PFAFFLAR KENNENLERNEN
Pfafflar: drei Siedlungen im Bschlabertal
Pfafflar verteilt sich auf das sonnseitige Bschlabs, das am Talende gelegene Boden und die nur saisonal bewohnte Höhensiedlung Pfafflar. Im Bezirk Reutte zählt die Gemeinde 88 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) auf 33,63 Quadratkilometern. Die Gemeinde liegt auf etwa 1.314 Metern Seehöhe. Das Bschlabertal zweigt vom Lechtal ab; über das Hahntennjoch führt im Sommer eine Passstraße weiter Richtung Imst.
Ein Seitental mit mehreren Zentren
Bschlabs liegt am Hang über dem Tal, Boden schließt das bewohnte Tal nach innen ab. Die drei Siedlungsbereiche liegen weit auseinander und unterscheiden sich in ihrer Funktion: Bschlabs ist Gemeindehauptort, während die Häusergruppe Pfafflar heute vor allem als Sommersiedlung genutzt wird. Steile Hänge und Höhenlage bestimmen Landwirtschaft, Wege und Gebäude. Die Passstraße führt im Sommer über den Bergkamm; im Winter ist das Hahntennjoch gesperrt. Von Boden führen ausgewiesene Wanderwege in die Lechtaler Alpen hinauf. Zwischen den bewohnten Weilern und der Höhensiedlung liegen nur wenige Straßenverbindungen; für Wege über den Pass und zu den Bergpfaden bestimmt die Jahreszeit den Zugang.
Kleine Arbeitsstätten, Landwirtschaft und Pendeln
Die Arbeitsstättenzählung weist für Pfafflar 2024 insgesamt 16 Arbeitsstätten und 30 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort aus. 25 Prozent der Arbeitsstätten lagen im primären Sektor; beim Beschäftigungsanteil entfielen 20 Prozent auf diesen Sektor. Die Zahlen zeigen, dass die Landwirtschaft trotz der kleinen Zahl örtlicher Arbeitsplätze einen spürbaren Anteil hält. Viehhaltung und Bergwiesenpflege sind hier an die kurze Vegetationszeit im Hochtal gebunden. 60,0 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort Pfafflar pendelten 2024 aus; für viele liegt die Arbeit somit außerhalb der verstreuten Siedlungen.
Vom Bergbauerngebiet zur Sommersiedlung
Pfafflar wurde im späten 13. Jahrhundert als Siedlungsgebiet greifbar; vier Schwaighöfe sind für 1284 überliefert. Die Höfe verbanden Viehhaltung und Ackerbau; Bergwiesen lieferten Futter für den Winter. 1894 wurde die Höhensiedlung Pfafflar als dauernder Wohnort aufgegeben; Bergbauern zogen in das tiefer gelegene Boden. Erst zwischen 1930 und 1937 wurde Bschlabs über Elmen an das Straßennetz angeschlossen; die Straße wurde bis Boden verlängert. Seit 1960 entstanden Schutzbauten gegen Lawinen entlang der Zufahrt. Das erklärt, warum die ganzjährig bewohnten Teile des Tals auch im Winter erreichbar sind, während die Hahntennjochstraße saisonal gesperrt bleibt.
Kirchen, alte Häuser und Wege im Tal
In Bschlabs steht die Wallfahrtskirche Maria Schnee am Ortseingang. In Boden bildet die Kirche zum heiligen Josef einen weiteren prägenden Bau; die Gemeindechronik dokumentiert ihre Baugeschichte und Ausstattung. Oberhalb des Talbodens bewahrt die Sommersiedlung Pfafflar alte Holzhäuser, die als Zeugnisse einer früheren Höhenlandwirtschaft gelten. Ein öffentlicher Themenweg erschließt mit Stationen die Landschaft am Streimbach und der Hölltalschlucht. Wer den Weg geht, erlebt neben den alten Häusern auch die steilen Einschnitte des Seitentals; vor einer Tour sind Wegbedingungen und Jahreszeit zu beachten. Der Weg der Sinne ist von der Gemeinde ausdrücklich als eigenes Besuchsziel ausgewiesen und führt über mehrere Brückenkonstruktionen.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 15.10.2026
