NUSSDORF OB DER TRAISEN KENNENLERNEN
Nußdorf ob der Traisen: Fundorte und Weinland
Nußdorf ob der Traisen liegt im unteren Traisental zwischen St. Pölten und Krems. Die Marktgemeinde zählt 1.922 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) auf 15,49 Quadratkilometern. Ihre sechs Katastralgemeinden verteilen sich entlang der Traisen und auf die bewaldeten Höhen westlich des Flusses. Archäologische Funde belegen eine lange Besiedlung: Im Gebiet um Nußdorf, Neusiedl, Reichersdorf und Franzhausen reichen die Spuren bis in die Jungsteinzeit zurück. Das Urzeitmuseum bewahrt Funde aus den Grabungen und verbindet Ortsgeschichte mit der Entwicklung des Weinbaus im Tal.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Gemeinde Nußdorf ob der Traisen – Gemeindegeschichte
Ein archäologischer Landschaftsraum
Das untere Traisental wurde nach der Gemeindegeschichte bereits vor rund 30.000 Jahren von Jägern und Sammlern aufgesucht. Landwirtschaftlich geprägte Siedlungen entstanden ab etwa 5.000 vor Christus auf den Schotterterrassen links der Traisen. Seit den 1980er-Jahren legte das Bundesdenkmalamt Fundstellen vor Bauarbeiten frei. Aus sieben Jahrtausenden stammen Siedlungen und Gräber aus Jungsteinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit. Besonders umfangreich sind die bronzezeitlichen Gräberfelder bei Franzhausen: Mehr als 2.300 Bestattungen wurden untersucht. Das Urzeitmuseum wurde im Obergeschoss des ehemaligen Schlosskellers eingerichtet; es zeigt ausgewählte Objekte nahe den Fundorten.
Quellen: Gemeinde Nußdorf ob der Traisen – Gemeindegeschichte · Gemeinde Nußdorf ob der Traisen – Urzeitmuseum
Vom Herrschaftssitz zum Markt
Die Gemeindegeschichte nennt 1083 als erste urkundliche Erwähnung Nußdorfs: Bei der Gründung des Stifts Göttweig wurden drei Weingärten geschenkt. Die Gemeindeseite zu den Katastralgemeinden datiert die Göttweiger Schenkungsurkunde als älteste Nennung auf 1121 bis 1138 und bezeichnet 1083 als falsches Datum. Die Gemeindeseiten widersprechen einander; eine sichere Einordnung lässt sich daraus nicht ableiten. Die Pfarrkirche des heiligen Johannes des Täufers geht in ihren Anfängen ins späte 12. Jahrhundert zurück und erhielt ihr heutiges Aussehen wesentlich im 15. Jahrhundert. 1324 wurde die Pfarre gestiftet. 1675 kamen Franzhausen und 1693 Reichersdorf zur Herrschaft Nußdorf. Nach der Aufhebung der Grundherrschaft wurde 1850 die politische Gemeinde gebildet; 1978 erfolgte die Markterhebung. In ihrer heutigen Form zählt sie sechs Katastralgemeinden und die Rotte Fräuleinmühle.
Quellen: Gemeinde Nußdorf ob der Traisen – Gemeindegeschichte · Gemeinde Nußdorf ob der Traisen – Katastralgemeinden
Kirchen und Katastralgemeinden
Die Namen der Ortsteile stehen für unterschiedliche Landschaften. Nußdorf an der Traisen bildet ein langgestrecktes Gassengruppendorf am Theyernbach; die lössbedeckten Hänge werden für Wein- und Obstbau genutzt. Ried liegt westlich davon, ist überwiegend bewaldet und weist traditionelle Mehrseithöfe auf. Theyern liegt höher, zwischen Feldern und Wäldern. In Franzhausen steht eine Kirche aus dem 14. Jahrhundert, in Reichersdorf eine im 19. Jahrhundert neu errichtete Filialkirche. Die zentrale Pfarrkirche in Nußdorf ist Johannes dem Täufer geweiht. Fräuleinmühle ist eine Rotte innerhalb der Katastralgemeinde Franzhausen und keine eigene Katastralgemeinde.
Quellen: Gemeinde Nußdorf ob der Traisen – Katastralgemeinden · Gemeinde Nußdorf ob der Traisen – Gemeindegeschichte
Das Urzeitmuseum und der Weinkern
Das Museum zeigt Funde aus dem Traisental von der Steinzeit bis zur Eisenzeit. Ein ausgestellter, rund 4.000 Jahre alter Weinkern stammt aus einem Bronzezeitgrab bei Franzhausen. Er belegt, dass Menschen damals Trauben nutzten; die Gemeinde verbindet den Fund mit der langen Weinbautradition der Region. Das Museum liegt im historischen Schlosskeller, der 1993 für die Ausstellung eröffnet wurde. Vor dem Gebäude steht ein Mammut aus Kunststein; es verweist auf die wesentlich ältere Zeit der Mammutjäger.
Quellen: Gemeinde Nußdorf ob der Traisen – Urzeitmuseum · Gemeinde Nußdorf ob der Traisen – Gemeindegeschichte
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 09.10.2026
