FRAUENTAL AN DER LASSNITZ KENNENLERNEN
Frauental an der Laßnitz: Keramik und Talgeschichte
Frauental an der Laßnitz liegt im weststeirischen Laßnitztal, wo prähistorische Siedlungsspuren und eine lange Industriegeschichte auf heutige Bahnverbindungen und Produktion treffen. Die Marktgemeinde zählt 3.227 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 15,55 Quadratkilometer.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Marktgemeinde Frauental an der Laßnitz
Fünf Ortsteile im Laßnitztal
Die Gemeinde setzt sich aus den fünf Ortschaften Freidorf an der Laßnitz, Freidorfer Gleinz, Laßnitz, Schamberg und Zeierling zusammen. Der Talraum und seine Seitentäler verbinden Siedlungen, landwirtschaftliche Flächen und Gewerbestandorte. Die Radlpass Straße B 76 führt durch die Gemeinde; über die Haltestelle Frauental-Bad Gams an der Wieserbahn besteht eine Bahnverbindung in Richtung Deutschlandsberg und Graz. Die Bahn verbindet den Wohnort mit Arbeitsplätzen außerhalb der Gemeinde; die B 76 erschließt zugleich die Gewerbestandorte im Tal. Neben den Siedlungen und Betrieben bleiben Wege entlang der Laßnitz und auf die umliegenden Hügel als kurze Freizeitziele erreichbar.
Quellen: Frauental an der Laßnitz – Wikipedia, feste Artikelversion · Marktgemeinde Frauental an der Laßnitz
Keramik als fortgesetzte Ortsgeschichte
Die industrielle Entwicklung begann nicht erst mit der heutigen Produktion. 1714 wurde eine Messinghütte gegründet, die fast zwei Jahrhunderte bestand. Ab 1920 entstand eine Porzellanfabrik; ab 1921 wurden dort zunächst Isolatoren und andere technische Keramik hergestellt. Die Produktionsgeschichte setzte sich in veränderter Form fort: Ceram Austria fertigt heute in Frauental keramische Wabenkörper für Abgasreinigung und Wärmespeicher. Andere historische Anlagen haben neue Nutzungen erhalten; die ehemalige Spinnerei beherbergt heute betreutes Wohnen. Die verschiedenen Nutzungen zeigen, wie sich alte Produktionsorte an veränderte wirtschaftliche Bedingungen angepasst haben. Die Bahn kam 1872 in die Gegend und unterstützte die industrielle Entwicklung, nachdem schlechte Transportwege zuvor das kurzlebige Stahlwerk behindert hatten.
Quellen: Frauental an der Laßnitz – Wikipedia, feste Artikelversion · Ceram Austria – Products
Ein produktiver Arbeitsort mit regionaler Pendlerrolle
Für 2024 weist die Arbeitsstättenzählung 315 Arbeitsstätten in Frauental aus. In ihnen wurden 1.660 Beschäftigungsverhältnisse gezählt; 60,1 Prozent davon entfielen auf den produzierenden Sektor. Ein Beispiel für die örtliche Produktion ist Ceram Austria: Das Werk in Frauental stellt SCR-Katalysatoren für die Abgasreinigung sowie keramische Wabenkörper als Wärmespeicher für regenerative thermische Prozesse her. Die Produkte werden in Kraftwerken, Industrieanlagen und mobilen Anwendungen eingesetzt. Gleichzeitig pendelten 79,1 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort Frauental aus der Gemeinde aus. Die Gemeinde ist damit sowohl Produktionsstandort als auch Teil eines größeren Arbeitsmarkts im Bezirk Deutschlandsberg und in Richtung Graz.
Quellen: Arbeitsstättenzählung 2024 – Statistik Austria, Gemeindeergebnisse · Ceram Austria – Products
Siedlungsspuren und neues Gemeindeleben
Archäologische Funde belegen Besiedlung im Gebiet von Frauental bereits in der frühen Kupferzeit; nahe Gleinz wurde auch ein Keramikbrennofen aus der La-Tène-Zeit gefunden. Frauental und Laßnitz sind 1100 urkundlich erwähnt. Die politische Gemeinde hieß zunächst Laßnitz, erhielt 1956 ihren heutigen Namen und wurde 1960 um Freidorf und Zeierling erweitert. 1985 folgte die Markterhebung. Im Zentrum steht die Pfarrkirche zur Mutterschaft Mariens, 1954 errichtet; die Pfarre entstand vier Jahre später. Der Rundweg „Frauentaler Genusswanderung“ führt vom Erlebnisbad entlang der Laßnitz zu Betrieben und Einkehrmöglichkeiten im Gemeindegebiet. Der leichte Weg verbindet damit den Talboden mit Höfen und Einkehrmöglichkeiten auf den umliegenden Hügeln.
Quellen: Frauental an der Laßnitz – Wikipedia, feste Artikelversion · Pfarre Frauental an der Laßnitz – Diözese Graz-Seckau · Frauentaler Genusswanderung – Steiermark Tourismus
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Frauental an der Laßnitz – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Marktgemeinde Frauental an der Laßnitz
- Ceram Austria – Products
- Pfarre Frauental an der Laßnitz – Diözese Graz-Seckau
- Frauentaler Genusswanderung – Steiermark Tourismus
- Arbeitsstättenzählung 2024 – Statistik Austria, Gemeindeergebnisse
Stand der Angaben: 14.10.2026
