GMUNDEN KENNENLERNEN
Gmunden: Keramikstadt zwischen Rathausplatz und Traunsee
Gmunden liegt am Nordufer des Traunsees, dort, wo die Traun den See verlässt. Die Stadt verbindet historische Plätze mit einem ausgedehnten Uferbereich und den bewaldeten Hängen von Grünberg und Traunstein. Am 1. Jänner 2026 zählte Gmunden 13.142 Einwohnerinnen und Einwohner; das Gemeindegebiet umfasst 63,74 Quadratkilometer. Die Stadt ist nicht nur ein beliebter Aufenthalt am See, sondern auch Produktionsstandort: Gmundner Keramik fertigt ihre Ware weiterhin in der Stadt. Keramik begegnet Besucherinnen und Bewohnern auch im Stadtraum – an Rathaus, Wegen und Plätzen.
Stadt am Nordufer
Der Traunsee bildet einen großen Teil des Gmundner Gemeindegebiets. Im Zentrum treffen Ufer, Rathausplatz, Hafen und Altstadt aufeinander; über die Esplanade führen Wege entlang des Wassers. Die Stadt liegt zugleich zwischen steilen Berghängen und dem See, weshalb ebene Bauflächen knapp sind. Die Traunseetram und der Bahnhof verbinden Gmunden mit dem nördlichen Umland, während Schiffe Orte am Seeufer anfahren. Der Rathausplatz war früher Umschlagplatz für Salz, Getreide und Kalk. Heute wird er von Wochenmarkt und Veranstaltungen genutzt.
Arbeit in der Keramikstadt
2024 zählte die Statistik Austria in Gmunden 1.655 Arbeitsstätten und 10.881 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort. 76,1 Prozent dieser Beschäftigungsverhältnisse lagen im Dienstleistungssektor. Neben Handel, Gesundheit und öffentlichen Diensten bleibt die Herstellung von Keramik eine konkrete lokale Produktion. Die Gmundner Keramik Manufaktur verarbeitet Ton und formt, glasiert und bemalt Geschirr in Gmunden. Das typische grüngeflammte Dekor ist dabei nicht nur ein touristisches Symbol: Es entsteht am Produktionsstandort selbst. Die Stadt beschreibt das Flammen als fortgeführte Technik und Teil des österreichischen immateriellen Kulturerbes. Die Kennzahlen beziehen sich auf die Stadtgemeinde, die Firmenbeschreibung auf den einzelnen Betrieb.
Von der Fayence zum Grüngeflammten
Gmunden wurde durch Salzhandel und Keramikhandwerk geprägt. Die erste urkundliche Erwähnung eines Hafnerhauses stammt aus 1492. In den folgenden Jahrhunderten entstanden Fayencen und Kachelöfen; die Technik des Flammens entwickelte sich zum charakteristischen Dekor. Seit 1903 besteht die Gmundner Tonwarenfabrik am heutigen Standort der Manufaktur. Das Stadtmuseum und das Haus der Keramik bewahren Beispiele der Produktion und verorten sie in der Entwicklung des Handwerks. Die Geschichte ist damit nicht bloß eine Reihe alter Werkstätten: Sie erklärt, weshalb Keramik in Gmunden bis heute hergestellt und im öffentlichen Raum sichtbar gemacht wird.
Schloss Ort und öffentliche Wege
Das Seeschloss Ort liegt auf einer kleinen Insel im Traunsee und ist über eine 123 Meter lange Brücke erreichbar. Die Stadtgemeinde nutzt das Gebäude als Museum und Veranstaltungsort; auch Tagungen, Kulturveranstaltungen und private Feste finden dort statt. Der Keramikpfad führt durch die Innenstadt zu öffentlichen Keramikarbeiten, vom Glockenspiel am Renaissance-Rathaus bis zu Reliefs, Zunftschildern und Skulpturen am See. So lässt sich das Handwerk außerhalb der Manufaktur entdecken. Am Ufer ergänzen Badeplätze und die Esplanade den öffentlichen Raum. Gmunden zeigt seine Geschichte damit sowohl in einzelnen Bauwerken als auch im täglichen Stadtspaziergang.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Gmunden – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Rathausplatz: historischer Warenumschlag und heutige Märkte
- Keramikgeschichte, Hafnerhaus 1492, Tonwarenfabrik 1903, Manufaktur
- Gmundner Keramik: Fertigungsschritte und Produktion in Gmunden
- Schloss Ort: Insel, Besitz und heutige Nutzung, Zeilen 213–225
- Keramikpfad und Glockenspiel, Zeilen 245–285
- Gemeindetab_(Gebietsstand_2026), Zeile 1016
Stand der Angaben: 10.10.2026
