SCHNEPFAU KENNENLERNEN
Schnepfau an der Bregenzer Ach
Schnepfau folgt dem Tal der Bregenzer Ach zwischen Mellau und Au. Zur Gemeinde im Bezirk Bregenz gehören die Ortsteile Schnepfau und Hirschau; am 1. Jänner 2026 lebten hier 487 Menschen auf 16,53 Quadratkilometern.
Talraum und Siedlungsbild
Der Talboden liegt auf etwa 700 Metern, während die Gemeinde nach Norden zur Schnepfegg und nach Süden zu den Bergen rund um die Kanisfluh ansteigt. Das Siedlungsgebiet verteilt sich auf den Hauptort und Hirschau; dazwischen liegen Wiesen, Höfe und die Straße entlang des Tals. Die Bregenzer Ach war lange eine prägende Kraft: Bevor sie reguliert wurde, mussten die Bewohner immer wieder mit Hochwasser und Überschwemmungen umgehen. Heute zeigen die alten Bauernhäuser am Rand der ebenen Wiesen, wie eng die Siedlungsform mit Landwirtschaft und Talboden verbunden ist. Schnepfau wirkt dadurch weniger wie ein verdichtetes Zentrum als wie eine Folge kleiner, eigenständiger Ortsbilder.
Kapellen und gemeinsames Ortsleben
Die kirchliche Geschichte reicht weit zurück: Eine Kapelle auf der Schnepfegg ist bereits 1280 als Wallfahrtsort bezeugt. Die Pfarrkirche im Hauptort und die Kapellen in Hirschau und auf der Schnepfegg halten diese Geschichte im Ortsbild präsent. In Hirschau liegt die Martinskapelle mitten im Straßendorf; die höher stehende Lourdeskapelle enthält einen älteren Altar aus der Wendelinskapelle. Rund um den Dorfplatz in Schnepfau bilden Brunnen und Dorflinde einen Mittelpunkt. Die Gemeinde beschreibt die Linde als Naturdenkmal; auch die sogenannte Burg, ein bewachsener Inselberg, steht wegen ihrer Vegetation unter Schutz. Schule, Kindergarten und Mehrzwecksaal liegen im Schulhaus und bieten Raum für Unterricht, Vereine und Veranstaltungen.
Wirtschaft im kleinen Talort
2024 wurden in Schnepfau 72 Arbeitsstätten erfasst; 51,5 Prozent der dort Beschäftigten arbeiteten im sekundären Sektor. Neben den Höfen und dem Tourismus gehören Reparaturen und Handel zum örtlichen Angebot: Die Gemeinde führt unter anderem zwei Kfz-Betriebe in Schnepfau und Hirschau, die Fahrzeuge warten und instand setzen. Landwirtschaft prägt weiterhin die Wiesen und Vorsäße, während Gastgeber Ferienwohnungen und Hütten anbieten. 64 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort pendelten 2024 aus der Gemeinde aus. Im Betriebsverzeichnis stehen daneben Zimmereien und ein Sägewerk, die einen weiteren örtlichen Produktionszweig erkennen lassen.
Einblicke in Hirschau und auf der Schnepfegg
Im Hauptort stehen Pfarrkirche und Dorfplatz nahe beieinander; in Hirschau folgt die Martinskapelle dem Verlauf des Straßendorfs. Auf der Schnepfegg steht die Wendelinskapelle an einem alten Übergang über den Höhenrücken. Ein weiteres Besuchsziel ist die Kapelle Wirmboden am Fuß der Kanisfluh: Die frühere Kapelle war von einer Lawine zerstört worden. Sie wurde 2016 von den Vorsäßbesitzern neu errichtet und ist ganzjährig zugänglich. Von Schnepfau aus ist Wirmboden in schneefreien Monaten über eine rund zwei Kilometer lange Wanderung mit gut 200 Höhenmetern erreichbar. Der Weg führt damit aus dem Talboden in eine noch bewirtschaftete Vorsäßlandschaft.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Schnepfau – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- STATISTIK AUSTRIA – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse
- Geschichte – Gemeinde Schnepfau
- Sehenswürdigkeiten – Gemeinde Schnepfau
- Kapelle Wirmboden – Gemeinde Schnepfau
- Wirtschaft – Gemeinde Schnepfau
Stand der Angaben: 15.10.2026
