HAIBACH OB DER DONAU KENNENLERNEN
Haibach ob der Donau: Leben über der Schlögener Schlinge
In Haibach ob der Donau steigt das Land unmittelbar vom Donaustrom hinauf zu bewaldeten Höhen. Die Schlögener Schlinge bildet im Nordwesten einen markanten Abschnitt der Gemeindegrenze. Haibach zählt 1.273 Einwohnerinnen und Einwohner (1. Jänner 2026) und umfasst 25,53 Quadratkilometer. Das Gemeindegebiet im Bezirk Eferding verteilt sich auf 35 Ortschaften; zwischen Ufer, Hochflächen und Seitentälern liegen damit sehr unterschiedliche Lebensräume.
Ein Gelände mit starken Höhenunterschieden
Am Donauufer liegt das Land bei etwa 280 Metern, steigt stellenweise steil auf rund 500 Meter und erreicht am Kalvarienberg 562 Meter. Weiter südlich zieht sich hügeliges Gelände bis in das tief eingeschnittene Tal der Aschach. Fast die Hälfte der Gemeindefläche ist bewaldet, gut ein Drittel wird landwirtschaftlich genutzt. Die Schlögener Schlinge ist das weithin sichtbare Wahrzeichen.
Landwirtschaft und Tourismus
In Haibach waren 2024 insgesamt 132 Arbeitsstätten erfasst. 41,7 Prozent lagen im primären Sektor, der größte Anteil unter den fünf Gemeinden dieser Gruppe; 19,6 Prozent der 367 Beschäftigungsverhältnisse entfielen auf diesen Sektor. Die Zahlen beziehen sich auf Arbeitsstätten am Standort und Beschäftigungsverhältnisse, nicht auf Unternehmen oder Erwerbstätige am Wohnort. Eine zweite örtliche Tätigkeit ist der Ausflugstourismus: Die Gemeindeseite weist markierte Wanderwege aus und nennt geführte Touren an der Schlögener Schlinge und über das Haibacher Hochplateau. Das verbindet die Landschaft mit örtlichen Angeboten für Wanderer, Radfahrende und Gäste des Römerparks.
Römerzeit und Burg Stauf
Die Geschichte reicht weit vor die heutige Gemeinde zurück. Funde aus der Hallstattzeit belegen frühe Besiedlung; zur Römerzeit gehörte das Gebiet zum Donaulimes. Das Kleinkastell Schlögen war Teil dieser Grenzanlage, und an mehreren Orten wurden Baureste gefunden. Die erste urkundliche Nennung Haibachs stammt aus dem Jahr 1121. Wenige Jahre später ist auch die Burg Stauf belegt. Sie war über Jahrhunderte mit den Schaunbergern verbunden; von Bergfried, Palais und Vorburg sind heute noch Hauptmauern erhalten. Die Ruine liegt in Privatbesitz. Diese Spuren machen die Lage zwischen Donau und Hügelland als strategischen Raum verständlich: Der Fluss war Grenze und Verkehrsweg, während Burgen die Übergänge und das Hinterland kontrollierten.
Wege und Aussichtspunkte
Wer Haibach zu Fuß oder mit dem Rad erlebt, bewegt sich zwischen Flussufer, Steilstufen und Hochflächen. Der Donausteig und regionale Wanderwege führen zu Aussichtspunkten über die Schlögener Schlinge und verbinden Naturerlebnis mit historischen Orten. Der Römerpark Schlögen verweist auf die römische Befestigung, während die Burgruine Stauf an die mittelalterliche Herrschaft erinnert. Die Pfarrkirche im Ortszentrum und die Kirche St. Nikola in Inzell verankern die verstreuten Ortsteile in ihren eigenen Ortsmitten. Der Alltag bleibt stark dezentral: 35 Ortschaften liegen in zwei Katastralgemeinden, und die Wege zwischen ihnen führen teils durch steile Täler. Die Donau ist daher zugleich Nahraum und Trennlinie; die Ausblicke auf ihre Schlinge gehören zu den Besonderheiten, die Besucher ebenso wahrnehmen wie die Menschen, die hier wohnen.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 10.10.2026
