PISCHELSDORF AM KULM KENNENLERNEN
Pischelsdorf am Kulm: Markt und Werkstätten
Pischelsdorf am Kulm liegt im oststeirischen Hügelland zwischen Römerbach und Feistritz. Die Marktgemeinde hat 3.939 Einwohner (1. Jänner 2026) und umfasst 28,15 Quadratkilometer.
Marktort am Fuß des Kulms
Das Gemeindegebiet reicht von etwa 350 bis 700 Meter Seehöhe. Der Römerbach und seine Nebenbäche entwässern Richtung Feistritz; landwirtschaftliche Flächen und Wald prägen die Hänge. Der Marktort liegt auf einem südlich abfallenden Rücken. Acht Ortschaften gehören zur Gemeinde, die 2015 aus Pischelsdorf in der Steiermark, Kulm bei Weiz und Reichendorf gebildet wurde. Der Gipfel des Kulms liegt außerhalb der Gemeinde; als Landmarke ist der Berg dennoch von Pischelsdorf aus weithin sichtbar. Pischelsdorf übernimmt im Kulmland eine Versorgungsfunktion: Geschäfte, Schulen und Dienstleister konzentrieren sich im Markt, während die Ortsteile stärker von Höfen und einzelnen Siedlungen geprägt sind.
Bauen, Holz und industrielle Arbeit
Die Arbeitsstättenzählung 2024 zählt in Pischelsdorf 1.723 Beschäftigte in Arbeitsstätten; 72,7 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort pendelten aus. Zugleich bündelt die Gemeinde Produktionsarbeit: 52,4 Prozent der Beschäftigten in Arbeitsstätten entfielen auf den sekundären Sektor. In Hart fertigt Kulmer Holz-Leimbau Bauelemente aus Holz, darunter Kielstege, während die Unternehmensgruppe auch Hochbau und Betonbau anbietet. Die Produkte verbinden regional verfügbares Holz mit industrieller Verarbeitung und kommen bei Hallen und anderen Bauvorhaben zum Einsatz. Der Marktort ist damit nicht allein Einkaufs- und Schulstandort. Er bietet auch Arbeitsplätze in Herstellung und Bau, während viele Bewohner in andere Gemeinden pendeln.
Geschichte am Markt und am Berg
Die erste urkundliche Nennung des Gebiets datiert auf 1043. Im Mittelalter entwickelte sich Pischelsdorf unter Salzburger Einfluss; der Name geht auf „Bischofsdorf“ zurück. Die Pfarrkirche Peter und Paul wurde nach früheren Zerstörungen mehrfach erneuert und prägt gemeinsam mit dem Marktplatz das Zentrum. Der Färberturm erinnert an das handwerkliche und gewerbliche Leben des Marktes; heute ist dort ein Heimatmuseum eingerichtet. Archäologische Funde am Kulm in den Nachbargemeinden Puch und Stubenberg reichen bis in die Jungsteinzeit zurück. Sie erzählen von der älteren Geschichte der Landschaft um den heutigen Markt. Die drei früheren Gemeinden wurden 2015 zur Marktgemeinde zusammengeführt.
Kultur am Rastplatz
Seit den 1990er-Jahren bringt K.U.L.M. zeitgenössische Kunst in den ländlichen Raum. Aus einer früheren Schuhfabrik wurde mit dem Kulturstock 3 bereits 1995 in Pischelsdorf ein Ort für Ausstellungen, Lesungen und Gespräche. Im Gemeindegebiet liegt außerdem der Rastplatz K.U.L.M. an der B 54 mit der Aussichtsstiege „Nomadin“ und einem geodätischen Dom. Der Dom besteht aus einer früheren Radarkuppel. Am öffentlichen Rastplatz lässt sich die Anlage bei einer Fahrt durch die Region erkunden. Im Zentrum können Besucher den Färberturm und das Heimatmuseum aufsuchen. Der Rastplatz zeigt, wie die Initiative Kunst außerhalb eines Ausstellungsraums zugänglich macht. Vom Markt aus ist der Berg als Orientierungspunkt präsent, auch wenn sein Gipfel in der Nachbargemeinde liegt.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Pischelsdorf am Kulm – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- statistik-aest-2024
- kulmer
- pischelsdorf-bda
- kulmland
- pischelsdorf-official
- Landschaftsmuseum Färberturm – Verbund Linie
- Wenn Cézanne am Kulm auf Beuys trifft – Land Steiermark
Stand der Angaben: 14.10.2026
