GEMEINDE · OBERÖSTERREICH

Moosdorf

Moorlandschaft, ein international tätiger Gewürzhersteller und ein sichtbares Friedenszeichen geben dem Ort ein eigenes Profil.

GEMEINDEKENNZIFFER40425
Pfarrkirche St. Stephan in Moosdorf
Pfarrkirche St. Stephan in Moosdorf · Foto: High Contrast · „Pfarrkirche von Moosdorf, April2012“ · Wikimedia Commons · CC BY 3.0 de · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 726
01.01.2026
Fläche
15,70 km²
Bevölkerungsdichte
109,9
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
5141
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

MOOSDORF KENNENLERNEN

Moosdorf am Ibmer Moor: Naturraum und Friedensgemeinde

Moosdorf liegt am Rand des Ibmer Moores im Oberen Innviertel. Die Gemeinde zählt 1.726 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 15,70 Quadratkilometer. Ihre Besonderheiten liegen nah beieinander: In Hackenbuch erinnert ein Museum an den Torfabbau, im Hauptort steht das Friedensdenkmal am Kirchenvorplatz, und in Elling wurden römische Siedlungsspuren freigelegt.

Leben am Rand des Ibmer Moores

Der Name Moosdorf verweist auf das Moor, das die Gemeinde mit den Frankinger Mösern und dem Waidmoos-Bürmoos-Komplex verbindet. Diese Moorlandschaft ist nicht nur Kulisse: Der Verein ARGE Kultur und Heimatpflege Rund ums Ibmer Moor engagiert sich für den Schutz von Flora und Fauna und betreibt seit 2008 in Hackenbuch das Moormuseum. Zu sehen sind Werkzeuge des Torfabbaus; Filme erklären die Tier- und Pflanzenwelt sowie die Geschichte Hackenbuchs als früheren Industrieort. So lässt sich beim Museumsbesuch nachvollziehen, wie sich Nutzung und Schutz desselben Naturraums über die Zeit verändert haben. Vom 30. März bis 10. November ist ein Besuch nach telefonischer Vereinbarung möglich. Für die Ortsteile ist Hackenbuch außerdem ein eigener historischer Bezugspunkt: Die Gemeinde nennt den Ort seit 1900 als Teil des Gemeindegebiets.

Arbeit vor Ort und Verbindungen nach außen

Am 31. Oktober 2024 verzeichnete die Arbeitsstättenzählung in Moosdorf 158 Arbeitsstätten und 636 Beschäftigte in Arbeitsstätten. 65,2 Prozent der Arbeitsstätten gehörten zum Dienstleistungssektor; 33,5 Prozent der dort Beschäftigten entfielen auf den sekundären Sektor. Zugleich pendelten 78,6 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort aus. Ein konkreter Produktionsbetrieb ist Zaltech International in der Salzburger Straße: Das Unternehmen entwickelt und produziert Gewürzmischungen für die Lebensmittelindustrie, darunter Anwendungen für die Fleischverarbeitung. Zaltech nennt selbst mehr als 95 Prozent Exportanteil und Kunden in über 50 Ländern. Die Zahlen zeigen damit zwei Seiten des Arbeitsorts: eine breite Dienstleistungsbasis und spezialisierte Produktion mit internationalen Absatzmärkten.

Friedensdialog am Kirchenplatz

Der Friedensdialog ist in Moosdorf an einem konkreten Platz sichtbar. Der unabhängige Verein entstand 2003; das Denkmal aus individuell gestalteten Ziegeln steht auf dem Vorplatz der Kirche und wird laufend erweitert. Interessierte können einen eigenen Ziegel gestalten. Die Gemeinde führt Moosdorf als Friedensgemeinde und nennt seit 2026 die Mitgliedschaft bei Mayors for Peace. Der Kirchenvorplatz ist damit zugleich ein öffentlich wahrnehmbares Erinnerungszeichen und ein Ort, an dem das Projekt weiterwächst. Eine 2026 veröffentlichte Friedenswanderung beginnt beim Denkmal und führt durch das Ibmer Moor; sie verbindet den Ortskern mit dem Landschaftsraum, ohne dass die Wanderung mit einem dauerhaft markierten Rundweg gleichzusetzen wäre.

Römische Spuren und Ortskirche

Die Gemeinde nennt die römische Besiedlung im Bereich des Mühlbachs bei Elling bis ins vierte Jahrhundert; bei einer archäologischen Ausgrabung wurden Reste einer villa rustica freigelegt. Der Ortsname ist um 1130 mit „Chunradus de Mostorf“ erstmals urkundlich überliefert. Moosdorf erhielt 1850 den Status einer eigenen Gemeinde mit den Katastralgemeinden Moosdorf und Stadl. Das heutige Gebiet umfasst neben dem Hauptort 14 weitere Ortschaften. Mühlbach wird in den Pfarrmatriken bis ins 19. Jahrhundert erwähnt und ist laut Gemeinde seit 2009 wieder eine eigene Ortschaft. Diese Veränderungen erklären, warum Gemeindegebiet und einzelne Ortsnamen nicht deckungsgleich sind. Im Zentrum steht die dem heiligen Stefan geweihte Kirche: Der Bau als Filialkirche von Eggelsberg begann 1682; nach mehreren Bränden wurde der Turm 1804 in seiner heutigen Form wiedererrichtet. Die Gemeinde berichtet außerdem von Restaurierungen seit 2002, darunter Dach, Turmkreuz, Fassade und Pflasterung.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 10.10.2026

GEOGRAFIE

Moosdorf auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 532
31.10.2021 · Registerzählung1 744
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 726

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
616
NUTS-3-Region
Innviertel (AT311)

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Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Moosdorf

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.