KRISPL KENNENLERNEN
Krispl und Gaißau: Leben in der Osterhorngruppe
Krispl besteht aus den beiden Ortschaften Krispl und Gaißau, die sich über ein hochgelegenes Seitental des Tennengaus verteilen. Die Gemeinde im Bezirk Hallein zählt 874 Einwohnerinnen und Einwohner (1. Jänner 2026) und umfasst 29,66 Quadratkilometer.
Ein Tal mit großen Höhenunterschieden
Das Gemeindegebiet liegt rund 25 Kilometer südlich von Salzburg in der Osterhorngruppe und folgt dem Tal des Mörtlbachs, der in den Almbach mündet. Am tiefsten Punkt liegt es auf etwa 630 Metern, während Schlenken und Schmittenstein im Süden 1.648 beziehungsweise 1.695 Meter erreichen. Krispl und Gaißau sind zwei getrennte Ortschaften in einer Landschaft aus bewaldeten Rücken, Wiesen und Almen. Mehr als drei Fünftel der Fläche sind Wald; etwa ein Viertel wird landwirtschaftlich genutzt. Zwischen den beiden Ortschaften liegen Bergstraßen und landwirtschaftlich genutzte Hänge; die Wege folgen dem Tal statt einem zusammenhängenden Ortskern. Das Gemeindeamt befindet sich in Gaißau, während die Pfarrkirche im Ort Krispl liegt.
Kleine Arbeitsorte, viele Wege nach außen
Für 2024 weist Statistik Austria in Krispl 117 Arbeitsstätten und 226 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort aus. 35 Prozent der Arbeitsstätten gehören zum primären Sektor; 21,2 Prozent der örtlichen Beschäftigungsverhältnisse entfielen darauf. Landwirtschaft ist damit ein sichtbarer Teil der lokalen Wirtschaft. Daneben bieten Gasthäuser und Almhütten Einkehr; die Schirla-Stub’m in Gaißau nennt ausdrücklich Wandernde als Gäste. Ihr Winterbetrieb ist laut Betreiber an Wochenenden mit ausreichend Schnee gebunden. 72,6 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort Krispl pendelten 2024 aus. Die Wohnortquote erklärt, warum örtliche Betriebe und Arbeitswege ins Umland zugleich zum Alltag gehören.
Pfarrdorf und bäuerliche Besiedlung
Gaißau wird bereits 1241 als Gaizzouwe urkundlich genannt, Krispl 1393. Die frühe schriftliche Überlieferung verweist auf bäuerliche Dienste und Weidewirtschaft; über lange Zeit prägten Viehhaltung und die Nutzung der Bergwälder das Gebiet. Eine Kirche auf den Krispeln ist für 1594 belegt. Sie gehörte zunächst zur Pfarre Kuchl, wurde im 18. Jahrhundert zum Vikariat und 1859 zur selbständigen Pfarre. Die heutige Pfarrkirche ist den Heiligen Peter und Paul geweiht und steht im Ort Krispl. Auch Schule und Gemeindeinstitutionen entwickelten sich schrittweise: Unterricht ist seit 1777 nachweisbar, ein eigenes Schulgebäude entstand 1830.
Wandern, Einkehren und Dorfleben
Von den Spielbergalmen führen markierte Wege zum Spielberg und Wieserhörndl; die Berge sind auch abseits der Wintersaison ein Wanderziel. Die Schirla-Stub’m in Gaißau nennt Sommergäste und Winterbetrieb an Wochenenden bei ausreichender Schneelage. Für Familien beschreibt der Tourismusverband einen Walderlebnisweg bei Gaißau mit Rätselstationen, Seilrutsche und Wasserspielplatz. Im Ort führt ein Dorfrundgang über den Stampfbichlsteig zum Martinekhammer, einem alten Schmiedehammer mit kleinem Handwerksmuseum. In Krispl verbindet ein Spazierweg die Pfarrkirche mit der Aussicht auf Schmittenstein und Gaißau. Entlang der alten Krispler Straße stehen noch Totenbretter: Sie erinnern an einen früheren Brauch, Verstorbene zunächst zu Hause aufzubahren und ihnen danach an den Bäumen zu gedenken.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Krispl – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Statistik Austria – Arbeitsstätten 2024, Gemeindetab
- Tourismusverband Krispl-Gaißau – Genuss
- Schirla-Stub’m – Jausenstation
- Erzdiözese Salzburg – Kirchenführer Pfarrkirche Krispl
- Tourismusverband Krispl-Gaißau – Wandern mit der Familie
Stand der Angaben: 13.10.2026
