TRAGÖSS-SANKT KATHAREIN KENNENLERNEN
Zwei Täler am Hochschwab
Tragöß-Sankt Katharein reicht vom Lamingtal bis auf das Hochschwabplateau. Die Gemeinde hat 1.790 Einwohner und umfasst 154,52 Quadratkilometer (Stand 1. Jänner 2026). Die heutige Gemeinde entstand 2015 aus Tragöß und Sankt Katharein an der Laming; beide Ortsteile behalten ihren eigenen Charakter zwischen Tal, Wald und Alm.
Talorte und Hochflächen
Das Gemeindegebiet umfasst zehn Ortschaften und reicht von rund 565 Metern Seehöhe bis in hochalpine Lagen. Im Norden prägt die Hochschwabgruppe das Gelände; dort liegen Almen, Höhlen und Bergseen. Die Laming verbindet den südlichen Talraum, in dem Sankt Katharein und Oberdorf liegen. Diese Distanzen prägen den Alltag: Siedlungen liegen verstreut, während Wege in die Berge rasch anspruchsvoller werden. Mit der Fusion von Tragöß und Sankt Katharein wurden 2015 zwei zuvor getrennte Gemeinden verbunden. Der Name hält beide Zentren sichtbar. Die Landschaft ist damit nicht bloß Hintergrund für den Tourismus, sondern bestimmt Erreichbarkeit, Siedlungsform und die Arbeit in den einzelnen Tälern.
Magnesit und Arbeit im Tal
Neben Land- und Forstwirtschaft ist Magnesit ein konkreter industrieller Wirtschaftszweig der Gemeinde. 2024 zählte die Arbeitsstättenzählung 348 Beschäftigte in den Arbeitsstätten; 26,1 Prozent der Beschäftigten entfielen auf den primären Sektor. In Oberdorf betreibt STYROMAG ein Werk zur Verarbeitung von Magnesit. Das Unternehmen brennt den Rohstein zu kaustischer Magnesia beziehungsweise Magnesiumoxid, das unter anderem in der Abwasserbehandlung, als Futtermittelgrundstoff und in der Bauindustrie verwendet wird. Damit verbindet die Gemeinde Bergbau mit einer verarbeitenden Tätigkeit im Tal. Daneben arbeiten viele Bewohner außerhalb des Gemeindegebiets: 69,2 Prozent der Erwerbstätigen am Wohnort pendelten 2024 aus. Landwirtschaft, Werk und Wege zu Arbeitsplätzen außerhalb der Gemeinde bestimmen unterschiedliche Teile des Wirtschaftslebens.
Bergbaugeschichte und Verbindung nach Bruck
Die Lamingtaler Schleppbahn verband das Magnesitwerk in Oberdorf von 1920 bis 1958 mit dem Frachtenbahnhof Bruck an der Mur. Auf der rund 15 Kilometer langen Strecke mit 760 Millimetern Spurweite fuhren Dampf- und Motorlokomotiven. Der Rohstoff gelangte so vom Werk zum Anschluss an das überregionale Bahnnetz. Nach der Stilllegung der Schmalspurbahn blieb die Magnesitverarbeitung in Oberdorf bestehen. Die frühere Transportlösung zeigt, welche eigene Infrastruktur der Bergbau im Lamingtal einst brauchte.
Grüner See und Marienklamm
Der Grüne See liegt in Oberort am Fuß der Hochschwabberge und verändert seine Erscheinung mit dem Wasserstand. Im Frühjahr füllt ihn Schneeschmelzwasser aus Quellen; in trockeneren Monaten und im Winter zieht sich der See weit zurück. Rundwege und Wanderungen führen durch Wald und Felslandschaft, etwa zur Marienklamm oder über die Sonnschienalm. Dabei ist der See ein zugängliches Naturziel mit jahreszeitlich wechselndem Charakter, kein dauerhaft gleich großer Badesee. Im Ortskern von Sankt Katharein steht die spätgotische Pfarrkirche, während in Tragöß Oberort die Pfarrkirche und die Antoniuskapelle an ältere religiöse Bezugspunkte erinnern. Wer die Gemeinde besucht, kann daher zwischen Talorten, Sakralbauten und alpinen Wegen wechseln, muss bei Bergtouren aber Gelände und Wetter berücksichtigen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Tragöß-Sankt Katharein – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Tragöß - St. Katharein | CITIES
- STATISTIK AUSTRIA – Arbeitsstättenzählung 2024
- STYROMAG – Wer wir sind und Produkte
- Grüner See – Steiermark Tourismus
- Rundwanderung von Tragöß auf die Sonnschienalm
Stand der Angaben: 14.10.2026
