BAD HALL KENNENLERNEN
Bad Hall: Kurstadt mit langer Gesundheitstradition
Bad Hall ist eine Stadtgemeinde, deren Geschichte und Gegenwart von einer Jodsolequelle geprägt sind. Die Stadt liegt im Bezirk Steyr-Land und zählt 5.899 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026); ihre Fläche umfasst 13,36 Quadratkilometer. Kurpark, Gesundheitsangebote und ein gewachsener Ortskern geben dem Ort ein klares Profil.
Vom Salzsiederort zum Heilbad
Die Quelle am Sulzbach wurde lange zur Salzgewinnung genutzt. Schon die Stiftungsurkunde des Klosters Kremsmünster von 777 erwähnt dort Salzsieder. Erst im 19. Jahrhundert entwickelte sich daraus ein Badebetrieb: 1829 entstand im Hinterhof des Hauses Hauptplatz 15 die erste private Heilbadeanstalt; 1855 folgten ein zentrales Badehaus und der Quelltempel. Die heilende Nutzung des Jod-Brom-Wassers prägte anschließend das Stadtbild mit Kurhäusern, Villen und Einrichtungen für Gäste. Bad Hall wurde 1878 offiziell „Bad“ genannt und 2001 zur Stadt erhoben.
Gesundheit, Handel und Beschäftigung
2024 verzeichnete Bad Hall 449 Arbeitsstätten mit 3.236 Beschäftigungsverhältnissen am Arbeitsort; die Auspendlerquote der Erwerbstätigen mit Wohnsitz in der Stadt lag bei 69,0 Prozent. Die Werte beschreiben unterschiedliche Dinge: Arbeitsstätten sind keine Unternehmen, Beschäftigungsverhältnisse keine zwingend verschiedenen Personen. Ein ortstypischer Wirtschaftszweig ist Gesundheit und Therapie. Das EurothermenResort führt Therme und Hotel, während das Physikarium Jodsole-Bäder, Inhalationen, Packungen und Augentherapien anbietet. Daneben zeigt das städtische Branchenverzeichnis lokale Angebote aus Handel und Dienstleistungen. Das Physikarium liegt an der Franz-Josef-Straße 7, die Therme mit Hotel an der Kurpromenade.
Kurpark als öffentliche Landschaft
Der Kurpark ist frei zugänglich; der kommunale Eintrag weist ihn auch als für Rollstuhlnutzer geeignet aus. Die Tourismusinformation nennt 35 Hektar mit mitteleuropäischen und exotischen Bäumen, teils aus dem 19. Jahrhundert, sowie Wegen entlang von Biotopen. Der historische Garten wurde Mitte des 19. Jahrhunderts angelegt und später erweitert. Spazierwege und der Musikpavillon verbinden Erholung mit dem Kulturleben der Stadt. Am Rand des Kurparks liegen zentrale Einrichtungen des Kurortes, darunter das Gästezentrum und das EurothermenResort. Die Landesvilla von 1912 liegt ebenfalls im Park; der Jugendstilbau entstand nach Plänen von Maurice Balzarek. Auch im Winter sind die Spazierwege größtenteils geräumt.
Stadttheater und Forum Hall
Bad Hall zeigt seine Entwicklung auch in Gebäuden, die frühere Nutzungen weitertragen. Das ehemalige Kaiser-Franz-Josef-Badehaus beherbergt heute das Forum Hall mit Heimatmuseum, Handwerkermuseum und einer Sammlung historischer Haustüren. Über hundert Türen und Tore aus dem Traunviertel zeigen Beschläge und Symbolik; im Handwerkermuseum sind Geräte und Zeugnisse von mehr als zwanzig Berufen zu sehen. Geöffnet ist das Museum von Anfang April bis Ende Oktober: donnerstags bis samstags nachmittags, an Sonn- und Feiertagen auch vormittags; Gruppen können Führungen voranmelden. Das Stadttheater setzt einen weiteren kulturellen Akzent: Sein Programm umfasst Oper, Operette und Musical. Zusammen mit den Konzerten im Kurpark prägen diese Angebote den öffentlichen Kalender unabhängig vom Badebetrieb. Der denkmalgeschützte alte Bahnhof an der Bahnhofstraße 12 beherbergt heute den Busbahnhof, ein Café, eine Apotheke und Geschäfte; die früheren Bahnstrecken sind abgetragen.
Quellen und Belege
- Wirtschaft in Bad Hall
- Bad Hall – Zahlen und Fakten
- Kurpark und Sulzbacher Biotop
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeergebnisse 2024 (ODS)
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Bad Hall – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- EurothermenResort Bad Hall – Physikarium und Jodsoletherapien
- Forum Hall – Öffnungszeiten und Service
- Stadt Bad Hall – Landesvilla
- Oberösterreich Tourismus – Alter Bahnhof Bad Hall
- EurothermenResort Bad Hall – Kontakt und Anreise
- Forum Hall – Die Türen-Sammlung
- Forum Hall – Das Handwerker-Museum
Stand der Angaben: 12.10.2026
