MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Grafenegg

Zwischen Kamp, Löss und Konzertbühne liegen acht historisch gewachsene Katastralgemeinden.

GEMEINDEKENNZIFFER31308
Westfassade von Schloss Grafenegg
Westfassade von Schloss Grafenegg · Foto: © C.Stadler/Bwag · „Grafenegg - Schloss, Westtrakt (1)“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
3 319
01.01.2026
Fläche
28,54 km²
Bevölkerungsdichte
116,3
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
3492
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

GRAFENEGG KENNENLERNEN

Grafenegg: Schloss, Weinorte und ein Musikcampus

Die Marktgemeinde Grafenegg zählt 3.319 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 28,54 Quadratkilometer. Ihr heutiger Name verweist auf das Schloss, doch die Gemeinde besteht aus mehreren alten Weinorten mit eigenen Geschichten.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Geschichte - Grafenegg - Startseite - Bürgerservice - Unser Grafenegg

Vom Wirtschaftshof zum Schloss

Auf dem Areal lag um 1294 eine Ansiedlung mit Wirtschaftshof und Mühle am Kamp. Ein befestigter Hof ging später in den Besitz Ulrichs von Grafeneck über, der dem heutigen Ort den Namen gab. Im frühen 17. Jahrhundert erhielt das Schloss seine vierflügelige Gestalt. Graf August Ferdinand Breuner-Enckevoirt beauftragte im 19. Jahrhundert den Wiener Dombaumeister Leopold Ernst mit dem Umbau im Stil des romantischen Historismus. Nach Beschädigungen in der Nachkriegszeit wurde das Schloss an die Familie Metternich-Sándor zurückgegeben und restauriert. Zu den bedeutenden Räumen zählen Rittersaal und Schlosskapelle; in der Kapelle treffen gotische und neugotische Elemente aufeinander. Laut Betreiber ist das Schloss derzeit für Einzelgäste geschlossen; Gruppen können Führungen buchen.

Quellen: Schloss Grafenegg - Grafenegg

Engabrunn als geistliches Verwaltungszentrum

Engabrunn wurde um 1108 erstmals urkundlich erwähnt. Die Göttweiger Traditionsbücher nennen hier ein Ministerialengeschlecht mit einem befestigten Haus; später verwalteten nichtadelige Amtmänner des Stifts von Engabrunn aus dessen Besitzungen in der Umgebung. Der ehemalige Nagel’sche Freihof in der Hauptstraße diente der Herrschaft Grafenegg als Verwaltungssitz. Kaspar Nagel erhielt 1571/74 die Erlaubnis, ihn als abgabenfreien Freihof zu führen. Kaiserliche Truppen zerstörten das Gebäude 1620. 1638 erwarb es Propst Niklas von Dürnstein als Lesehof mit Weinausschank; 1760 wurde es Pfarrhof. Die Gemeinde beschreibt Renovierungen in den Jahren 1886, 1928, 1950 und 1973. Eine 2004 errichtete Aussichtswarte bei der Haide Engabrunn steht rund 290 Meter über dem Meer und ist zehn Meter hoch. Bei klarer Sicht reicht der Blick bis Schneeberg und Ötscher sowie über fünf Weinbaugebiete.

Quellen: Geschichte - Grafenegg - Startseite - Bürgerservice - Unser Grafenegg · Aussichtswarte Engabrunn - Grafenegg

Märkte, Kapellen und historische Wege

Etsdorf erscheint um 1230 als Ozinsdorf im Passauer Urbar. 1819 bewilligte Kaiser Franz I. dem Markt einen Jahrmarkt zu Pfingsten. Die dortige Jakobskirche besitzt einen mittelalterlichen Kern; das Gebäude wurde barock umgestaltet. Sittendorf ist seit 1139 belegt. Seine Dreifaltigkeitskapelle am Hauptplatz stammt von 1766; zwischen 1996 und 2000 wurde sie grundlegend saniert. In Sittendorf prägen Höfe des 16. und 17. Jahrhunderts das Ortsbild. Schloss Walkersdorf ist privat bewohnt und laut Gemeinde nicht öffentlich zugänglich.

Quellen: Grafenegg – Wikipedia, feste Artikelversion · Grafenegg - Startseite · Geschichte - Grafenegg - Startseite - Bürgerservice - Unser Grafenegg

Ein Schlosspark als Konzertort

Im Schlosspark entstand 2007 die Freiluftbühne Wolkenturm; 2008 kam der Konzertsaal Auditorium hinzu. Das Grafenegg Festival findet jährlich von Mitte August bis Mitte September statt. Der heutige Kulturbetrieb umfasst zudem den Grafenegg Campus mit Programmen für junge Komponierende und ein Academy Orchestra. Das European Union Youth Orchestra verlegte 2023 seinen Hauptsitz von Ferrara nach Grafenegg; das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich ist Residenzorchester. In den Sommermonaten finden im Innenhof Préludes als Einstimmung auf Konzertabende am Wolkenturm statt. Der 32 Hektar große Park enthält Baumriesen, die bis zu 250 Jahre alt sind; der barocke Ziergarten wurde im 19. Jahrhundert um Elemente des englischen Landschaftsgartens erweitert.

Quellen: Schloss Grafenegg - Grafenegg · Schloss Grafenegg - Grafenegg · Vollendet unvollendet – Architektur & Kunst in Grafenegg · European Union Youth Orchestra – Grafenegg

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Grafenegg auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung2 991
31.10.2021 · Registerzählung3 216
01.01.2026 · Bevölkerungsstand3 319

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
1 441
NUTS-3-Region
Waldviertel (AT124)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Grafenegg

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.