RETTENEGG KENNENLERNEN
Rettenegg an zwei Sätteln
Rettenegg liegt an der steirisch-niederösterreichischen Grenze im Bezirk Weiz. Das Gemeindegebiet umfasst 78,87 Quadratkilometer; am 1. Jänner 2026 lebten hier 673 Menschen. Die Gemeinde erstreckt sich von den Fischbacher Alpen über den Wechsel bis zum Stuhleck und ist damit weitläufiger, als die kompakte Siedlung im Tal vermuten lässt.
Zwischen Feistritz und Stuhleck
Im Ortskern mündet der Pfaffenbach in die Feistritz. Zugleich treffen die Straßen vom Pfaffensattel und vom Feistritzsattel hier zusammen. Das Tal verbindet den südlichen Teil des Gemeindegebiets mit den Höhen des Stuhleck und des Wechsels; der höchste Punkt liegt auf 1.782 Metern. Die drei Ortschaften Feistritzwald, Inneres Kaltenegg und Rettenegg verteilen sich auf die Gemeinde, deren Fläche vor allem durch Wald- und Bergland geprägt ist. Der Höhenunterschied macht sich auch im Alltag bemerkbar: Die Ortsteile liegen weit auseinander, während viele Freizeitwege an den Bergflanken beginnen. Der nördliche Gemeinderand liegt am Höhenzug Pretul–Stuhleck; Teile des Wechselgebiets gehören ebenfalls zu Rettenegg. Die Wege zu den verstreuten Ortsteilen und den Ausgangspunkten der Bergtouren führen deshalb über das Tal und die beiden Sattelstraßen.
Kleine Arbeitsorte, starke Auspendelbindung
Die Arbeitsstättenzählung 2024 verzeichnet in Rettenegg 80 Arbeitsstätten und 197 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort. 62,4 Prozent dieser Beschäftigungsverhältnisse lagen im tertiären Sektor; 65,3 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort Rettenegg pendelten aus. Die Dienstleistungsstruktur ist im Ort greifbar: Ein Lebensmittelmarkt versorgt die Bewohner, Werkstätten reparieren Fahrzeuge, Gasthäuser bewirten Gäste. Daneben nennt die Gemeinde die Forellenzucht Kroisleitner in Rettenegg und eine Tischlerei in Inneres Kaltenegg. Damit reichen die örtlichen Tätigkeiten von Versorgung und Tourismus bis zu handwerklicher Arbeit und Fischzucht. In Feistritzwald nennt die Gemeinde eine Forstverwaltung und ein Waldbüro, die das ausgedehnte Waldgebiet als örtlichen Wirtschaftsraum erkennbar machen.
Die Waldbahn im Gedächtnis
Von 1911 bis 1958 verband die Feistritzwaldbahn Rettenegg und Steinhaus am Semmering. Die schmalspurige Bahn erschloss das obere Tal; heute erinnern Streckenreste und die Ausstellung „Die alte Waldbahn“ an diese Verbindung. Die Schau im Gasthof Rosinger zeigt Originalpläne im Maßstab 1:1000 und historische Fotografien. Im Gasthof wird so eine frühere Verbindung dokumentiert, die heute im Gelände nur noch stellenweise zu erkennen ist. Wer die Ausstellung sehen möchte, meldet sich zuvor telefonisch an.
Ein Sonnensystem am Bergweg
Der Planetenweg „Himmel auf Erden“ führt vom Sternenpavillon am Ortsrand rund sieben Kilometer bis zum Stuhleck. Elf Stationen stellen die Himmelskörper in einem Milliardenmaßstab dar, sodass Größen und Abstände entlang einer Bergwanderung vergleichbar werden. Der Weg ist frei zugänglich und wird als leichte bis mittelschwere Tour von Frühjahr bis Herbst empfohlen; bis zum Endpunkt sind rund 920 Höhenmeter zu überwinden. Im Tal ergänzen Hallenbad, Radwege und Wanderungen die Freizeitmöglichkeiten. Der Anstieg braucht laut Lehrpfadangabe rund drei Stunden; Parkplatz und Bushaltestelle liegen nahe beim Startpunkt.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Rettenegg – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde Rettenegg: Ausstellung Die alte Waldbahn
- BMLUK: Planetenweg Himmel auf Erden
- Statistik Austria: Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse
- Gemeinde Rettenegg: Gewerbebetriebe
- Gemeinde Rettenegg: Gastronomie
Stand der Angaben: 14.10.2026
