ST. GALLENKIRCH KENNENLERNEN
St. Gallenkirch: Zwischen drei Ortsteilen und den Bergen
St. Gallenkirch verbindet den Hauptort mit Gortipohl und Gargellen und reicht vom Talboden bis in hochalpine Lagen. In der Gemeinde leben 2.237 Menschen (Stand 1. Jänner 2026); das Gebiet umfasst 127,86 Quadratkilometer.
Drei Ortsteile, ein weites Tal
Die Gemeinde folgt dem Verlauf des Montafons und umfasst neben St. Gallenkirch auch Gortipohl und Gargellen. Die Ill und der Suggadinbach prägen den Talraum, während sich beiderseits steile Berggebiete zum Rätikon und zum Verwall erheben. Nur ein kleiner Teil der großen Fläche ist landwirtschaftliche Nutzfläche; Wald, Alpen und hochalpine Landschaft bestimmen den Charakter. Diese Ausdehnung erklärt, warum die Ortsteile eigene Zentren und Wegebeziehungen haben. Gargellen liegt in einem Seitental nahe der Grenze zur Schweiz, während der Hauptort stärker mit den übrigen Montafoner Gemeinden verbunden ist. Naturgefahren wie Lawinen und Wildbäche gehören zur Siedlungsgeschichte des Berggebiets.
Tourismus und regionale Versorgung
Die Arbeitsstättenzählung 2024 zählt in St. Gallenkirch 232 Arbeitsstätten und 652 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort; 77,2 Prozent der Arbeitsstätten gehören zum Dienstleistungsbereich. Unter den aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort in der Gemeinde pendeln 66,6 Prozent aus. Der Fremdenverkehr schafft dennoch Arbeit und Dienstleistungen vor Ort: Bei Galgenul liegen die Talstationen der Valisera- und Grasjochbahn, die Sommergäste zu Wanderwegen und Wintergäste ins Skigebiet bringen. An der Talstation gibt es zudem einen Pumptrack als Freizeitangebot. In Gargellen erschließt eine weitere Bergbahn das Berggebiet. Beherbergung und Gastronomie begleiten diese Besucherströme in den einzelnen Ortsteilen; die Bahnen verbinden das Tal mit den höher gelegenen Angeboten.
Kirchen und alpine Besiedlung
Die Besiedlung war lange von Viehwirtschaft, Alpen und Maisäßen geprägt. Eine Pfarre zum heiligen Gallus ist spätestens 1483 belegt; der Name des Hauptorts geht auf diesen Kirchenpatron zurück. Gortipohl und Gargellen entwickelten eigene kirchliche Zentren, die den verstreuten Siedlungen bis heute erkennbare Ortskerne geben. Der Ausbau des Fremdenverkehrs begann im 20. Jahrhundert mit Bergbahnen und Skigebieten. Damit wandelte sich die Erwerbsstruktur: Saisonale Arbeit im Tourismus ergänzte Landwirtschaft und Handwerk. Zugleich blieb die Landschaft eng mit der Bewirtschaftung verbunden, etwa in den Maisäßgebieten, die als Zwischenstufen zwischen Talhöfen und Alpen genutzt wurden. Die Geschichte ist daher sowohl in den Kirchen als auch in den Wegen und Gebäuden der Streusiedlungen ablesbar.
Ortsleben zwischen Gargellen und Gortipohl
Mit 2.237 Einwohnern verteilt sich das Gemeindeleben auf mehrere Ortsteile. Kindergarten, Schule, Gemeindeamt und Versorgungseinrichtungen liegen nicht alle am selben Platz; der öffentliche Verkehr und die Straße verbinden deshalb den Hauptort mit Gortipohl und Gargellen. Diese Struktur bringt unterschiedliche Alltage zusammen: Im Hauptort liegen kommunale Angebote, während Gargellen stärker vom hochalpinen Umfeld geprägt ist. Auch kulturell ist das Gemeindegebiet vielfältig. Die Pfarrkirche St. Gallus, die Kirchen in Gortipohl und Gargellen sowie historische Maisäßsiedlungen geben den Ortsteilen jeweils ein eigenes Gesicht. Besucher erleben die Landschaft nicht als ein einzelnes Zentrum, sondern als Abfolge von Siedlungen, Seitentälern und Bergzugängen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- St. Gallenkirch – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Sankt Gallenkirch - Gemeinde - Zentrum - Unsere Gemeinde - Wissenswertes - Allgemeine Informationen
- Arbeitsstättenzählung 2024 – Gemeindetabelle
- Genossenschaftsmetzgerei Montafon – Gemeindeinformation
- Montafon Tourismus – Gaglaweg Gortipohl
- Montafon Tourismus – Bergbahnen im Montafon
- Montafon Tourismus – Pumptrack Galgenul
Stand der Angaben: 15.10.2026
