MARIA TAFERL KENNENLERNEN
Maria Taferl: Wallfahrt auf dem Taferlberg
Maria Taferl liegt auf einer Anhöhe über der Donau im Nibelungengau. Die Marktgemeinde im Bezirk Melk zählt 947 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 12,17 Quadratkilometer. Archäologische Funde reichen bis in die Jungsteinzeit zurück; der heutige Ortskern entwickelte sich rund um die Wallfahrt und ihre Kirche.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Maria Taferl – Wikipedia, feste Artikelversion
Spuren von der Steinzeit bis zum Frühmittelalter
Die 1932 bei der Basilika entdeckte Lochaxt aus Serpentin stammt aus der Jungsteinzeit. Die Gemeinde setzt den Beginn der Besiedlung im Raum Maria Taferl ab etwa 5.400 vor Christus an. Zwei Steinbeile stammen aus einem Acker in Oberthalheim. Für die mittlere Bronzezeit belegen Funde und ein 1979 in Wimm entdeckter Hügelgräberfriedhof frühe Besiedlung. Dort öffneten Archäologen zehn Grabhügel. Aus der späteren Bronzezeit stammen eine Tonscherbe und ein Bronzearmring. Ein Gräberfeld im Wald oberhalb von Unterthalheim wird der Awarenzeit zugeordnet. Zwischen 1964 und 1978 dokumentierten Forschende dort 55 Grabbauten und bargen rund 230 Objekte.
Vom Gnadenbild zur Grundsteinlegung
Die Gemeindechronik verbindet den Beginn der Wallfahrt mit zwei Männern aus Kleinkrummnußbaum. Der Viehhirte Thomas Pachmann soll 1633 beim Fällen einer Eiche verletzt worden sein und nach einem Gebet wieder zu Kräften gekommen sein. 1642 brachte Alexander Schinagl ein Vesperbild zu derselben Eiche und ersetzte dort ein morsches Kreuz. Berichte über Lichterscheinungen und Prozessionen setzten 1658 ein. Nach Prüfung und Befragung von Zeugen erlaubte die Passauer Behörde den Kirchenbau. Am 25. April 1660 wurde der Grundstein gelegt; der Baum mit dem Gnadenbild wurde in den Bau einbezogen. Die Kirche wurde 1724 geweiht. Seit 1947 trägt sie den Titel Basilica minor.
Quellen: Wallfahrtsbasilika Maria Taferl – Geschichte · Wallfahrtsbasilika Maria Taferl – Baugeschichte
Ein Bau über sechs Jahrzehnte
Der lange Bauverlauf war von Sammelverboten, Pest, Kriegszeiten und der Türkengefahr geprägt. An der Kirche arbeiteten Georg Gerstenbrand, Carlo Lurago und Jakob Prandtauer. Schon vor der Schlussweihe musste ein Teil der Ausstattung erneuert werden. Antonio Beduzzi entwarf die Fresken, die zwischen 1713 und 1718 ausgeführt wurden. Spätere Restaurierungen folgten 1860 und 1951 bis 1954; die Außenfassade wurde 1982/83 erneuert, 1998 wurden die Turmhelme neu gedeckt. Eine umfassende Generalsanierung begann 2004 und schloss Raumschale, Einrichtung und Orgel ein. 2004/05 kam eine eigene Kerzenkapelle an der Südseite hinzu. Die Renovierung endete zum Jubiläum der Grundsteinlegung 2010; damals wurde auch ein Volksaltar aus weißem Rauriser Marmor eingeweiht.
Ein Wallfahrtsort mit eigener Dorfgeschichte
Der Markt entwickelte sich östlich der Kirche auf einem schmalen Bergrücken. Im Mai 1696 standen auf dem Taferlberg 16 Häuser: darunter zwei Wirtshäuser, zwei Bäcker, zwei Fleischhauer und mehrere kleine Verkaufsstände und Handwerksbetriebe. 1870 zerstörte ein Großbrand fast alle Häuser und Verkaufsstände; die Gebäude rund um die Basilika und Haus Nummer 5 blieben verschont. Um 1900 ließen sich erneut zahlreiche Gewerbetreibende nieder, darunter Lebzelter, Wachszieher, Devotionalienhändler, ein Buchdrucker und ein Hufschmied. Die Mechanische Krippe führt diese Ortsgeschichte in bewegten Szenen weiter: Über 300 Figuren zeigen die Entstehung des Wallfahrtsortes, biblische Erzählungen und ländliche Arbeit. Die beweglichen Figuren werden von Licht- und Toneffekten begleitet; der Eintritt erfolgt auf freiwilliger Spendenbasis.
Quellen: Marktgemeinde Maria Taferl – Ortsgeschichte Maria Taferl · Marktgemeinde Maria Taferl – Mechanische Krippe
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Maria Taferl – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Maria Taferl - maria-taferl.gv.at barrierefrei! - Startseite - Daheim in Maria Taferl - Ortsgeschichte - Ur- und Frühgeschichte bis zum Mittelalter
- Wallfahrtsbasilika Maria Taferl – Geschichte
- Wallfahrtsbasilika Maria Taferl – Baugeschichte
- Marktgemeinde Maria Taferl – Mechanische Krippe
- Marktgemeinde Maria Taferl – Ortsgeschichte Maria Taferl
Stand der Angaben: 08.10.2026
