UNTERTILLIACH KENNENLERNEN
Untertilliach: Höfe an der Gail
Untertilliach folgt dem Tal der Gail bis an die Grenzen zu Kärnten und Italien. Die Gemeinde zählt 211 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) auf 36,34 Quadratkilometern. Die Häuser und Weiler liegen zwischen Lienzer Dolomiten und Karnischen Alpen; die Nähe zu zwei Landes- und Staatsgrenzen prägt Alltag und Wege durch das Tiroler Lesachtal. Der schmale Talboden und die steilen bewaldeten Hänge setzen den Höfen und Wiesen enge räumliche Grenzen.
Weiler auf beiden Seiten der Gail
Winkl, Bichl, Aue, Kirchberg, Eben, Eggen und Wacht liegen nahe der Gailtaler Straße. In höheren Lagen kommen Einzelhöfe und Almen hinzu. Die Siedlungen verteilen sich zwischen Gail, Lienzer Dolomiten und Karnischen Alpen. Busse fahren über Obertilliach und Tassenbach nach Sillian und weiter ins Kärntner Lesachtal. Der nächste Bahnanschluss liegt in Tassenbach. Im Alltag verbindet diese Achse verstreute Ortsteile mit Schulen und Versorgung außerhalb der Gemeinde. Weitere benannte Weiler sind Kammerland, Soldhäuser, Klammberg und Geile. Die Straße bildet für die verstreuten Weiler die wichtigste Verbindung durch das Tal.
Kirchen als alte Siedlungsanker
Die erste urkundlich erwähnte Kapelle am Kirchberg stammt aus dem Jahr 1290. Die Kirche am Kirchberg wurde 1450 in Stein gebaut und 1479 geweiht. Die heutige Pfarrkirche St. Florian wurde 1777 bis 1780 errichtet; 1858 wechselten Pfarre und später auch der Friedhof vom Kirchberg an den neuen Standort. Bereits 1375 sind im Gebiet 22 Schwaighöfe nachgewiesen. Die Höfe stehen für die lange landwirtschaftliche Nutzung der Höhenlagen. Seit 1982 wird die Pfarre ohne eigenen Seelsorger von Obertilliach aus mitbetreut.
Berglandwirtschaft und Versorgung im Tal
Die Arbeitsstättenzählung 2024 weist 35 Arbeitsstätten und 47 Beschäftigte in Untertilliach aus. 71,4 Prozent der Arbeitsstätten lagen im primären Sektor; der Auspendleranteil unter den aktiv Erwerbstätigen am Wohnort betrug 73,9 Prozent. Die landwirtschaftliche Prägung zeigt sich in den vielen Höfen und Almen: Viehhaltung und Bergwiesenbewirtschaftung verbinden tägliche Arbeit mit der Pflege offener Flächen. Am Untererschbaumerhof in Eggen können Gäste bei der Arbeit am Hof mithelfen und Tiere erleben. Die Viehhaltung und die Bewirtschaftung der Bergwiesen bleiben damit sowohl Erwerbsarbeit als auch Voraussetzung für die offenen Flächen des Tals.
Grenzlandweg durch das Gailtal
Der Grenzlandwanderweg verbindet Kartitsch, Ober- und Untertilliach auf Forstwegen südlich der Gail. Im Zentrum steht die Pfarrkirche St. Florian; die Filialkirche am Kirchberg erinnert an den früheren Pfarrstandort. Die Lage beider Kirchen ist gesichert, nicht aber eine regelmäßige Innenbesichtigung. Im Winter führt die Grenzlandloipe durch das Tal und verbindet das Tiroler Gailtal mit dem Kärntner Lesachtal. Ihr Betrieb hängt von den Schneeverhältnissen ab. Der knapp 16 Kilometer lange Wanderweg endet in Untertilliach; zwischen den Orten verläuft er über Wiesenhänge und durch Waldstücke.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Untertilliach – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Zahlen & Daten – Gemeinde Untertilliach
- Geschichtlicher Überblick – Gemeinde Untertilliach
- Grenzlandwanderweg – Osttirol Tourismus
- Untertilliach – Osttirol Tourismus
- Arbeitsstättenzählung 2024 – Statistik Austria
Stand der Angaben: 15.10.2026
