LANGENZERSDORF KENNENLERNEN
Langenzersdorf: Spuren am Fuß des Bisambergs
Zwischen Donau und Bisamberg liegt Langenzersdorf im Weinviertel. Die Marktgemeinde hat 8.197 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und eine Fläche von 10,69 Quadratkilometern. Archäologische Funde, Flussgeschichte und moderne Bildhauerei prägen ihre Ortsgeschichte.
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Lange Siedlungsgeschichte
Die steinzeitliche Venus von Langenzersdorf wurde am Fuß des Bisambergs gefunden und der Lengyel-Kultur zugeordnet; sie wird auf etwa 4.800 bis 4.600 vor Christus datiert. Der Fund verweist auf eine Besiedlung, die Jahrtausende vor der ersten schriftlichen Nennung einsetzt. 1108 erscheint der Ort als „encinstorf“. Das Stift Klosterneuburg entwickelte sich ab dem 12. Jahrhundert zum größten Grundbesitzer und übte die Herrschaft über den Ort aus. Die Ortsgemeinde lag an einer wichtigen Verbindung zwischen Wien und den nördlichen Gebieten: Seit der Mitte des 17. Jahrhunderts diente sie als Poststation.
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Zwischen Strom und Bisamberg
Langenzersdorf lag an Donau- und Landwegen. Mitte des 19. Jahrhunderts standen in der Ried „An den Mühlen“ mehr als 20 Schiffsmühlen. Eine Schiffsstation bediente die Donau; später ergänzte eine Bahnstation der Nordwestbahngesellschaft die Verbindungen. Die Donauregulierung ließ im 19. Jahrhundert aus einer Schottergrube das Gewässer Seeschlacht entstehen. Heute betreibt die Gemeinde dort ein Erholungsgebiet mit Badesee; gebührenpflichtig ist der Zugang in der Badesaison vom 1. Mai bis 15. September. Ab dem späten 19. Jahrhundert ließen sich zunehmend Sommerhäuser und Villen errichten.
Quellen: Langenzersdorf - GEM2GO WEB - Startseite - Leben in Langenzersdorf - Kultur - Geschichte · Straßenbezeichnungen – Marktgemeinde Langenzersdorf · Erholungsgebiet Seeschlacht – Marktgemeinde Langenzersdorf
Ein wechselnder politischer Rahmen
Im Oktober 1938 wurde Langenzersdorf in den 21. Wiener Gemeindebezirk eingegliedert. Nach Kriegsende lag der Ort in der sowjetischen Besatzungszone Niederösterreichs, gehörte rechtlich aber weiterhin zu Groß-Wien. Erst 1954 kehrte Langenzersdorf als selbstständige Gemeinde in den Bezirk Korneuburg zurück. Sechs Jahre darauf folgte die Erhebung zur Marktgemeinde. Das Gemeindewappen nimmt mit dem silbernen Greif Bezug auf die Grafen von Formbach; der grüne Dreiberg steht für die Lage am Bisamberg.
Quellen: Geschichte – Marktgemeinde Langenzersdorf · Wappen – Marktgemeinde Langenzersdorf
Bildhauerei und Klang im LEMU
Der Museumsverein Langenzersdorf betreibt das LEMU gemeinsam mit der Marktgemeinde. Die Sammlungen verbinden Werke von Anton Hanak, Siegfried Charoux, Alois Heidel und Alfred Czerny mit urgeschichtlichen Funden aus der Bisamberg-Region. Hanak lebte von 1901 bis 1923 im Ort und war mit Gustav Klimt und Josef Hoffmann befreundet. Charoux’ Witwe übergab 1982 den gesamten künstlerischen Nachlass ihres Mannes an die Gemeinde; im selben Jahr wurden die Ausstellungsräume eröffnet. Von Alfred Czerny sind vier Bronzen dauerhaft zu sehen, darunter die Figur „Pegasus“ von 1962. Eine ortskundliche Schau zeichnet das Alltagsleben von 1900 bis 1930 nach. Dazu kommen Keramiken des Wiener-Werkstätte-Künstlers Eduard Klablena und das originale Tonstudio des Komponisten Max Brand, der seine letzten Lebensjahre in Langenzersdorf verbrachte.
Quellen: Langenzersdorf - GEM2GO WEB - Startseite · LANGENZERSDORF MUSEUM – Marktgemeinde Langenzersdorf · Siegfried Charoux – LANGENZERSDORF MUSEUM · Alfred Czerny – LANGENZERSDORF MUSEUM
Besuch und Wege am Berg
Das Museum in der Oberen Kirchengasse 23 ist laut Betreiber samstags, sonntags und an Feiertagen von 14 bis 18 Uhr geöffnet; letzter Einlass ist um 17.30 Uhr. Erwachsene zahlen acht Euro. Führungen werden zu veröffentlichten Terminen oder nach Vereinbarung angeboten. Für Spaziergänge empfiehlt das LEMU den Bisamberg. Der kommunale Gebietssteckbrief beschreibt dort wertvolle Trockenrasen und Waldsteppenlebensräume. Als öffentliche Anreise nennt der Betreiber die Schnellbahnlinien S3/S4 bis zum Bahnhof Langenzersdorf sowie Bus 850 bis zum Hauptplatz.
Quellen: Öffnungszeiten und Eintritt – LANGENZERSDORF MUSEUM · Kontakt und Anfahrt – LANGENZERSDORF MUSEUM · Öffentliche Verkehrsanbindung – Marktgemeinde Langenzersdorf · Gebietssteckbrief Bisamberg – Marktgemeinde Langenzersdorf
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Langenzersdorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
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Stand der Angaben: 08.10.2026
