinde steht damit ein Museum zur frühen Siedlungsgeschichte neben einem Atelierstandort und einer Kunstveranstaltung, deren Beginn auf das Jahr 1970 zurückgeht. Das sind drei unterschiedliche kulturelle Bezüge im selben Talraum.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
