ST. PANTALEON KENNENLERNEN
St. Pantaleon zwischen Salzach, See und Bergbaugeschichte
Am Höllerersee treffen in St. Pantaleon bewaldete Ufer und die offene Innviertler Hügellandschaft aufeinander. Die Gemeinde im Bezirk Braunau liegt an der Salzach und grenzt an Bayern sowie südlich an Salzburg. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 3.334 Menschen; das Gemeindegebiet umfasst 18,33 Quadratkilometer.
Zwischen Salzach und Höllerersee
Das Gemeindegebiet reicht vom Salzachufer bis in die sanften Höhen des Oberen Innviertels. Es ist keine kompakte Siedlung: 15 Ortschaften verteilen sich auf die Katastralgemeinden St. Pantaleon, Steinwag und Wildshut. Der Höllerersee liegt in einer bewaldeten Senke und bildet einen deutlich anderen Landschaftsraum als die landwirtschaftlich genutzten Flächen. Am See werden neben dem Schwimmen auch Paddelsport und Angeln angeboten. Entlang der Salzach verlaufen Themenwege, die die Flusslandschaft und ihre Nutzung erschließen. So verbinden sich in der Gemeinde Ufer, Wald, Felder und kleine Ortszentren auf engem Raum.
Bergbau als prägende Vergangenheit
Das Innviertel wechselte 1779 mit dem Frieden von Teschen von Bayern zu Österreich. Die Grenzlage an der Salzach ist daher mehr als eine geografische Angabe: Der Fluss wurde aus einer innerbayerischen Verkehrsachse zur Staatsgrenze. Eine spätere Veränderung brachte die Braunkohle. In Trimmelkam förderte die Salzach-Kohlenbergbau-Gesellschaft von 1947 bis 1993 Kohle; die Siedlung und viele Vereine tragen den Bergbau noch im Namen. Das frühere Werksgelände ist heute ein sichtbarer Ort dieser Industriegeschichte. Eine Erinnerungsstätte bei Weyer erinnert an Zwangsarbeit während der NS-Zeit. Das Lager lag im heutigen Gemeindegebiet von Haigermoos, die Häftlinge mussten an der Moosach arbeiten. Die Brücke in der Nähe verbindet St. Pantaleon mit St. Georgen bei Salzburg und wurde als Brücke der Erinnerung gewidmet.
Arbeit zwischen Betrieben und Pendelwegen
Die Arbeitsstättenzählung 2024 weist für St. Pantaleon 221 Arbeitsstätten und 795 Beschäftigungsverhältnisse an diesen Standorten aus. 39,5 Prozent der dort Beschäftigten entfielen auf den sekundären Sektor; zugleich pendelten 80,1 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort aus. Die Zahlen zeigen, dass örtliche Arbeit und Wohnen hier unterschiedliche Einzugsgebiete haben. Eine konkrete Tätigkeit im Dienstleistungsbereich ist das Stiegl-Gut Wildshut: Die Gemeinde führt es als Gastbetrieb und Hotel im Ortsteil Wildshut. Dazu kommen weitere Gasthäuser und eine Jausenstation an verschiedenen Ortslagen. Der frühere Kohlebergbau in Trimmelkam gehört dagegen zur Geschichte; er ist kein heutiger Wirtschaftszweig.
Bahnstationen und gemeinschaftliches Leben
Die Bahnlinie Bürmoos–Ostermiething erschließt den nördlichen Teil des Gemeindegebiets: Neben Trimmelkam liegen mehrere Haltestellen der Salzburger Lokalbahn in der Gemeinde. Das erleichtert Wege in die Region, während die hohe Auspendlerquote zugleich zeigt, dass der Arbeitsalltag vieler Menschen über Gemeindegrenzen hinausreicht. Im Ort gibt es Kindergärten, Schulen, eine Mehrzweckhalle und Einrichtungen der Grundversorgung. Vereine knüpfen an unterschiedliche Seiten des Gemeindelebens an. In Trimmelkam halten Bergknappenchor und Bergknappenkapelle die Erinnerung an die frühere Kohleförderung präsent; Sportvereine und Initiativen am See schaffen andere Treffpunkte. Die Gemeinde ist daher sowohl Wohnort in einer ländlichen Umgebung als auch Teil der enger verflochtenen Arbeits- und Freizeitregion rund um Braunau und Salzburg.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- St. Pantaleon (Oberösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Sankt Pantaleon - Startseite
- Geschichte - Sankt Pantaleon - Startseite - Meine Gemeinde - Gemeinde - Geschichte
- Arbeitsstättenzählung 2024 – Gemeindeergebnisse
- Höllerersee – Gemeinde St. Pantaleon
- Gastronomie – Gemeinde St. Pantaleon
- Stiegl-Gut Wildshut – Gemeinde St. Pantaleon
- Themenwege an der Salzach – Gemeinde St. Pantaleon
Stand der Angaben: 10.10.2026
