IRSCHEN KENNENLERNEN
Irschen am Sonnenhang
Irschen liegt im oberen Drautal am sonnigen Südhang der Kreuzeckgruppe. Die Gemeinde zählt 1.925 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 33,35 Quadratkilometer. Zu ihrem Gemeindegebiet gehören 15 Ortschaften. Irschen gibt der Gemeinde ihren Namen; Rittersdorf und Simmerlach sind eigenständige Ortschaften.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Irschen – Wikipedia, feste Artikelversion
Ein frühchristlicher Höhenplatz
Am Burgbichl oberhalb von Irschen lag eine spätantike Höhensiedlung. Am 4. August 2022 entdeckte ein Team der Universität Innsbruck in der frühchristlichen Kirche unter dem Altar einen Marmorschrein von etwa 20 mal 30 Zentimetern. Darin lag eine mit christlichen Motiven verzierte Elfenbeinpyxis, die in der Spätantike zerbrochen und im 6. Jahrhundert deponiert worden war. Es war der erste Fund einer solchen Pyxis in Österreich in archäologischem Zusammenhang. Ein Themenweg erschließt die Ausgrabungsstätte; Tafeln erklären Natur- und Kulturerbe sowie das angrenzende Europaschutzgebiet Obere Drau. Eine digitale 3D-Darstellung macht die Grabungen sichtbar. Der Weg führt am Wacholderhain und den Felsformationen der Kesselwände vorbei.
Quellen: Archäologie- und Naturpark Burgbichl – Gemeinde Irschen · Irschen – Wikipedia, feste Artikelversion · Universität Innsbruck – Sensationsfund: 1.500 Jahre alter Reliquienschrein · Universität Innsbruck – Spätantikes Elfenbein im Fokus (2025)
Kräuterwissen und Schaugarten
Das KräuterHaus PfarrStadel präsentiert seit 2003 Kräuterstationen und dient zugleich als Besucherinformation. Ein überdimensionales hölzernes Arnika-Modell veranschaulicht die Wirkung der Heilpflanze; im Kräuterladen werden regionale Kräuterspezialitäten angeboten. Oberhalb des Dorfzentrums ordnet der Kräuter-Kraft-Kreis Pflanzen den vier Urelementen zu. Der Schaugarten „Heilgarten der Alpen“ ergänzt die Kräuter- und Blumenbeete um Rastplätze sowie Informationen zu Geologie und Klima des Dorfes. Wildkräuter wachsen zwischen 650 und 1.100 Metern Seehöhe; kleine Betriebe verarbeiten sie gemeinsam mit Gartenkräutern zu Kräuterspezialitäten.
Quellen: Natur- & Kräuterdorf – Gemeinde Irschen · Kräuterdorf Irschen – KräuterHaus PfarrStadel · Kräuterdorf Irschen – Gartenführer
Kirchen und frühe Besiedlung
Funde aus Potschling, darunter Steinbeile und bronzezeitliche Gegenstände, belegen frühe Besiedlung im heutigen Gemeindegebiet. Am Trenker Bichl wird eine vorgeschichtliche Höhensiedlung vermutet. Irschen wird möglicherweise zwischen 805 und 810 als „Ursen“ erwähnt; sicher belegt ist die Namensform „Ursin“ im Jahr 1085. Die Pfarre ist 1190 erstmals urkundlich belegt und gilt als Mutterpfarre von Oberdrauburg und Nikolsdorf. Die Pfarrkirche ist dem heiligen Dionysius geweiht und eine romanisch-gotische Anlage. Ihr quadratischer Chor mit Apsis stammt aus dem 13. Jahrhundert; das gotische Langhaus wird von Strebepfeilern gestützt. Unter dem Chor liegt eine Krypta. Das Innere besitzt Sternrippengewölbe. Der markante Turm stammt aus dem 14. oder 15. Jahrhundert; die Vorhalle entstand 1839. Ein Chorfresko um 1330 zeigt die Marienkrönung, in der Apsis ist ein Weltgericht von 1520 dargestellt. Zu den Filialkirchen zählen St. Johann im Walde und die Kirchen in Rittersdorf, Potschling und Simmerlach. Die Kirche in Potschling ist Christus Salvator, jene in Simmerlach der heiligen Anna geweiht.
Quellen: Irschen – Wikipedia, feste Artikelversion · Katholische Kirche Kärnten – Pfarrkirche Irschen
Tal und Wege am Alpenrand
Das Gemeindegebiet liegt zwischen der Kreuzeckgruppe im Norden und den Gailtaler Alpen im Süden. Irschen liegt acht Kilometer vor der Grenze zu Osttirol. Durch den südlichen Teil der Gemeinde verlaufen Drautal Straße B 100 und Drautalbahn; der Bahnhof Irschen verbindet den Talraum westwärts mit Lienz und ostwärts mit Spittal an der Drau.
Quellen: Irschen – Wikipedia, feste Artikelversion · Natur- & Kräuterdorf – Gemeinde Irschen
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Irschen – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Archäologie- und Naturpark Burgbichl – Gemeinde Irschen
- Natur- & Kräuterdorf – Gemeinde Irschen
- Universität Innsbruck – Sensationsfund: 1.500 Jahre alter Reliquienschrein
- Kräuterdorf Irschen – KräuterHaus PfarrStadel
- Katholische Kirche Kärnten – Pfarrkirche Irschen
- Kräuterdorf Irschen – Gartenführer
- Universität Innsbruck – Spätantikes Elfenbein im Fokus (2025)
Stand der Angaben: 08.10.2026
