SANKT MARGARETHEN IM BURGENLAND KENNENLERNEN
Sankt Margarethen: Steinbruch, Skulpturen und Grenzgeschichte
Der Römersteinbruch ist der bekannteste Bezugspunkt von Sankt Margarethen im Burgenland. Seine Bedeutung umfasst mehrere Bereiche: Hier wurde Baumaterial gewonnen, hier entstanden bildhauerische Arbeiten, und Teile der Anlage werden für Aufführungen genutzt. Die Marktgemeinde liegt westlich des Ruster Hügellands im Bezirk Eisenstadt-Umgebung. Für den 1. Jänner 2026 sind 2.705 Einwohner auf rund 26,54 Quadratkilometern ausgewiesen. Zur einzigen Ortschaft gehören verschiedene weitere Ortslagen, darunter Sankt Margarethen-Berg, der Sulzhof und mehrere Mühlen. Auch die nahe ungarische Grenze ist eng mit der neueren Geschichte der Gemeinde verbunden.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Sankt Margarethen im Burgenland – Wikipedia, feste Artikelversion
Baustoff für Wien und Arbeitsort für Bildhauer
Der im Steinbruch gewonnene St. Margarethener Kalksandstein wurde unter anderem für den Wiener Stephansdom und später für Gebäude an der Ringstraße verwendet. Die Landschaft ist daher mit Bauvorhaben weit außerhalb des Burgenlands verknüpft. Eine andere Nutzung begann 1959 mit den von Karl Prantl angestoßenen Bildhauersymposien. Künstler arbeiteten vor Ort mit dem Material Stein; zahlreiche Skulpturen blieben im Umfeld des Steinbruchs erhalten. Auch das Bildhauerhaus gehört zu diesem Zusammenhang. Die Symposien wirkten über Sankt Margarethen hinaus und wurden zu einem Ausgangspunkt vergleichbarer künstlerischer Begegnungen in anderen Ländern.
Quellen: Sankt Margarethen im Burgenland – Wikipedia, feste Artikelversion
Oper und Passionsspiele in einer besonderen Kulisse
Der stillgelegte Teil des Steinbruchs dient als Aufführungsort der Oper im Steinbruch. Daneben besitzt Sankt Margarethen eine eigene Tradition der Passionsspiele. Ihre erste örtliche Aufführung fand 1926 in einem Bauernhof statt; seit 1961 wird dafür die Naturkulisse des Steinbruchs genutzt. Bei den Passionsspielen wirken zahlreiche Menschen aus dem Ort mit, sowohl auf der Bühne als auch bei der Organisation. Es handelt sich somit um zwei unterschiedliche Formen des Theaterlebens am selben Landschaftsort. Das jeweilige Programm und die Spieltermine werden von den zuständigen Veranstaltern festgelegt.
Quellen: Sankt Margarethen im Burgenland – Wikipedia, feste Artikelversion
Marktgeschichte zwischen Kirche und Pranger
Die urkundliche Nennung von 1276 verwendet den Namen Sancta Margareta und verweist damit auf das Patrozinium einer Kirche oder Kapelle. Seit 1647 besitzt der Ort Marktrecht. Die Pfarrkirche bewahrt einen gotischen Kern; das damalige Kirchengebäude wurde 1516 fertiggestellt. Später kamen Veränderungen und Erweiterungen hinzu, darunter die Sandsteinkanzel von 1795 und der Ausbau von 1959/60. Ein Karner aus dem 14. Jahrhundert und ein Pranger aus dem 17. Jahrhundert ergänzen die historischen Bauten. Diese Zeugnisse führen zu einer Ortsgeschichte, die lange vor der heutigen Veranstaltungslandschaft begann.
Quellen: Sankt Margarethen im Burgenland – Wikipedia, feste Artikelversion
Ein Ort der europäischen Zeitgeschichte
Am 19. August 1989 gelang beim Paneuropäischen Picknick nahe dem Grenzübergang zu Sopronkőhida mehreren hundert DDR-Bürgern die Flucht über die damals gesperrte Grenze. Das Ereignis gehört zu den wichtigen Stationen auf dem Weg zum Ende des Eisernen Vorhangs. Die Grenzlage besitzt für Sankt Margarethen damit eine historische Bedeutung, die über den örtlichen Alltag hinausreicht. Zum heutigen Freizeitprofil der Gemeinde gehört außerdem der Familypark. Steinbruch, historische Ortsbauten, Freizeitpark und Grenzerinnerung erschließen jeweils andere Seiten desselben Gemeindegebiets und sprechen unterschiedliche Interessen an.
Quellen: Sankt Margarethen im Burgenland – Wikipedia, feste Artikelversion
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
