KRAUBATH AN DER MUR KENNENLERNEN
Kraubath zwischen Mur und Serpentin
Zwischen Murtal und Seckauer Tauern treffen Badeort, bäuerliche Höfe und eine markante Serpentinitlandschaft aufeinander. Die Marktgemeinde Kraubath an der Mur zählt 1.347 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 27,45 Quadratkilometer.
Landschaft zwischen Tal und Gulsen
Kraubath liegt im mittleren Murtal zwischen Leoben und Knittelfeld. Das Gemeindegebiet reicht vom Talboden am Fluss in die bewaldeten Seckauer Tauern; der Klockkogel erreicht 1.576 Meter. Der Kraubathbach hat sich mit seinen Zuflüssen tief in die Landschaft eingeschnitten. Südlich davon öffnet sich die Laaser Senke, während der Gulsen als Serpentinitzug einen geologischen Gegenpol bildet. Der Hauptort liegt auf einem Schwemmkegel, den der Bach nach der letzten Eiszeit aufgeschüttet hat. So liegen auf engem Raum Tal, Bachschlucht, Senke und höheres Bergland nebeneinander. Die drei Ortschaften Kraubath an der Mur, Kraubathgraben und Leising bilden eine Gemeinde, deren Alltag durch die Verbindung von Talverkehr und den Seitentälern geprägt ist.
Vom Magnesitabbau zu heutigen Arbeitswegen
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste in Kraubath 120 Arbeitsstätten und 314 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort. Zwei Drittel der Arbeitsstätten entfielen auf Dienstleistungen; 78,7 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort Kraubath pendelten aus. Für den Ort ist zugleich die Landwirtschaft sichtbar: Die Gemeinde nennt in ihrem Gutscheinverzeichnis Höfe mit Milch, Obst, Gemüse und Holz, daneben Bäckerei, Gastronomie und Handwerk. Das Verzeichnis zeigt konkrete Angebote, aber keine vollständige Branchenstatistik. Die örtlichen Arbeitsplätze und die Wege in umliegende Zentren ergänzen sich. An der Gulsen wurde zwischen etwa 1860 und 1922 Magnesit abgebaut; eine 1907 errichtete Magnesithütte gehört zur Wirtschaftsgeschichte und ist kein heutiger Betrieb.
Ein Ort mit langer Siedlungsgeschichte
Funde aus Steinzeit, Hallstattzeit und Römerzeit zeigen, dass der Raum schon lange genutzt wurde. Kraubath erscheint um 1050 als Chrowata in einer Urkunde; die Pfarrkirche zum heiligen Georg ist 1196 schriftlich belegt. Die Pfarrseite hebt ein spätgotisches Kruzifix aus dem Jahr 1520 hervor. Die Kirche ist damit ein sichtbarer Bezugspunkt, an dem sich die lange religiöse Geschichte des Ortes nachvollziehen lässt. Eine selbständige Gemeinde wurde Kraubath 1850. Im 20. Jahrhundert veränderten Straßenbau und Infrastruktur den Talraum: Beim Bau der Schnellstraße S36 wurde zwischen 1985 und 1988 der Badesee angelegt. Die heutige Erholungsnutzung hat damit eine konkrete Verbindung zur Verkehrsgeschichte des Murtals.
Freizeit am Wasser und auf Wegen
Die Gemeinde nennt Radwege, Mountainbiketouren, Reitmöglichkeiten, einen Schilift, Tennisplätze und den Badesee als örtliche Freizeitangebote. Der Seckauer Alpenradweg zweigt vom Murradweg ab und führt über die Laaser Senke Richtung Gaal; damit verbindet die Route das Mur-Tal mit dem Bergland. Der Badesee ist ein klar ausgewiesener Badeort und ergänzt die Wegeangebote um eine sommerliche Nutzung. Das Ortsleben zeigt sich auch in Vereinen und Einrichtungen wie Musikverein, Bücherei, Feuerwehr und Volksschule, die in den Gemeindeinformationen regelmäßig vorkommen. Besucher können die Pfarrkirche als historisches Ziel und den Badesee als Freizeiteinrichtung ansteuern; für den Badebetrieb gelten saisonale Bedingungen, weshalb aktuelle Hinweise der Gemeinde maßgeblich sind.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 14.10.2026
