ASCHAU IM ZILLERTAL KENNENLERNEN
Aschau im Zillertal an der Engstelle des Tals
Aschau im Zillertal liegt an einer Engstelle zwischen vorderem und hinterem Zillertal. Der Ziller teilt das Gemeindegebiet; Aschau gehört damit zu den wenigen Gemeinden, die beide Talseiten umfassen. Am 1. Jänner 2026 zählte der Ort 1.893 Einwohnerinnen und Einwohner auf 20,27 Quadratkilometern.
Der Ziller als Mitte und Grenze
Der Hauptort liegt am Talboden, verstreute Weiler und Distelberg reichen an die Hänge. Der Ziller trennt hier nicht nur Ufer, sondern auch historische kirchliche Zuständigkeiten. Vom Fluss auf rund 550 Metern steigen die Höhen bis über 2.000 Meter an den Randgebirgen. Wald, Höfe und Almen bestimmen die Hanglagen, während sich Wohnen und Verkehr in der Talenge konzentrieren. Die Landesstatistik beziffert den Dauersiedlungsraum 2025 auf 7,5 Quadratkilometer oder 37,1 Prozent der Gemeindefläche. Wer vom Talboden zu den Weilern hinaufgeht, sieht daher rasch, wie eng Siedlungsflächen und bewirtschaftete Hänge ineinandergreifen. Wege über den Ziller verbinden beide Seiten im alltäglichen Verkehr.
Aschau und Distelberg
Aschau und Distelberg sind die zwei Ortschaften der Gemeinde. Der Name Aschau erinnert an die frühere Auenlandschaft am Ziller; Distelberg erscheint bereits im 12. Jahrhundert in Urkunden. Im Hauptort steht die Pfarrkirche „Zu unserer Lieben Frau vom Siege“, in Distelberg die Filialkirche St. Leonhard. Die Bundesdenkmalliste verzeichnet beide Bauten im Gemeindegebiet. Die Kirchen liegen auf verschiedenen Seiten des Flusses und veranschaulichen, warum ältere kirchliche Zuständigkeiten nicht einfach einer einzigen Dorfmitte folgen. Der Weg zwischen beiden Orten führt zugleich vom dicht genutzten Talboden in den Hangbereich. So wird die zweite Ortschaft auch abseits des Hauptortes sichtbar und erreichbar.
Landwirtschaft und Gästebetriebe
Für 2024 zählt die Arbeitsstättenzählung in Aschau 155 Arbeitsstätten; 70,9 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort liegen im Dienstleistungssektor. Ein anschaulicher Betrieb ist das Ferienresort Aufenfeld in Aschau. Campinggäste finden dort einen Badesee und ein Hallenbad; das Kraftreich bietet zusätzlich Klettern, Yoga und Fitness. Für den Freizeitpark nennt der Betreiber auch einen Eintritt für externe Gäste. Unterkunft, Badebetrieb und Sport schaffen damit verschiedene Aufgaben am selben Standort. Daneben gehören landwirtschaftliche Höfe zum Wirtschaftsbild der Hänge. Zugleich pendeln 77,8 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort Aschau aus. Die Zahlen zeigen, dass örtliche Gästebetriebe und tägliche Arbeitswege aus der Gemeinde nebeneinander bestehen.
Von Aschowe zur Gemeinde am Fluss
Distelberg ist um 1180 und Aschau 1309 als „Aschowe“ urkundlich belegt. Der Name Aschau verweist auf Eschen und die Auwälder des früheren Talbodens. Erst 1973 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Distelberg mit Aschau vereinigt. Die Filialkirche St. Leonhard erinnert an die ältere Eigenständigkeit Distelbergs, während die Pfarrkirche im Hauptort Mitte des 19. Jahrhunderts entstand. Damit lassen sich beide Siedlungsgeschichten noch an den Kirchen ablesen. Heute bildet der Ziller eine räumliche Zäsur, doch beide Seiten gehören zur selben Gemeinde. Die bewaldeten und landwirtschaftlich genutzten Hänge reichen dabei auf beiden Ufern über den Talboden hinaus.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Aschau im Zillertal – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindetabelle
- Land Tirol – Regionsprofil Statistik 2025 Aschau im Zillertal
- Bundesdenkmalamt – Tirol Denkmalliste 2025
- Zillertal Tourismus – Erlebnisanlage Aufenfeld
- Ferienresort Aufenfeld – Erlebnispark und Camping
Stand der Angaben: 15.10.2026
