MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Maria Taferl

Ein Ort über der Donau, dessen Geschichte von Funden, Pilgern und einem außergewöhnlichen Kirchenbau erzählt.

GEMEINDEKENNZIFFER31523
Kirchenvorplatz und Ortszentrum von Maria Taferl
Kirchenvorplatz und Ortszentrum von Maria Taferl · Foto: © C.Stadler/Bwag · „Maria Taferl“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
947
01.01.2026
Fläche
12,17 km²
Bevölkerungsdichte
77,8
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
3672
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

MARIA TAFERL KENNENLERNEN

Maria Taferl: Wallfahrt auf dem Taferlberg

Maria Taferl liegt auf einer Anhöhe über der Donau im Nibelungengau. Die Marktgemeinde im Bezirk Melk zählt 947 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 12,17 Quadratkilometer. Archäologische Funde reichen bis in die Jungsteinzeit zurück; der heutige Ortskern entwickelte sich rund um die Wallfahrt und ihre Kirche.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Maria Taferl – Wikipedia, feste Artikelversion

Spuren von der Steinzeit bis zum Frühmittelalter

Die 1932 bei der Basilika entdeckte Lochaxt aus Serpentin stammt aus der Jungsteinzeit. Die Gemeinde setzt den Beginn der Besiedlung im Raum Maria Taferl ab etwa 5.400 vor Christus an. Zwei Steinbeile stammen aus einem Acker in Oberthalheim. Für die mittlere Bronzezeit belegen Funde und ein 1979 in Wimm entdeckter Hügelgräberfriedhof frühe Besiedlung. Dort öffneten Archäologen zehn Grabhügel. Aus der späteren Bronzezeit stammen eine Tonscherbe und ein Bronzearmring. Ein Gräberfeld im Wald oberhalb von Unterthalheim wird der Awarenzeit zugeordnet. Zwischen 1964 und 1978 dokumentierten Forschende dort 55 Grabbauten und bargen rund 230 Objekte.

Quellen: Maria Taferl - maria-taferl.gv.at barrierefrei! - Startseite - Daheim in Maria Taferl - Ortsgeschichte - Ur- und Frühgeschichte bis zum Mittelalter

Vom Gnadenbild zur Grundsteinlegung

Die Gemeindechronik verbindet den Beginn der Wallfahrt mit zwei Männern aus Kleinkrummnußbaum. Der Viehhirte Thomas Pachmann soll 1633 beim Fällen einer Eiche verletzt worden sein und nach einem Gebet wieder zu Kräften gekommen sein. 1642 brachte Alexander Schinagl ein Vesperbild zu derselben Eiche und ersetzte dort ein morsches Kreuz. Berichte über Lichterscheinungen und Prozessionen setzten 1658 ein. Nach Prüfung und Befragung von Zeugen erlaubte die Passauer Behörde den Kirchenbau. Am 25. April 1660 wurde der Grundstein gelegt; der Baum mit dem Gnadenbild wurde in den Bau einbezogen. Die Kirche wurde 1724 geweiht. Seit 1947 trägt sie den Titel Basilica minor.

Quellen: Wallfahrtsbasilika Maria Taferl – Geschichte · Wallfahrtsbasilika Maria Taferl – Baugeschichte

Ein Bau über sechs Jahrzehnte

Der lange Bauverlauf war von Sammelverboten, Pest, Kriegszeiten und der Türkengefahr geprägt. An der Kirche arbeiteten Georg Gerstenbrand, Carlo Lurago und Jakob Prandtauer. Schon vor der Schlussweihe musste ein Teil der Ausstattung erneuert werden. Antonio Beduzzi entwarf die Fresken, die zwischen 1713 und 1718 ausgeführt wurden. Spätere Restaurierungen folgten 1860 und 1951 bis 1954; die Außenfassade wurde 1982/83 erneuert, 1998 wurden die Turmhelme neu gedeckt. Eine umfassende Generalsanierung begann 2004 und schloss Raumschale, Einrichtung und Orgel ein. 2004/05 kam eine eigene Kerzenkapelle an der Südseite hinzu. Die Renovierung endete zum Jubiläum der Grundsteinlegung 2010; damals wurde auch ein Volksaltar aus weißem Rauriser Marmor eingeweiht.

Quellen: Wallfahrtsbasilika Maria Taferl – Baugeschichte

Ein Wallfahrtsort mit eigener Dorfgeschichte

Der Markt entwickelte sich östlich der Kirche auf einem schmalen Bergrücken. Im Mai 1696 standen auf dem Taferlberg 16 Häuser: darunter zwei Wirtshäuser, zwei Bäcker, zwei Fleischhauer und mehrere kleine Verkaufsstände und Handwerksbetriebe. 1870 zerstörte ein Großbrand fast alle Häuser und Verkaufsstände; die Gebäude rund um die Basilika und Haus Nummer 5 blieben verschont. Um 1900 ließen sich erneut zahlreiche Gewerbetreibende nieder, darunter Lebzelter, Wachszieher, Devotionalienhändler, ein Buchdrucker und ein Hufschmied. Die Mechanische Krippe führt diese Ortsgeschichte in bewegten Szenen weiter: Über 300 Figuren zeigen die Entstehung des Wallfahrtsortes, biblische Erzählungen und ländliche Arbeit. Die beweglichen Figuren werden von Licht- und Toneffekten begleitet; der Eintritt erfolgt auf freiwilliger Spendenbasis.

Quellen: Marktgemeinde Maria Taferl – Ortsgeschichte Maria Taferl · Marktgemeinde Maria Taferl – Mechanische Krippe

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Maria Taferl auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung853
31.10.2021 · Registerzählung938
01.01.2026 · Bevölkerungsstand947

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
339
NUTS-3-Region
Mostviertel-Eisenwurzen (AT121)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Maria Taferl

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.