GABERSDORF KENNENLERNEN
Gabersdorf: Gemeinde zwischen Mur und Stiefing
Gabersdorf liegt östlich von Leibnitz zwischen den Ausläufern des oststeirischen Hügellandes und der Mur. Die Gemeinde hatte am 1. Jänner 2026 1.325 Einwohnerinnen und Einwohner und umfasst 19,82 Quadratkilometer. Das Gemeindegebiet besteht aus den Ortschaften Gabersdorf, Landscha an der Mur, Neudorf an der Mur und Sajach. Westlich des Hauptortes mündet die Stiefing in die Mur; durch das Gebiet verlaufen sowohl die A 9 als auch Verbindungen Richtung Leibnitz und Stiefingtal.
Flusslandschaft und Ortsteile
Die Nähe zu Mur und Stiefing ist ein wichtiges Merkmal der Landschaft. Die Mündung der Stiefing liegt westlich des Hauptortes; zugleich gehören mehrere voneinander getrennte Siedlungen zur Gemeinde. Landscha an der Mur und Neudorf an der Mur wurden 1962 mit Gabersdorf zusammengelegt. Diese Gemeindestruktur erklärt, warum öffentliche Einrichtungen und Vereinsleben mehrere Ortsteile verbinden. Der Bahnhof Leibnitz liegt weniger als zehn Kilometer entfernt, während die Pyhrn-Autobahn das Gemeindegebiet durchquert. Gabersdorf liegt damit an einer Verkehrsachse, bleibt aber in seiner Siedlungsform von Höfen, Wohnbereichen und landwirtschaftlich geprägten Flächen bestimmt.
Landwirtschaft und Energiearbeit
Statistik Austria zählte 2024 in Gabersdorf 144 Arbeitsstätten; 28,5 Prozent davon gehörten zum primären Sektor. Von 766 Beschäftigungsverhältnissen am Arbeitsort entfielen 59,4 Prozent auf die Produktion. Ein greifbares Tätigkeitsfeld liegt in Landscha an der Mur: Die Biogasanlage der Botres BGG GmbH verarbeitet regionale landwirtschaftliche Reststoffe zu Biomethan; Ende 2025 kam eine Aufbereitungsanlage hinzu. Am Renewable Gasfield wird außerdem grüner Wasserstoff erzeugt. Die Verbindung von Landwirtschaft und Energietechnik ist damit im Gemeindegebiet konkret zu sehen, ohne die gesamte Produktionsbeschäftigung zu erklären. 78,9 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort Gabersdorf pendelten 2024 aus der Gemeinde aus.
Eine Gemeinde organisiert Klimaschutz
Gabersdorf ist seit 2008 Teil des steirischen e5-Programms für energieeffiziente Gemeinden. Die Gemeinde dokumentiert den Austausch der Straßenbeleuchtung auf LED, Photovoltaikanlagen mit Bürgerbeteiligung und die Umstellung kommunaler Heizungen. 2022 erreichte Gabersdorf beim externen e5-Audit 77,3 Prozent und die höchste Auszeichnung des Programms. 2026 beschloss der Gemeinderat ein überarbeitetes Energieleitbild bis 2040 mit Schwerpunkten auf nachhaltigem Bauen, erneuerbarer Energie, klimafitter Vorsorge und umweltbewusster Mobilität. Diese Arbeit reicht über einzelne Anlagen hinaus: Sie betrifft kommunale Gebäude, Verkehr und die Beteiligung der Bevölkerung an der lokalen Energieversorgung.
Kirche, Treffpunkte und Wege
Die Pfarrkirche zum heiligen Leonhard steht im Hauptort. Der heutige Bau wurde ab 1693 errichtet und 1718 geweiht; die Leonhardwallfahrt gehört zur Ortsgeschichte. Neben Pfarre und Volksschule bietet das Sportkulturhaus Raum für Veranstaltungen und Vereine. Ein früherer Treffpunkt hat seine Funktion verändert: Das gemeindeeigene Café 101 schloss laut Gemeindemitteilung am 30. November 2024. Seine Räume werden seither für Veranstaltungen vermietet. Für Gäste ist daher die Kirche ein verlässlicher Ausgangspunkt für einen Rundgang durch den Ort; an der Landscha-Brücke besteht zudem Anschluss an den Murradweg R2. Die Gemeinde organisiert daneben E-Bus, E-Lastenrad und Klimatickets für die Mobilität ihrer Bevölkerung.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Gabersdorf (Steiermark) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Statistik Austria, Arbeitsstättenzählung 2024
- Gabersdorf E5
- Gabersdorf E5 Steiermark
- Gemeinde Gabersdorf – Wallfahrtskirche und Pfarre
- Gemeinde Gabersdorf – Gemeindenachrichten Dezember 2024
- Gemeinde Gabersdorf – Freizeit
- Botres BGG GmbH – Anlagenbeschreibung
- Klimaregion Gabersdorf-Schwarzautal – Wasserstoff
Stand der Angaben: 14.10.2026
