FERNITZ-MELLACH KENNENLERNEN
Zwischen Wallfahrt und Murkraft
Fernitz-Mellach reicht vom südlichen Grazer Feld bis an die Mur und verbindet fünf Ortschaften mit sehr unterschiedlichen Akzenten. Die Gemeinde liegt rund zehn Kilometer südlich von Graz; am 1. Jänner 2026 zählte sie 4.944 Einwohnerinnen und Einwohner auf 20,54 Quadratkilometern. Ihre heutige Form entstand 2015 aus Fernitz und Mellach.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Fernitz-Mellach – Wikipedia, feste Artikelversion
Feld, Hügel und Fluss
Im Norden erhebt sich der Hühnerberg, während das Gelände am Rand des Grazer Feldes zum Oststeirischen Hügelland übergeht. Die Mur durchfließt die Gemeinde und prägt besonders Mellach. Fernitz, Gnaning und Mellach bilden die drei Katastralgemeinden; politisch gehören auch Dillach und Enzelsdorf zu den insgesamt fünf Ortschaften. Der Hauptort Fernitz bündelt zentrale Einrichtungen, doch die Siedlungen reichen vom ebenen Feld bis auf die Hügel. Einen eigenen Bahnhof hat Fernitz-Mellach nicht; der nächstgelegene liegt im benachbarten Kalsdorf. Damit gehören Wege über die Gemeindegrenze für viele Bewohnerinnen und Bewohner zum Alltag.
Ein Wallfahrtsort mit langer Erinnerung
Fernitz ist seit 1209 als „Vorenze“ urkundlich belegt; der Ortsname wird auf slawische Wurzeln zurückgeführt. Besiedlungsspuren reichen deutlich weiter zurück: Funde in Mellach und Enzelsdorf verweisen auf vorgeschichtliche Zeiten, und eine Grabinschrift in der Enzelsdorfer Kirche dokumentiert römische Präsenz. Das sichtbarste historische Zentrum ist die Wallfahrtskirche Maria Trost. Der Wallfahrtsort bestand bereits im Mittelalter; nach den Einfällen des späten 15. Jahrhunderts ließ Kaiser Friedrich III. die Kirche als Votivkirche in ihrer heutigen Form errichten. Der spätgotische Bau entstand zwischen 1506 und 1514. Auch die Filialkirche St. Jakob in Enzelsdorf gehört zur älteren Sakrallandschaft: sie wird 1152 genannt.
Arbeit zwischen Graz und Mur
Die Arbeitsstättenzählung 2024 weist für Fernitz-Mellach 445 Arbeitsstätten und 1.689 Beschäftigte in Arbeitsstätten aus; das sind Arbeitsplätze am Standort, keine Erwerbstätigen, die hier wohnen. 82,9 Prozent der Erwerbstätigen am Wohnort pendelten aus. Zugleich zeigt sich ein konkreter lokaler Energiesektor: Das Fernheizkraftwerk Mellach von VERBUND kann bei Bedarf mit Erdgas bis zu 165 Megawatt elektrische Leistung bereitstellen und dient der Netzstützung, wenn Wind- und Sonnenstrom witterungsbedingt fehlen. Die Anlage kann in Kraft-Wärme-Kopplung auch Wärme bereitstellen. Damit ist die Anlage ein abrufbarer Teil der Energieversorgung, nicht ein durchgehend laufender Stromlieferant. Die hohe Auspendlerquote zeigt zugleich, wie stark der Wohnort mit dem Arbeitsmarkt des Grazer Raums verbunden ist.
Quellen: Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse · VERBUND Fernheizkraftwerk Mellach
Schule, Park und Besuchsorte
Zum heutigen Ortsleben gehören die Volksschulen in Fernitz und Mellach, die Musikschule in Fernitz sowie Kinderbetreuung und Bibliothek. Im Zentrum von Fernitz bietet der Erzherzog-Johann-Park Wege, alte Bäume und einen Brunnen; seine Fläche war zuvor eine versumpfte Dorfwiese, die in den 1960er-Jahren trockengelegt und als Park gestaltet wurde. Von dort ist die Wallfahrtskirche Maria Trost zu Fuß erreichbar. In Enzelsdorf steht mit der Filialkirche St. Jakob ein zweiter historischer Kirchenbau; Mellach bietet dagegen vor allem den Blick auf die Mur und den Energiestandort. Das Kraftwerk ist ein Arbeitsstandort, kein ausgewiesenes Besucherziel.
Quellen: Fernitz-Mellach – Wikipedia, feste Artikelversion · Gemeinde Fernitz-Mellach | Gemeinde Fernitz-Mellach
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Fernitz-Mellach – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde Fernitz-Mellach | Gemeinde Fernitz-Mellach
- VERBUND Fernheizkraftwerk Mellach
- Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse
- Erzherzog Johann Park – Natur im Garten Steiermark
Stand der Angaben: 14.10.2026
