BAD RADKERSBURG KENNENLERNEN
Bad Radkersburg: Grenzstadt an der Mur
In Bad Radkersburg liegt die Mur zugleich am Rand der Stadt und mitten in ihrer Geschichte: Das gegenüberliegende Ufer gehört zu Slowenien. Die Stadtgemeinde im Bezirk Südoststeiermark zählte am 1. Jänner 2026 3.207 Einwohner und umfasst 29,96 Quadratkilometer.
Stadt und Gemeinde an der Grenze
Die historische Stadt liegt direkt an der Mur; Brücke und Ufer verbinden Bad Radkersburg mit Gornja Radgona auf slowenischer Seite. Dadurch reichen die kommunalen Aufgaben von der dicht bebauten Altstadt bis zu ländlichen Siedlungen an der Grenze. Die Murbrücke ist heute zugleich Grenzübergang und alltäglicher Verkehrsweg. Beiderseits des Flusses liegen benachbarte Stadtzentren, während Landesgrenze und Sprachgeschichte zum Stadtbild gehören. Die Flusslage war über Jahrhunderte Verkehrsweg und Grenzraum. Heute führt der Murradweg durch die Stadt und weiter in südliche Nachbarländer. Diese Verbindung von Grenzübergang, Flusslandschaft und kompakter Innenstadt macht Bad Radkersburg anders erfahrbar als eine reine Thermenstation.
Thermalwasser als wirtschaftliche Grundlage
2024 gab es in Bad Radkersburg 388 Arbeitsstätten; 77,3 Prozent lagen im tertiären Sektor. In den Arbeitsstätten wurden 3.017 Beschäftigungsverhältnisse gezählt, vor allem in Dienstleistungen. Bei einer Suche nach Erdöl stieß man auf eine Mineralwasserquelle. Später wurde das Wasser für Trinkkuren genutzt; die Thermalquelle versorgt heute die Parktherme und einige Hotelanlagen. Das Thermalwasser dient zudem therapeutischen Anwendungen und der Fernwärmeversorgung. Mineralwasser wird unter dem Namen „Long Life“ vertrieben. Das Beispiel erklärt, was der hohe Dienstleistungsanteil vor Ort umfassen kann: Beherbergung, Bad, Kurangebote und Versorgung.
Altstadt, Museum und Radweg
Der Hauptplatz bildet mit engen Gassen und historischen Bauten ein zusammenhängendes Stadtzentrum; seine Plätze und Arkaden prägen den Rundgang. Das Museum im alten Zeughaus erzählt in zwölf Ausstellungsräumen die Entwicklung der Stadt von frühen Besiedlungsspuren über die Handels- und Festungszeit bis zum Kurort. Seine Sammlung schließt eine Gruppe historischer Zunfttruhen ein. Von Mai bis Oktober ist das Museum an vier Wochentagen regulär geöffnet; in Randmonaten gibt es Führungen. Im Freien setzt sich die Stadtgeschichte in der Altstadt und an den Resten der Befestigung fort. Für Radfahrende liegt Bad Radkersburg am Murradweg, der entlang des Flusses nach Süden weiterführt.
Eine geteilte Stadt und ein neuer Kurort
Radkersburg wird 1182 erstmals urkundlich genannt; als Stadt erscheint der Ort 1299. Die Lage an Handelswegen entlang der Mur und aus Ungarn trug zum frühen Aufstieg bei. 1919 wurde die Stadt durch die neue Staatsgrenze geteilt: Oberradkersburg, das heutige Gornja Radgona, lag fortan jenseits der Mur. Erst 1969 wurde die Brücke wieder eröffnet. Nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg blieb die Wiederherstellung der Altstadt eine große Aufgabe; 1978 erhielt Bad Radkersburg dafür die Europagoldmedaille für Denkmalpflege. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kam die Kurfunktion hinzu: 1975 wurde Radkersburg zum Kurort erklärt, 1978 die Thermalquelle erschlossen. Brücke, Befestigungsreste und Badeanlagen zeigen diese unterschiedlichen Entwicklungsphasen noch heute.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Bad Radkersburg – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Statistik Austria: Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindetabelle Gebietsstand 2026
- Stadtgemeinde Bad Radkersburg: Stadtgeschichte
- Stadtgemeinde Bad Radkersburg: Quellengesellschaft
- Museum im alten Zeughaus: Aktuelle Ausstellungen und Öffnungszeiten
- Thermen- & Vulkanland: Historische Altstadt Bad Radkersburg
Stand der Angaben: 14.10.2026
