STEINBERG AM ROFAN KENNENLERNEN
Steinberg am Rofan im weiten Talkessel
Steinberg am Rofan liegt in einem weiten, von Gipfeln umschlossenen Talkessel im Bezirk Schwaz. Die Gemeinde ist 68,60 Quadratkilometer groß und zählt 298 Einwohner (1. Jänner 2026). Das Dorf liegt auf rund 1.010 Metern Seehöhe; der Straßenanschluss führt über Achenkirch ins Achental. Die große Fläche und die kleine, locker verteilte Siedlung prägen Alltag und Wirtschaft gleichermaßen.
Ein Talende zwischen hohen Bergen
Steinberg liegt am Fuß des Rofangebirges, am Ende eines Hochtals, das vom Achental abzweigt. Die Steinberger Ache verlässt das Gemeindegebiet im Osten Richtung Pinegg; im Süden, Westen und Norden steigen Berge über 2.000 Meter auf. Rund vier Fünftel der Fläche sind bewaldet, während nur kleine Anteile als Almen und landwirtschaftliche Flächen genutzt werden. Das Siedlungsbild ist locker und von Höfen, Häusergruppen und einzelnen Weilern geprägt. Diese Lage schafft viel Abstand zu größeren Zentren und macht die Verbindung nach Achenkirch im Alltag wichtig. Der Ort liegt zugleich an einem Übergang zu beliebten Wander- und Klettergebieten im Rofan und am Guffert.
Kleine Betriebe und Bergtourismus
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste in Steinberg 41 Arbeitsstätten und 70 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort. 31,7 Prozent der Arbeitsstätten gehören zum primären Sektor; drei Viertel der Beschäftigungsverhältnisse entfallen auf Dienstleistungen. Der aktuelle Wirtschaftsalltag verbindet Landwirtschaft mit kleinstrukturiertem Tourismus: Die aktuelle Partnerliste der Initiative nennt mehrere örtliche Unterkünfte und das Alpincenter Rofan. Dort werden Gäste beherbergt beziehungsweise auf Berg- und Skitouren begleitet; die gelisteten Häuser richten ihre Angebote an Wandernde. Diese Verbindung von Unterkunft und alpiner Begleitung gibt dem kleinen Ort ein klar erkennbares touristisches Angebot. 64,7 Prozent der Erwerbstätigen mit Wohnsitz in Steinberg pendeln aus; viele Arbeitsplätze liegen daher außerhalb des Gemeindegebiets.
Bergsteigerdorf als gemeinsamer Weg
Seit 2021 gehört Steinberg zur Initiative Bergsteigerdörfer des Alpenvereins. Die Auszeichnung knüpft an einen gemeindlichen Entwicklungsweg an: Ein Bürgerbeteiligungsprozess legte Kriterien fest, mit denen neue Vorhaben auf ihre Vereinbarkeit mit Landschaft, Ortsbild und sanftem Tourismus geprüft werden. Ein greifbares Nahversorgungsangebot ist der Bergsteigerladen im Gemeindehaus, der Ausrüstung für Wandernde und Bergsteiger führt. Auch die Dorfgemeinschaft organisiert sich über Vereine, Musik und gemeinschaftliche Einrichtungen. Der touristische Schwerpunkt zielt darauf, die Landschaft als Lebensraum und Arbeitsgrundlage zu bewahren. Das unterscheidet Steinberg von Orten, deren Entwicklung auf große technische Anlagen oder ein zusammenhängendes Skigebiet ausgerichtet ist.
Kirche und Siedlungsgeschichte
Die Pfarrkirche St. Lambert steht im Dorfzentrum und verweist auf eine lange kirchliche Geschichte. Eine erste Kirche wird für 1188 erwähnt; der heutige Bau geht auf einen Neubau des 15. Jahrhunderts zurück und erhielt im frühen 18. Jahrhundert sein heutiges Erscheinungsbild. Steinberg gehörte lange zum Besitz des Klosters Seeon, ehe dieses 1803 aufgehoben wurde. Die Gemeinde blieb eine Streusiedlung ohne weitere Katastralgemeinden. Heute verbindet die Kirche die verstreuten Ortsteile als gemeinsamer Mittelpunkt. Weitere kleine Kapellen liegen entlang der Wege und erinnern an religiöse Praxis im ländlichen Alltag.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Steinberg am Rofan – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024
- Land Tirol – Gemeinde Steinberg am Rofan
- Gemeinde Steinberg – Bergsteigerdorf
- Tirol – Adlerweg-Etappe 07: Steinberg am Rofan – Erfurter Hütte
- Bergsteigerdörfer – Partnerbetriebe Steinberg am Rofan
- Gemeinde Steinberg – Pfarrgemeinde
Stand der Angaben: 15.10.2026
