GEMEINDE · TIROL

Fritzens

Ein Unterinntaler Ort, in dem Bahn- und Siedlungsgeschichte ineinandergreifen

GEMEINDEKENNZIFFER70309
Blick über das Inntal auf Fritzens
Blick über das Inntal auf Fritzens · Foto: HellasX · „Fritzens AT6122“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.5 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
2 171
01.01.2026
Fläche
6,14 km²
Bevölkerungsdichte
353,8
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
6122
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

FRITZENS KENNENLERNEN

Fritzens zwischen Bahn und Plateau

Fritzens liegt am Inn, doch sein Bahnhof erzählt auch von einem Gutshof, der für die Eisenbahn weichen musste. Die Gemeinde im Bezirk Innsbruck-Land hat 2.171 Einwohner und 6,14 Quadratkilometer.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Fritzens – Wikipedia, feste Artikelversion

Zwischen Inn und Gnadenwalder Plateau

Der kompakte Ort liegt im Unterinntal am Fuß des Gnadenwalder Plateaus. Südlich bildet der Inn die Gemeindegrenze; nach Norden steigt das Gelände bewaldet an. Fritzener Bach und Bärenbach gliedern die Hänge und münden in den Talraum. Das Dorf entstand auf Schotter, den ein spät eiszeitlicher See zurückließ. Vom Bahnhof Fritzens-Wattens führen Bahnverbindungen in beide Richtungen des Inntals; die Nähe zu Wattens und Hall erweitert den Alltagsradius. Landwirtschaftliche Flächen liegen neben Siedlungen und Verkehrsachsen. Wer durch den Ort geht, erlebt deshalb eine enge Verzahnung von Talboden, Bahn und Wohngebiet, während die bewaldeten Höhen direkt hinter den Häusern beginnen.

Quellen: Fritzens – Wikipedia, feste Artikelversion · Gemeinde Fritzens - Startseite

Eine Siedlung mit langer Vorgeschichte

Oberhalb des heutigen Dorfes liegen die Fundplätze am Pirchboden. Die Gemeindechronik datiert die dortigen Spuren einer rätischen Siedlung in das sechste Jahrhundert vor Christus; Funde aus Fritzens gaben der Fritzner-Sanzeno-Kultur ihren Namen. Im Mittelalter stand in der Ortsmitte ein Meierhof, aus dessen Teilung Bauernhöfe hervorgingen. Der Bau der Westbahn brachte einen weiteren Einschnitt: 1856 wurde der Ansitz Fritzensheim zum Bahnhof umgenutzt, nachdem eine Kapelle dem Bahnbau hatte weichen müssen. Das Gebäude diente mehr als ein Jahrhundert als Station und wurde 1969 abgetragen. Im 20. Jahrhundert veränderten Arbeiterwohnhäuser und die Siedlungstätigkeit von Swarovski das frühere Bauerndorf. Der historische Wandel ist am Verhältnis von Bahn, Wohnen und Industrie bis heute ablesbar.

Quellen: Fritzens – Wikipedia, feste Artikelversion · Gemeinde Fritzens - Startseite - Unser Fritzens - Geschichten aus Fritzens · Gemeinde Fritzens - Startseite - Gemeindeamt - Einrichtungen - Dorfchronik · Gemeinde Fritzens – Der Bahnhof

Pendlerort mit Handel und regionalen Arbeitsplätzen

Für Fritzens weist die Arbeitsstättenzählung am 31. Oktober 2024 158 Arbeitsstätten und 677 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort aus. 83,1 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort pendelten aus. Gut drei Viertel der Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort entfielen auf Dienstleistungen. Der Ort ist damit eng in den Arbeitsraum des Unterinntals eingebunden. Als konkrete Tätigkeit vor Ort nennt die Gemeinde die Wertstoffsammelstelle der Firma Troppmair: Dort werden Wertstoffe gesammelt und zur Wiederverwertung bereitgestellt. Daneben bestehen landwirtschaftliche Betriebe auf den Flächen am Ortsrand. Die Bahn ermöglicht die Fahrt zu Arbeitsplätzen im Inntal und macht die lokalen Geschäfte auch aus Nachbarorten erreichbar.

Quellen: Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindetab (Gebietsstand 2024) · Fritzens – Wikipedia, feste Artikelversion · Gemeinde Fritzens - Startseite · Gemeinde Fritzens – Die Fresken · Gemeinde Fritzens – Wertstoffsammelstelle Fa. Troppmair

Kirche als Bilderbuch der Ortsgeschichte

Die Pfarrkirche prägt den Ortskern. Ihre Fresken des Malers Franz Xaver Fuchs erzählen nicht nur biblische Szenen: Das Hauptbild zeigt die Auffindung des „Fritzner Hauptes“ vor einer älteren Ortsansicht. Das Fritzenheim und eine Schlosskapelle sind dargestellt. Die Fresken entstanden 1936 und wurden später während der NS-Zeit teilweise verändert; die übermalte Figur Dollfuß wurde nach Kriegsende wieder freigelegt. Besucher können die Kirche als öffentlich zugängliches Gotteshaus aufsuchen; aktuelle Gottesdienstzeiten veröffentlicht die Pfarre. Ein zweiter Anlaufpunkt ist der Bahnhof Fritzens-Wattens. Das heutige Stationsgebäude wurde 1968 neben dem alten Ansitz Fritzensheim errichtet; der Ansitz wurde 1969 abgetragen. Am nahen Kreisverkehr markiert ein Stahlbär den Weg in den Ort. Bücherei, Volksschule und Kinderbetreuung ergänzen das dörfliche Alltagsangebot.

Quellen: Gemeinde Fritzens – Die Fresken · Gemeinde Fritzens – Der Bahnhof · Gemeinde Fritzens - Startseite

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 14.10.2026

GEOGRAFIE

Fritzens auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung2 041
31.10.2021 · Registerzählung2 160
01.01.2026 · Bevölkerungsstand2 171

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
564
NUTS-3-Region
Innsbruck (AT332)

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