GEMEINDE · BURGENLAND

Tschanigraben

Die kleine Grenzgemeinde verbindet bewaldete Hänge mit Spuren südburgenländischer Wohnkultur.

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Kapelle in Tschanigraben
Kapelle in Tschanigraben · Foto: Zeitblick · „Kapelle Tschanigraben“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
69
01.01.2026
Fläche
1,71 km²
Bevölkerungsdichte
40,4
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
7540
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

TSCHANIGRABEN KENNENLERNEN

Tschanigraben: Ein Tal, ein Dorfpark und ein Haus auf Wanderschaft

Tschanigraben liegt rund acht Kilometer südlich von Güssing unmittelbar an der Grenze zu Ungarn. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 69 Menschen; die Gemeinde umfasst etwa 1,71 Quadratkilometer. Weitere Ortschaften gehören nicht zu ihr. Der Dorfpark und die kleine Kapelle bilden örtliche Bezugspunkte. Ein Teil der älteren Baugeschichte wird dagegen heute außerhalb des Dorfes bewahrt: Ein Wohnhaus aus Tschanigraben gehört zu den Gründungsobjekten des Freilichtmuseums Ensemble Gerersdorf.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Tschanigraben – Wikipedia, feste Artikelversion · Freilichtmuseum Ensemble Gerersdorf – Geschichte

Ein kleines Tal zwischen bewaldeten Höhen

Der Wiesenbach entspringt im Gemeindegebiet und fließt nach Osten. Dort senkt sich das Gelände bis auf ungefähr 240 Meter Seehöhe. Nördlich des Tales erreichen die bewaldeten Hügel rund 300 Meter, südlich davon etwa 350 Meter. Fast die Hälfte des Gemeindegebietes besteht aus Wald; ein ähnlich großer Anteil wird landwirtschaftlich genutzt. Das Nebeneinander von offenen Flächen und Waldhängen prägt somit bereits auf engem Raum die Landschaft. Die Straßenverbindung nach Inzenhof führt über die Landesstraße L403 und bindet Tschanigraben an den benachbarten Ort an.

Quellen: Tschanigraben – Wikipedia, feste Artikelversion

Schonagraben, Chanigram und Sándorhegy

Kirchliche Aufzeichnungen überliefern mehrere ältere Namen: 1736 erscheint Schonagraben, 1765 Chanigram und zwischen 1789 und 1802 Sandorhegy. Daneben sind weitere Schreibweisen des heutigen deutschen Namens bekannt. Seit 1898 war unter ungarischer Verwaltung die Bezeichnung Sándorhegy vorgeschrieben. 1921 wurde Tschanigraben Teil des österreichischen Burgenlands. Die überlieferten Namen führen damit in eine Zeit zurück, in der die heutige Staatsgrenze noch nicht bestand. Sie gehören zur mehrsprachigen Geschichte des Grenzraums, ohne dass sich aus jeder Schreibvariante eine neue Siedlungsphase ableiten ließe.

Quellen: Tschanigraben – Wikipedia, feste Artikelversion

Holzskulpturen und Bäume im Dorfpark

Im Dorfpark stehen Arbeiten des Tschanigrabener Holzschnitzers Gerhard Budal. Ein als keltischer Baumpfad bezeichneter Rundgang ergänzt die Skulpturen und rückt Bäume als Thema des gestalteten Platzes in den Mittelpunkt. So begegnen sich dort Naturbetrachtung und örtliches Kunsthandwerk. Zur Sakrallandschaft des Dorfes gehört die Kapelle, die Teresa von Kalkutta als Schutzpatronin gewidmet ist. Park und Kapelle bieten auf unterschiedliche Weise Anlässe, innerhalb der kleinen Gemeinde innezuhalten und einzelne Orte bewusst wahrzunehmen.

Quellen: Tschanigraben – Wikipedia, feste Artikelversion · Gemeinde Tschanigraben – Ortsvorstellung

Ein Wohnhaus wurde zum Museumsanfang

Das aus Tschanigraben stammende ehemalige Rauchstubenhaus datiert das Freilichtmuseum Gerersdorf in das frühe 18. Jahrhundert. 1973 wurde es als erstes Gebäude dorthin übertragen. Mit seinem Abbau und Wiederaufbau begann ein wesentlicher Teil des Museumsprojekts; 1976 konnte das Ensemble mit zunächst sechs Gebäuden eröffnet werden. Das Haus erzählt deshalb zugleich von früherem Wohnen und von der späteren Rettung gefährdeter Baukultur. Sein heutiger Standort ist Gerersdorf. Für Tschanigraben bleibt es ein außerhalb des Dorfes erhaltenes Zeugnis der eigenen bäuerlichen Vergangenheit.

Quellen: Freilichtmuseum Ensemble Gerersdorf – Museumsplan, Objekt 17 · Freilichtmuseum Ensemble Gerersdorf – Geschichte

Enge Verbindungen nach Inzenhof

Die geringe Einwohnerzahl macht gemeinsame Einrichtungen mit den Nachbarn besonders wichtig. Kindergarten und Volksschule befinden sich in der Kooperationsgemeinde Inzenhof, wo auch die Verwaltung von Tschanigraben erreichbar ist. 2015 wurde die eigene, 1932 gegründete Feuerwehr wegen fehlender Mitglieder aufgelöst. Den Brandschutz übernahm Inzenhof auf vertraglicher Grundlage. Damit änderte sich eine wichtige örtliche Aufgabe, während Tschanigraben als Gemeinde eigenständig blieb. Die Verbindung nach Inzenhof betrifft also sowohl die täglichen Wege der Kinder als auch die Organisation der Hilfe im Notfall.

Quellen: Tschanigraben – Wikipedia, feste Artikelversion · Gemeinde Tschanigraben – Ortsvorstellung · Gemeinde Tschanigraben – Feuerwehrarchiv · ORF Burgenland – Tschanigraben ohne eigene Feuerwehr

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Tschanigraben auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung72
31.10.2021 · Registerzählung67
01.01.2026 · Bevölkerungsstand69

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
49
NUTS-3-Region
Südburgenland (AT113)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Tschanigraben

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.