SANKT RADEGUND BEI GRAZ KENNENLERNEN
Kurort am Fuß des Schöckls
Sankt Radegund bei Graz liegt dort, wo die bewaldeten Hänge des Schöckls in das Grazer Bergland übergehen. Die Gemeinde umfasst 21,61 km² und zählte am 1. Jänner 2026 2.147 Einwohner. Ihre Ortsmitte und die Quellwege erzählen von einer Kurtradition, die im 19. Jahrhundert begann.
Vom Ortskern in die Schöcklhänge
Das Gemeindegebiet liegt am Fuß des Schöckls und reicht in höher gelegene Berglagen hinauf. Im Quellgebiet des Rabnitzbaches prägen Wälder, Hanglagen und kleine Wasserläufe die Umgebung. Sankt Radegund ist zugleich ein eigenständiger Wohnort und ein Ausgangspunkt für Erholung im Grazer Bergland. Der Ortskern liegt rund 15 Kilometer nordöstlich von Graz; die Nähe zur Landeshauptstadt macht Tagesausflüge und Pendelwege möglich, während die Landschaft unmittelbar am Siedlungsrand beginnt. Auf Gemeindegebiet befinden sich mehrere Höhen über 1.000 Meter. Die Höhenunterschiede bestimmen Wege, Aussichtspunkte und Freizeitangebote stärker als eine kompakte, ebene Ortsstruktur.
Dienstleistungen zwischen Kurort und Stadtregion
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste in Sankt Radegund 198 Arbeitsstätten mit 739 Beschäftigungsverhältnissen. 72,2 Prozent der Arbeitsstätten lagen im Dienstleistungssektor; dort entfielen 86,7 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort. Der Auspendleranteil unter den aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort in der Gemeinde betrug 77,2 Prozent. Das verbindet ein örtliches Dienstleistungsangebot mit Arbeitswegen in die Stadtregion. Die Gemeinde führt als konkrete Standorte die Schöckl-Seilbahn an der Schöcklstraße und einen Nahversorger an der Hauptstraße. Die Seilbahn dient Gästen als Zugang zum Berg; der Markt versorgt auch die Ortsbevölkerung. Beide Beispiele zeigen, dass Dienstleistungen hier sowohl den Alltag als auch die Naherholung bedienen.
Quellen und Spazierwege als Teil der Ortsgeschichte
Als Beginn des Kurorts gilt 1841, als der Arzt August Demelius um die Genehmigung für eine Kaltwasserheilanstalt ansuchte. Die gefassten Quellen wurden in Spaziergänge und Anwendungen eingebunden; das 1870 errichtete Kurhaus mit Cursaal wurde zum gesellschaftlichen Mittelpunkt der Kurgäste. Heute sind die Quellenwege ein dauerhaftes öffentliches Angebot. Drei beschilderte Runden verbinden insgesamt 22 gestaltete Quellen und verlaufen auf mehr als 17 Kilometern. Der örtliche Tourismusverband beschreibt ihre Entstehung und Routen; die Namen erinnern unter anderem an Stifter, Kurärzte und Gäste. Damit lassen sich Naturerlebnis und Ortsgeschichte auf demselben Weg erschließen, ohne dass die Quellen als medizinische Behandlung missverstanden werden müssen.
Naherholung und regionale Verbindungen
Der Schöckl ist ein wichtiges Ziel für Wandernde und Mountainbiker, zugleich bilden die Quellenrunden ein Angebot direkt im Ortsumfeld. Im Gemeindegebiet liegen auch Kalvarienberg und Pfarrkirche; sie verbinden religiöse Bauwerke mit Wegen durch den Ort. Der Kalvarienberg führt an zahlreichen Kapellen hinauf zur Kirche und zur Heiligen Stiege. Im Alltag wirken die Landschaft und die touristischen Angebote auf den lokalen Dienstleistungsbereich, während viele Erwerbstätige nach außerhalb pendeln. Eine Bahnstation gibt es in Sankt Radegund nicht; Verbindungen nach Graz erfolgen über die Straße und den regionalen Busverkehr. Für Besucher ist daher die Lage am Berg ebenso prägend wie die erreichbare Nähe zur Stadt.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Sankt Radegund bei Graz – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Arbeitsstättenzählung 2024 – Gemeindeergebnisse
- Quellenwege – Region Graz
- Kurhaus / Cursaal – Gemeinde Sankt Radegund
- Betriebe – Gemeinde Sankt Radegund
- Quellenwege St. Radegund – Gemeindebroschüre
Stand der Angaben: 14.10.2026
