LIEZEN KENNENLERNEN
Stadt im Tal, Knoten im Ennstal
Liezen liegt am Nordrand des Ennstals am Fuß des Pyhrnpasses. Die Stadtgemeinde zählt 8.081 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 92,04 km²; sie ist Sitz der Bezirkshauptmannschaft. Der Talboden öffnet sich hier zwischen Pyhrnbach und Enns, während Straßen und Bahnlinien nach Westen, Osten und Norden weiterführen. Liezen ist damit Wohn- und Verwaltungsort und zugleich ein regionales Einkaufs- und Arbeitszentrum. Die heutige Gemeinde schließt seit 2015 auch Weißenbach bei Liezen ein.
Talstadt und Verkehrsverbindungen
Der Stadtkern liegt etwas nördlich der Enns, nahe der Einmündung des Pyhrnbachs. Das flache Tal öffnet sich westlich und östlich der Stadt, während der Pyhrnpass eine Verbindung nach Oberösterreich bietet. Die Ennstalstraße B 320 und die Pyhrn Autobahn A 9 führen Verkehr durch den Raum; der Bahnhof Liezen liegt an der Ennstalbahn. Liezen erfüllt Funktionen, die über seine Einwohnerzahl hinausreichen, etwa als Bezirkshauptstadt und Standort weiterführender Bildung. Diese Verbindungen sind für Einpendelnde und Kundschaft aus dem Bezirk wichtig. Die Stadt besitzt neben dem Bahnhof mehrere Schulstandorte; Kulturhaus und Ennstalhalle dienen als Veranstaltungsorte auch für Menschen aus der Umgebung.
Eine junge Stadt mit älteren Spuren
Liezen erhielt 1947 das Stadtrecht, doch die Siedlung ist deutlich älter. Eine römische Straßenstation am Weg über den Pyhrnpass lag im Gebiet; der Ort wird um 1130 als Luecen erwähnt. Der Passverkehr und der seit dem Mittelalter nachweisbare Eisenerzabbau am Salberg trugen zur Entwicklung bei. Vom historischen Ortsbild ist wenig erhalten, weshalb einzelne Bauwerke Orientierung geben: Die Pfarrkirche St. Veit ist seit dem 12. Jahrhundert belegt, die Kalvarienbergkirche am Salberg stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert.
Produktion, Handel und Dienste
In Liezen waren 2024 laut Arbeitsstättenzählung 817 Arbeitsstätten erfasst, 86,5 Prozent im tertiären Sektor. Die Beschäftigten in Arbeitsstätten summierten sich auf 6.572; 80,3 Prozent entfielen auf Dienstleistungen und 18,8 Prozent auf den sekundären Sektor. Das Verhältnis passt zur Rolle als Einkaufs-, Verwaltungs- und Versorgungszentrum, schließt industrielle Produktion aber nicht aus. Die Maschinenfabrik Liezen und Gießerei fertigt am Standort Stahlgussteile und Maschinen- beziehungsweise Anlagenkomponenten; die eigene Gießerei ergänzt den mechanischen Bau. Der kommunale Wirtschaftspark bündelt 32 Unternehmen auf rund 29.000 Quadratmetern, darunter Büro-, Werkstatt- und Lagerflächen. 45,9 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnsitz in Liezen pendelten aus.
Kirche, Kultur und Nahversorgung
Das heutige Stadtleben zeigt sich daneben in Bildungseinrichtungen, Kulturhaus und Ennstalhalle, die Veranstaltungen und regionale Angebote aufnehmen. Die Stadtgemeinde beschreibt Liezen als Einkaufsstadt; Geschäfts- und Dienstleistungsangebote konzentrieren sich im Kerngebiet. Das Kulturhaus ging aus einem Volkshaus hervor und wurde nach einem Umbau 1992 unter seinem heutigen Namen eröffnet. Die Ennstalhalle wurde 1999 eröffnet und dient neben dem Schulsport auch größeren Veranstaltungen. Beide Häuser zeigen, dass Liezen neben Handel und Verwaltung auch Räume für Sport und Kultur vorhält. Das Kulturhaus ist Veranstaltungsort, die Ennstalhalle dient besonders dem Schulsport und größeren Treffen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Liezen – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Stadtgemeinde Liezen – Sehenswürdigkeiten
- Stadtgemeinde Liezen – Wirtschaft in Liezen
- Maschinenfabrik Liezen und Gießerei – Homepage
- Arbeitsstättenzählung 2024 – Gemeindetabelle
- Stadt Liezen – Kulturhaus
- Stadt Liezen – Ennstalhalle
- Stadt Liezen – Wirtschaftspark Liezen
Stand der Angaben: 14.10.2026
