HIRSCHBACH IM MÜHLKREIS KENNENLERNEN
Hirschbach im Mühlkreis: Kräuter, Kunst und Granitlandschaft
Hirschbach liegt im hügeligen Mühlviertel, wo Felder, Wald und Granit den Alltag prägen. Die Gemeinde zählt 14 Ortschaften; am 1. Jänner 2026 lebten hier 1.218 Menschen auf 23,67 Quadratkilometern. In Thierberg befindet sich ein Standort der Österreichischen Bergkräutergenossenschaft, deren Mitglieder aus dem Mühlviertel kommen.
Höhenlage zwischen Feldern und Kleiner Gusen
Der Hauptort liegt auf rund 640 Metern Seehöhe, das Gemeindegebiet zieht sich über mehrere Höhenrücken. Vierzehn Ortschaften gehören dazu, darunter Guttenbrunn, Thierberg und Unterhirschgraben; im Gemeindegebiet entspringt die Kleine Gusen. Das Gemeindegebiet misst etwa 6,4 Kilometer von Nord nach Süd und 8,4 Kilometer von West nach Ost. Mehr als sechzig Prozent der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt, etwa ein Drittel ist bewaldet. Zwischen den Weilern wechseln offene Felder mit Waldstücken und Granitböden. Die Wege verbinden Höfe und kleine Siedlungskerne, während der erhöhte Hauptort den Blick über das Freistädter Mühlviertel öffnet. Diese Streuung erklärt, warum Hirschbach nicht nur aus dem namensgebenden Ortskern besteht.
Einrichtungen und Vereinsleben
Kindergarten und Volksschule liegen im Gemeindegebiet. Für Vereine und pfarrliche Gruppen ist das Pfarrzentrum ein gemeinsamer Treffpunkt; die Pfarre stellt die Räume örtlichen Organisationen kostenlos zur Verfügung. Auch die Landjugend trägt zum Vereinsleben bei: Rund 50 Mitglieder organisieren unter anderem ein jährliches Sonnwendfeuer im Juni. Das Bauernmöbelmuseum in der Edlmühle ergänzt die örtlichen Kulturangebote. Im ehemaligen Antriebsraum werden jedes Jahr mehrere Sonderausstellungen gezeigt.
Spätgotische Kirche und bemalte Bauernmöbel
Die Pfarre Hirschbach ist seit 1374 belegt; die heutige Pfarrkirche entstand laut Gemeinde zwischen 1480 und 1490. Ihre spätgotische Architektur prägt den erhöhten Ortskern. Die Wallfahrtstradition ist mit der Quelle in Grünbrunn verbunden. Die Kirche blieb in ihrer Bausubstanz über rund fünf Jahrhunderte weitgehend erhalten; bei der Renovierung 1905 bis 1908 kamen drei gotische Rosettenfenster aus Granit mit Glasmalerei hinzu. Eine andere lokale Geschichte entstand in den Werkstätten: Zwischen etwa 1780 und 1860 fertigten Tischler und Zimmerleute kunstvoll bemalte Bauernmöbel. Truhen, Kästen und Tische erhielten dekorative Muster, darunter das sogenannte Hirschbacher Sträußl. Diese Möbelproduktion machte Hirschbach zu einem Zentrum der regionalen Handwerkstradition. Die Edlmühle bewahrt heute Möbel und Gegenstände aus bäuerlichem Alltag; zum Bestand gehören auch Arbeiten regionaler Künstler. In der Kirche wird zu Weihnachten zudem eine Kastenkrippe aus dem Jahr 1769 aufgestellt.
Kräuterwirtschaft und Arbeitsplätze vor Ort
Die Arbeitsstättenzählung 2024 weist in Hirschbach 132 Arbeitsstätten mit 332 Beschäftigten in Arbeitsstätten aus. 25,0 Prozent dieser Beschäftigten arbeiteten im primären Sektor. Ein örtlicher Anknüpfungspunkt ist die Österreichische Bergkräutergenossenschaft an der Adresse Thierberg 1. Ihr Regionalprofil nennt mehr als 70 bäuerliche Mitgliedsbetriebe aus dem Mühlviertel; am Standort Hirschbach befinden sich die Kräuterei, ein Lager und die Produktion. Die Mitglieder trocknen ihre Kräuter laut Profil zunächst auf den Höfen. Danach entstehen durch Mischen und Weiterverarbeiten Tees, Gewürze, Sirup und Kräutersalze. Der Standort bündelt damit Verarbeitung und Verkauf regionaler Erzeugnisse.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Hirschbach im Mühlkreis – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Wirtschaftsindex A–Z – Gemeinde Hirschbach
- Bauernmöbelmuseum Hirschbach – Sammlungen
- Pfarrkirche Hirschbach im Mühlkreis – Gemeinde
- Österreichische Bergkräutergenossenschaft – Standort Hirschbach
- Arbeitsstättenzählung 2024 – Gemeindeergebnisse
- Landjugend Hirschbach im Mühlkreis – Gemeinde
- Pfarre Hirschbach – Pfarrzentrum/Jugendzentrum
Stand der Angaben: 10.10.2026
