GRESTEN KENNENLERNEN
Gresten: Markt im Tal der Kleinen Erlauf
Gresten ist eine Marktgemeinde im Bezirk Scheibbs in Niederösterreich. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 1.970 Menschen; die Fläche beträgt 3,83 Quadratkilometer. Der Ort liegt im südwestlichen Mostviertel im Tal der Kleinen Erlauf. Fast vollständig ist Gresten von der Gemeinde Gresten-Land umgeben; im Süden grenzt es an Gaming.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Gresten – Wikipedia, feste Artikelversion
Vom Siedlungsplatz zum Markt
Münzfunde aus den Jahren 260 und 364 belegen römische Handelseinflüsse in der Gegend. Um 1200 entstand um die Nikolauskirche ein Kirchweiler. Im 13. Jahrhundert erweiterte ein neu angelegter Rechteckplatz im Süden die Siedlung zum Oberen Markt; 1277 wurde Gresten erstmals als Markt bezeichnet. Gemeinsam mit Scheibbs und Purgstall versorgte Gresten später die Bergbauregion am Erzberg mit Lebensmitteln und erhielt Roheisen zur Weiterverarbeitung. Hergestellt wurden unter anderem Sensen, Sicheln, Pfannen, Kessel und Nägel. Die Bürger- und Gewerbehäuser im Markt gehen im Kern vielfach auf das 16. und 17. Jahrhundert zurück.
Quellen: Gedächtnis des Landes – Gresten
Schloss Stiebar und Hausegg
Die Geschichte des Schlosses Stiebar reicht auf die Burg Niederhausegg zurück. Im Zuge einer Herrschaftsteilung zu Beginn des 14. Jahrhunderts entstand etwa einen Kilometer nördlich der älteren Burg eine neue Veste. Ab ungefähr 1790 trug sie den Namen Schloss Stiebar. Johann Joseph Freiherr von Stiebar ließ 1794 die Wehranlagen beseitigen und das Gebäude zu einem wohnlichen Schloss umbauen; der Wiener Baumeister Franz Xaver Stadler leitete die Arbeiten. Der ehemalige Graben wurde zugeschüttet und an seiner Stelle ein englischer Park angelegt. Die Marktgemeinde weist darauf hin, dass eine Besichtigung nur von außen möglich ist. Um 1800 erhielten die Schlossfassaden ihre klassizistische Gestaltung. Unter den Freiherren von Knorr wurde das Schloss im 19. Jahrhundert zum Treffpunkt von Künstlern und Schriftstellern, darunter Ferdinand von Saar und Maria Ebner von Eschenbach.
Quellen: 10. Station: Schloss Stiebar | Marktgemeinde Gresten
Pfarrkirche und Kapellen
Die Nikolauskirche wurde Ende des 15. Jahrhunderts spätgotisch umgebaut. Ihr vorgestellter Westturm war 1489 vollendet. Um 1600 wurde sie unter dem Patronat der damals protestantischen Zinzendorfer eine selbstständige Herrschaftspfarre. Der ehemalige Karner am Unteren Markt wurde um 1800 zum Mesnerhaus umgebaut; 1954 richtete man darin ein Heimatmuseum zur Geschichte der Eisenstraße ein.
Quellen: Gedächtnis des Landes – Gresten
Industrie im kleinen Gemeindegebiet
Gresten ist trotz seiner geringen Fläche ein Industriestandort. Welser Profile siedelte sich 1972 an; der Betrieb verarbeitet am Standort Stahl zu Profilen. Zur Landwirtschaft: Für 2010 werden 15 Betriebe ausgewiesen, davon sechs im Haupterwerb und acht im Nebenerwerb. Ein weiterer Betrieb wurde von einer Personengesellschaft geführt. 1924 ließ die Stadt Wien hier ein Umspannwerk errichten, in dem Strom aus Opponitz, Gaming und Partenstein zusammengeführt wurde.
Ortschaften und Ortsraum
Die Gemeinde umfasst die Ortschaften und Katastralgemeinden Gresten und Ybbsbachamt. Die 750 bis 950 Meter hohen Berge der Ybbstaler Voralpen ringsum liegen auf dem Gebiet von Gresten-Land. Der Markt selbst liegt an der Kreuzung der Grestner Straße B22 mit der Landesstraße L92 von Randegg nach Pockau. Die Kleine Erlauf erreicht von hier nach etwa 25 Flusskilometern Wieselburg.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 09.10.2026
