STRADEN KENNENLERNEN
Straden: Vier Kirchen über dem Vulkanland
Straden erhebt sich auf einem Hügel über den Tälern des südoststeirischen Vulkanlands. Die Marktgemeinde zählt 3.393 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 56,33 Quadratkilometer. Vier Kirchen bilden die weithin sichtbare Silhouette des historischen Zentrums; Weinberge, Felder und kleinere Siedlungen reichen über den Kirchberg hinaus.
Ein Ortskern auf dem Himmelsberg
Der zentrale Kirchberg bündelt Pfarrkirche, Florianikirche und die Doppelkirche St. Sebastian und Maria Schmerzen. Schon aus den umliegenden Tälern sind die Türme ein Orientierungspunkt. Am Hang ist auch die Wehrmauer erhalten, die den Markt einst schützte. Der historische Rundgang verbindet Kirchen, Mauer und Plätze; seine Stationen reichen von der Geologie bis in die jüngere Ortsgeschichte. Die Wege zeigen, wie eng religiöses Leben und Marktort hier beieinanderlagen. Anders als die verstreuten landwirtschaftlichen Siedlungen der Gemeinde bildet der Kirchberg einen kompakten, zu Fuß erkundbaren Ortskern. Seine Aussicht macht zugleich die Lage über der Kulturlandschaft deutlich.
Wein, Landwirtschaft und Verarbeitung
2024 zählte die Arbeitsstättenerhebung 436 Arbeitsstätten und 1.614 Beschäftigungsverhältnisse an Arbeitsstätten in Straden. Der primäre Sektor stellte 36,9 Prozent der Arbeitsstätten. Neben Weinbau und Direktvermarktung gehört Verarbeitung zur örtlichen Wirtschaft: In Grub II bereitet eine Soja-Anlage Bohnen zu eiweißreichem Futtermittel auf. Landwirte können dort ihre eigene Ernte verarbeiten lassen. Direktvermarkter bieten außerdem Gemüse, Getreide und Säfte an. So wird ein Teil landwirtschaftlicher Erzeugnisse innerhalb der Gemeinde weiterverarbeitet oder unmittelbar verkauft. Handel und Gastgewerbe im und um den Markt ergänzen die Betriebe in den vielen Ortsteilen.
Markt, Pfarre und regionale Mitte
Eine Pfarre in Straden ist seit dem 12. Jahrhundert belegt; der Ort entwickelte sich zum Marktmittelpunkt für umliegende Siedlungen. Die Pfarrkirche wurde im späten Mittelalter neu errichtet. Im 16. Jahrhundert entstanden Befestigungen und die Doppelkirche. Wallfahrten zur „Maria am Himmelsberg“ machten den Kirchberg später zu einem religiösen Ziel der Region. An den Kirchen sind diese Veränderungen bis heute abzulesen: Neubauten und Erweiterungen stehen neben älteren Bauteilen. Die Gemeindeseite nennt auch mittelalterliche Flechtwerksteine und eine Sonnenuhr aus dem 16. Jahrhundert. Wer dem Rundgang folgt, begegnet damit Spuren verschiedener Zeiten auf engem Raum.
Rundgang und offene Schauplätze
Der Straden-Rundgang erschließt Kirchen, Plätze und historische Spuren im Ortskern. Die Schauplätze im Freien sind nach Gemeindeangaben ganzjährig frei zugänglich; für einen geführten Rundgang ist eine telefonische Anmeldung nötig. Am Weg liegen Wehrmauer, Kirchplatz und Sonnenuhr. Ein eigener Themenweg führt mit acht Stationen um die Florianikirche und greift Feuerwehr und Alltagsthemen auf. Außerhalb des Kirchbergs wechseln Weinberge, Felder und kleine Siedlungen. So lassen sich ein kurzer Rundgang im kompakten Zentrum und ein längerer Weg durch die Kulturlandschaft verbinden. Wer die Kirchen von innen sehen möchte, sollte die jeweiligen Zugangszeiten vor dem Besuch prüfen. Der Themenweg beginnt beim Brunnen mit der Steinskulptur des heiligen Florian und führt an einem Rastplatz und einem Spielplatz vorbei.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Straden – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Straden im Steirischen Vulkanland
- Wirtschaft
- Geschichte
- Kulturelles Erbe
- Themenweg Habt ACHT
- Direktvermarkter
- Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindetabelle
- Biohof Gutmann – Vulkanland Soja
Stand der Angaben: 14.10.2026
