GEMEINDE · SALZBURG

Muhr

Ein weitläufiges Bergtal zwischen Nationalpark, Wasserkraft und alter Bergbaugeschichte

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Blick auf Muhr im Murtal
Blick auf Muhr im Murtal · Foto: Rhoh · „Murtal im Lungau - Österreich“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
484
01.01.2026
Fläche
115,95 km²
Bevölkerungsdichte
4,2
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
5583
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

MUHR KENNENLERNEN

Muhr: im Tal, wo die Mur beginnt

In Muhr wird aus einem kleinen Gebirgsbach die Mur, die später durch die Steiermark und bis zur Drau fließt. Die Lungauer Gemeinde umfasst 115,95 Quadratkilometer und zählt 484 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Ihre Siedlungen liegen im oberen Murtal, während die hinteren Seitentäler bis in die Hochgebirgsregion des Nationalparks Hohe Tauern reichen.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Muhr (Salzburg) – Wikipedia, feste Artikelversion · Nationalparkgemeinde Muhr: Allgemeines

Ein Tal mit mehreren Gesichtern

Das Muhrtal zieht sich von Schellgaden über Vorder- und Hintermuhr rund zwanzig Kilometer westwärts in die Berge. Im äußeren Abschnitt liegen die Höfe und Weiler näher beieinander; taleinwärts öffnen sich Seitentäler wie Rotgülden und Muritzen. Hintermuhr bezeichnet sowohl den Talschluss als auch eine der drei Ortschaften der Gemeinde. Der ältere Name Murwinkel verweist auf die Gegend um die Kirche St. Rupert und die frühere Bergbauregion Rotgülden. Muhr ist die einzige Lungauer Gemeinde mit Anteil am Nationalpark Hohe Tauern; die Schutzgebietsflächen liegen in den Talschlüssen. Damit treffen hier alltägliche Talbesiedlung, Almwirtschaft und hochalpine Landschaft auf engem Raum zusammen.

Quellen: Muhr (Salzburg) – Wikipedia, feste Artikelversion · Nationalparkgemeinde Muhr: Allgemeines

Bergbau prägte den Murwinkel

Gold in Schellgaden und Arsen in Rotgülden sind seit dem 14. Jahrhundert belegt. Im 16. Jahrhundert erreichte der Bergbau seine Blüte; im Hintertal wurde Arsenik noch bis ins späte 19. Jahrhundert gewonnen. Das Erz wurde vor Ort aufbereitet und unter anderem für die Glaserzeugung verwendet. Die Gemeinde nennt 1523 als Baujahr der Pfarrkirche St. Rupert; sie ist bis heute ein sichtbarer Bezugspunkt im Kirchweiler Muhr. Die Arsenikverhüttung endete 1884 und bedeutete für das Tal einen wirtschaftlichen Einschnitt. Heute lässt sich die frühere Bedeutung eher an Ortsnamen, Ruinen und der Landschaft ablesen als an fortbestehender Erzproduktion.

Quellen: Nationalparkgemeinde Muhr: Allgemeines · Muhr (Salzburg) – Wikipedia, feste Artikelversion

Energie aus dem Gebirge

Die Arbeitsstättenzählung weist für Muhr 2024 insgesamt 38 Arbeitsstätten und 74 Beschäftigte an diesen Standorten aus; 52,6 Prozent der Arbeitsstätten lagen im primären Sektor. Zugleich pendelten 83,1 Prozent der am Wohnort erwerbstätigen Personen aus der Gemeinde aus. Ein konkreter Arbeitsbereich vor Ort ist die Wasserkraft: Die Salzburg AG betreibt im Gemeindegebiet unter anderem Murfall, Rotgülden und Hintermuhr. Das Kraftwerk Hintermuhr speichert Wasser im Rotgüldensee und erzeugt bei Bedarf Spitzenstrom; seine Maschinen und wesentlichen Anlagen liegen zum Schutz der sensiblen Bergregion unterirdisch. Die Zahlen zeigen einen kleinen lokalen Arbeitsstättenbestand, während einzelne Energieanlagen eine spezialisierte Tätigkeit im Tal verankern.

Quellen: Statistik Austria: Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindetabelle · Salzburg AG: Wasserkraftwerk Hintermuhr · Salzburg AG: Kraftwerksgruppe Lungau

Zu Fuß in den Talschluss

Die Sticklerhütte liegt im hintersten Murtal und ist ein Ausgangspunkt für Wanderungen zum Murursprung. Der Alpenverein führt sie als bewirtschaftete Schutzhütte mit Sommerbetrieb; die Hütte selbst liegt auf 1.750 Metern. Von dort führt der Weg weiter zur Quelle, die auf rund 1.900 Metern aus dem Fels austritt. Wer den Zugang plant, muss die alpine Weglänge und die saisonale Bewirtschaftung berücksichtigen. Im unteren Tal ist die Pfarrkirche St. Rupert ein anderes Ziel: Sie steht im Kirchweiler Muhr und verbindet den besiedelten Talraum mit der langen Pfarrgeschichte. Zusammen zeigen beide Orte die Spannweite zwischen Dorfleben und hochalpinem Hinterland, ohne dass die Berglandschaft bloß Kulisse bleibt.

Quellen: Alpenverein: Sticklerhütte · Nationalparkgemeinde Muhr: Allgemeines · Nationalparkgemeinde Muhr: Weg zum Murursprung

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 14.10.2026

GEOGRAFIE

Muhr auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung565
31.10.2021 · Registerzählung479
01.01.2026 · Bevölkerungsstand484

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
208
NUTS-3-Region
Lungau (AT321)

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